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Ein Neuer Brunnen Für Den Bahnhofplatz

Ein neuer Brunnen für den Bahnhofplatz

Der Vereinigungsbrunnen wurde zur Erinnerung an die Vereinigung der Vororte Pradl und Wilten mit Innsbruck am 1. Jänner 1904 errichtet. Der Stifter dieses Denkmals war Johann von Sieberer. Dem Vereinigungsbrunnen musste ein anderer Brunnen weichen, der 1906 an der Kreuzung Sonnenburgstraße/Stafflerstraße einen neuen Standort fand.

Die am 1. August 1906 gelaufene Postkarte zeigt die Feierlichkeiten zur Einweihung des Vereinigungsbrunnens am Südtiroler Platz, der bis 1923 Bahnhofplatz hieß. Das Einweihungsfest fand am 29. Juni 1906 statt. Der Brunnen und der gesamte Platz waren festlich mit Fahnen und Girlanden, die dicht mit Glühlampen besetzt waren, geschmückt. Zahlreiche Zuschauer nahmen an diesem Ereignis teil.

Die Innsbrucker Nachrichten veröffentlichten am 28. Juni 1906 – einen Tag vor der Einweihungsfeier – in einem Artikel das Festprogramm:

“ Die Enthüllung des Sieberer’schen Vereinigungsbrunnens wird morgen in Anwesenheit Sr. kais. Hoheit des Herrn Herzogs Eugen in festlicher Weise stattfinden. Der Festakt findet, wie schon mitgeteilt, um 11 Uhr vormittag auf dem Bahnhofplatze statt. Vor dem Brunnen wird sich das Festzelt erheben, in welchem Erzherzog Eugen der Feier beiwohnen wird. Der Stifter des Brunnens, Herr v. Sieberer wird den Brunnen dem Herrn Bürgermeister übergeben, worauf dieser den Brunnen in die Obhut der Stadtgemeinde übernehmen wird. Die Innsbrucker Liedertafel wird bei der Feier zwei Chöre: „Bundeslied“ von Mozart und „Tirol, mein Vaterland“ von Pembaur zum Vortrage bringen. Die Wiltener Musikkapelle wird in ihrer schmucken Nationaltracht ebenfalls an der Eröffnungsfeier mitwirken. Um fünf Uhr abends findet im Hotel „Tirol“ das Vereinigungs-Diner statt, an welchem die Spitzen der Behörden, der ehemalige Gemeindeausschuß von Wilten und die Mitglieder des Vereinigungskomitees von Pradl, Herren des Innsbrucker Gemeiderates teilnehmen werden. Abends von 8 bis halb 10 Uhr konzertiert die Wiltener Musikkapelle auf dem Festplatze, welcher glänzend illuminiert sein wird.“

Besonders die elektrische Beleuchtung faszinierte anscheinend die Menschen. So berichteten die Innsbrucker Nachrichten am 2. Juli 1906:

„Der Bahnhofplatz bzw. der von den Flaggenmasten eingegrenzte Raum um den Sieberer’schen Vereinigungsbrunnen erstrahlte gestern abends wiederum in der Pracht der tausende von Glühlichtern, ebenso wie am Tage der Übergabsfeier. Das prächtige Schauspiel und der angenehme Sommerabend lockte zahlreiche Neugierige an; der Bahnhofplatz glich gestern einer großstädtischen Promenade.“

Im Jahr 1940 musste der Vereinigungsbrunnen dem ständig anwachsenden Verkehr weichen.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-4-319)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. gar nix hätte weichen müssen, dafür haben wir heute den scheusslichen schwarzen Hotel-Monoliten dortstehen!!!
    Schade drum, eine einzige Brunnenschale steht ja am Domplatz, ich frage mich nur, wo der Rest geblieben ist und ob es, wenn schon, nicht einen anderen Platz gegeben hätte, an dem man den schönen monumentalen Brunnen oder wenigstens Teile davon hätte aufstellen können, Landhausplatz zum Beispiel…..

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