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Gendarmerieposten Hungerburg – Teil VI

Gendarmerieposten Hungerburg – Teil VI

Das ist eine Aufnahme speziell für alle Technikenthusiasten. Wir sehen die Leitfunkstelle des Landesgendarmeriekommandos für Tirol in der Villa Kutschera auf der Hungerburg. „Wegen großen Störungen durch die medizin. Apparate der Klinik in Innsbruck erfolgte am 4. August 1936 provisorisch die Verlegung der Gendarmerie-Leitfunkstelle des Lgk. nach [sic] Hungerburg. – Die Aufstellung nahm Bez. Insp. Burdian und Mödling [sic] im Beisein von Landesgendkdt. Oberst Josef Ebenhöh und Oblt. Otto Satzke vor. – Die Station sollte hier nur vorübergehend untergebracht werden und zwar, bis die Nervenklinik vom alten in das neue Gebäude übersiedelt ist. Da trotz Übersiedlung der Nervenklinik in die Hauptklinik in Innsbruck die Störungen im Kommandogebäude zu Innsbruck, wo die Funkstation untergebracht war, unvermindert weiter bestehen und an eine Entstörung der medizin. Apparate in der Hauptklinik nicht zu denken ist, dürfte die Gend. Leitfunkstelle beim Posten Hungerburg bleiben. – Die Apparatur […] besteht aus einem Kurzwellensender und einem Empfänger. Die Funkstelle hat die Aufgabe mit allen Lgkdos. in Österreich sowie mit dem Bundeskanzleramt einerseits und den Abteilungskomdos. andererseits in ständigem Funkkontakt zu sein. Als Funker sind eingeteilt: Raj. Insp. Josef Schieferl als Kmdt. und Patrl. Ernst Corazza von der Techn. Abtlg. des Lgk., sowie Gendarm Alfred Holzner des hiesigen Postens.“

(LPD Tirol, Chronik des Gendarmerieposten Hungerburg ad Hötting)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Hier wird man nachdrücklich daran erinnert, dass der Begriff „Funk“ vom Funken der Hochspannung, dem auch unsichtbare elektromagnetische Emissionen erzeugenden Lichtbogen, kommt. Hier stellen offenbar Hochspannung führende gebogene Kupferstäbe ohne Isolation über eine Reihe von mechanischen Trennschaltern die Verbindung zwischen Funkterminal und Kurzwellensender her. Ich weiß, dass in den Anfangszeiten der Elektrotechnik Isolation gegen Berühren zunächst nicht vorhanden und dann, nachdem man, mit einem gewissen Todesproblem konfrontiert, nach praktikablen Lösungen suchte, bei höheren Spannungen lange ein nur schlecht oder gar nicht lösbares technisches Problem blieb. Da endet mein Wissen aber auch schon wieder – wenn die gezeigte Funkanlage neu war, spricht das Gezeigte dafür, dass die hier verwendete Hochspannung bei einem freien Aufbau nicht zu isolieren war. Daher musste man eben Abstand halten. Heute in Zeiten der allgegenwärtigen Fremdverantwortung natürlich vollkommen undenkbar, wahrscheinlich würde so eine Gerätschaft jeden Tag eine*n Polizeibeamt*in grillen und in in weiterer Folge ebenfalls jeden Tag eine Klage der Hinterbliebenen generieren.

    Leider bin ich kein Elektro- und auch kein Funktechniker und kann deshalb zu den abgebildeten Gerätschaften nicht viel mehr sagen, außer dass ich den Göttern dafür danke, dass auch Kopfhörer sich seit 1936 weiterentwickelt haben und ich bei meinen Wegen durch die Stadt oder beim Zoomen und Skypen nicht so ein klappriges und vermutlich auch schweres Metallgestell tragen muss.

    Und danke wieder einmal dem Stadtarchiv und Herrn Egger für diesen Einblick in ansonsten verborgene Strukturen der Vergangenheit!

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