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Eine Adresse, Zwei Häuser …

Eine Adresse, zwei Häuser …

… so könnte man unser Rätsel vom 12. September zusammenfassen. Wie Hans Muglach und Johann Heis gleich richtig bemerkt haben, handelte es sich um das Haus Kirchgasse Nr. 5 (heute Daxgasse 11). Ursprünglich befand sich das Haus im Besitz der Familie Egger (nicht verwandt mit dem Autor dieser Zeilen ;-), ehe es durch Heirat in das Eigentum der Familie Fischler überging.

Um die Jahrhundertwende richtete dort Ingenuin Fischler für seinen Sohn Ludwig (1877-1939), der wie sein Vater Metzger war, ein kleines Geschäftslokal ein. Da der Platz im Gebäude sehr beschränkt war und daher weder an die Einrichtung eines Schlachtraumes noch an die Unterbringung eines Maschinen- und Wurstraums zu denken war, ließ Ludwig Fischler das alte Gebäude im Jahr 1907 abreißen und an der selben Stelle ein größeres Haus errichten. Im Rückblick schrieb er darüber:

„Nach einem Jahr schwerer Arbeit schaffte ich in den neuen großen Räumen, die zur damaligen Zeit als modern eingerichtet galten, das Haus ist größer geworden, als ich wollte und habe mir damit eine große Schuldenlast auferlegt. Neben meiner geschäftlichen Arbeit habe ich früh morgens u. bis spät in die Nacht hinein das ganze Erdreich, das zu dem großen Bau ausgehoben wurde, selbst weggeführt, hatte ein Pony, ein flinkes, starkes Pferd, das sich nicht von jedem leiten ließ, aber zu mir passte. Wir hatten die gleichen Eigenschaften, ein Schnalzer und dahin ist es gegangen […]. Heute reut es mich noch, daß ich damals so geschuftet u. geschunden habe für andere, bis zum Kriege haben wir uns nichts vergönnt.“

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-Dig-773)

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