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Flüchtlingslager Hötting

Flüchtlingslager Hötting

Noch bis ins Jahr 1964 wohnten in der Höttinger Au Flüchtlingsfamilien in Baracken in der Höttinger Au. Hier befinden wir uns in der Gegend zwischen der Scheuchenstuelgasse und dem Gießen. 1957 waren es beispielsweise 135 Parteien in zwölf Baracken. 1960 noch 65 Parteien. Heute ist der Begriff der Baracke etwas in Verruf geraten. Baracken waren bis nach dem Zweiten Weltkrieg gängige Bauten, die rasch und billig errichtet werden konnten. Damit konnte Menschen wenigstens ein Dach über dem Kopf geboten werden. Dass vor allem die sanitären Verhältnisse meist desolat waren, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

Das Höttinger Lager wurde 1915 für russische Kriegsgefangene zwischen dem Gießen und der Scheuchenstuelgasse errichtet.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bei gleichzeitig stark wachsenden Einwohnerzahlen (1945: ca. 91.000; 1947: ca. 99.000) und vielen von der Besatzungsmacht beschlagnahmten Wohnungen war es notwendig, dass Menschen in Baracken untergebracht wurden. Eine weitere Siedlung befand sich westlich entlang des Bahndammes der Mittenwaldbahn.

Vor allem auch der Ungarische Volksaufstand vom Herbst 1956 führte zu einer Flüchtlingswelle. Diese Menschen wurden oftmals auch in den genannten Lagern untergebracht bevor sie meist nach Nordamerika oder Australien auswanderten.

Um 1964 wurden die letzten Baracken nach der Absiedlung der letzten 68 volksdeutschen Flüchtlingsfamilien in diesem Lager abgebrochen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Kr/Ne-593)

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