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„wahrhaft Genußreiche Kletterei“

„wahrhaft genußreiche Kletterei“

Die Grubreisentürme erfreuten sich insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei den Innsbrucker Bergsteigerinnen und Bergsteigern großer Beliebtheit, wie auch das abgebildete Werbeplakat der Nordkettenbahnen zeigt.

Bereits im Jahr 1890 standen Ludwig Pfurtscheller und Alois Hochrainer als erste am Südturm, zwei Jahre später war es Otto Ampfer, dem die Erstbesteigung des Nordturmes glückte. Der mittlere Turm wurde schließlich 1899 von Otto Melzer erstmals bezwungen und trägt seither dessen Namen.

Wie man sich so einen Klettertag in den Grubreisen vor der Eröffnung der Nordkettenbahnen vorstellen kann, davon vermittelt der folgende Eintrag aus einem privaten Tourenbuch einen Eindruck:

„Donnerstag, den 12. Juni 1919. 12 Uhr nachts Abmarsch von der Kettenbrücke. Keine schöne Vollmondnacht. Keine erfrischende Kühle, schwüle Luft. Beim Bründl unterm Bodenstein löschten wir unsern heißen Durst. Am Bodenstein Dämmerung. Hafelekar an ca. ½ 4 Uhr. Vom Hafelekar ein Stück weit nördlicher vor, dann in einer Rinne zum Trieskar abgefahren, das selbe gequert und die Rinne zur Grubreißenscharte mühsam empor. Oben machten wir rast. Unterdessen Sonnenaufgang. Dann gings an die Arbeit. Kletterpatschen und Seil an! Der Melzerturm, der schwierigste wird zuerst angepackt. Als Aufstiegsroute wählen wir den Ampfererkamin. […] Aufstiegszeit 1 ¼ Std. Wohlig saßen wir auf dem ganz schmalen Gipfel und jauchzten hinunter in das Kar. Abstieg der gleiche. Unten sonnten wir uns ein wenig. Meine Hände sehen wieder gut aus. Meine Hose noch besser! […] Nun zum schönsten aller Türme, dem […] Nordturm. Derselbe bot uns eine schöne, wahrhaft genußreiche Kletterei. […] Am Gipfel hielten wir stille Rast. Nimmer konnte ich mich sattsehen an den wilden Naturschönheiten der Karwendelketten, nicht genug danken können wir dem Schöpfer, daß er uns ein wenig von dieser Herrlichkeit nippen lasse.“

Nach den Kletterfreuden hieß es dann freilich wieder aufs Hafelekar auf- und sodann ins Tal abzusteigen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck Pt-731 / Tourenbuch in Privatbesitz)

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