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Mit Den Augen Des Unbekannten Fotografen I

Mit den Augen des unbekannten Fotografen I

Vor einigen Jahren konnte das Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck einen Bestand von knapp 150 Glasplatten erwerben. Diese waren einzeln in – natürlich in Kurrent – beschriftete Papierumschläge verpackt. Neben den Titeln der Motive sind sie zum Teil auch mit einer Nummer und einer Jahreszahl versehen gewesen. Wir haben die Platten digitalisieren lassen, und mit den originalen Beschriftungen sowie mit zeitgemäßen Beschreibungen in unsere Archivdatenbank aufgenommen.

Aus diesem Fundus schöpfend, können wir uns in Zukunft das alte Innsbruck immer wieder „mit den Augen des unbekannten Fotografen“ ansehen. Diese Reise wird uns etwa 100 Jahre in die Vergangenheit zurückführen. Es erwarten uns altbekannte Sehenswürdigkeiten und verschwundene Juwele, ebenso wie private Einblicke in die Lebenswelt des Fotografen.

Beim heutigen Bild haben den Fotografen wohl das goldgelbe Korn und das durch die dunklen Wolken durchbrechende Sonnenlicht fasziniert. Die Beschriftung nennt als Aufnahmeort „Getreideschober bei Arzl“. Aber kann der Fotograf bei dieser Perspektive tatsächlich bei Arzl, vielleicht im heutigen Olympischen Dorf oder Gewerbegebiet gestanden haben, oder befand er sich bereits südlich des Inns?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-Pl-714)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Meinem Empfinden nach ist der Vordergrund viel weiter von der Nordkette entfernt als es in Arzl – und somit nördlich des Inns – der Fall sein könnte. Außerdem kommt mir vor, das das Hauptmotiv höher liegt als der Mittelgrund mit dem Talboden. Zudem dürften die Schwemmkegel für den Getreideanbau wesentlich besser geeignet (gewesen) sein als die feuchtere Au-Stufe des Inntals mit schweren Böden.
    Zieht man auf dem Bild eine Linie vom Brandjoch zum Standort des Fotografen in der Mitte des unteren Bildrandes, führt diese etwa durch die beiden linken Rinnen unterhalb des Gipfels. Ziehe ich jetzt auf einer Landkarte eine analoge Linie vom Brandjochgipfel durch diese beiden Rinnen, führt diese in Innsbruck ungefähr über die Messehalle, die Rennerschule und etwas westlich der Sigmairschule zum Gasthaus Kapeller.
    Die Egerdachstraße markiert ziemlich gut die Abbruchkante des Schwemmkegels, südlich bzw. südwestlich davon dürften die Böden für den Getreideanbau gut geeignet sein. Daher würde ich mit dieser (sehr groben) Annäherung den Standort des Fotografen irgendwo zwischen der Pestalozzistraße und der Geyrstraße ansiedeln. Vielleicht machen mir aber Verzerrungen durch die Linse einen Strich durch die Überlegungen.

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