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Ein Kaiser-Double?

Ein Kaiser-Double?

Ist er’s oder doch nicht? Zumindest auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich bei unserem Titelfoto um ein Portrait von Kaiser Franz Joseph… aber auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit besteht, er ist es nicht. Wir sehen Adolph Freiherr Zephyris zu Greith (1821-1883) in der Uniform eines Hauptmanns der Tiroler Kaiserjäger, aufgenommen in den 1860er-Jahren. Er entstammte einem alten Geschlecht, das ursprünglich aus Oberitalien stammte, sich aber in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Tirol niedergelassen hatte. Von Erzherzog Ferdinand II. erhielten die Zephyris im Jahr 1588 einen Wappenbrief, drei Jahre später erhob sie Kaiser Rudolph II. in den Adelsstand. Adolfs Großvater Johann Georg (geb. 1730 in Innsbruck, gest. 1790 ebda.) brachte es bis zum Geheimsekretär von Maria Theresia und wurde für seine Verdienste in den erblichen Freiherrnstand erhoben. Sein Sohn Ignaz (1781-1851) schlug die Offizierslaufbahn ein, überstand in den Koalitionskriegen einige abenteuerliche Episoden und beendete seine Karriere schließlich als Feldmarschallleutnant im Jahr 1849.

Adolph Freiherr von Zephyris zu Greith, aufgenommen in einem Atelier der Brüder Friedrich und Gustav Bopp.

Adolph Zephyris trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Offizier bei den Tiroler Kaiserjägern. In den Kämpfen in Oberitalien im Revolutionsjahr 1848 zeichnete er sich im Gefecht bei Gioto (8. April 1848) besonders aus, wofür ihm das Militärverdienstkreuz verliehen wurde. Dennoch stieg er auf der Karriereleiter nur langsam empor. Im Jahr 1863 finden wir ihn als Hauptmann 1. Klasse bei den Kaiserjägern, 1874 wurde er – unter Verleihung des Major-Charakters ad honores – aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhenstand versetzt. Dessen ungeachtet übernahm er das Kommando über den Landesverteidigungsbezirk Innsbruck-Wipptal. Am 20. Jänner 1883 starb er im 62. Lebensjahr in Innsbruck, wo er zwei Tage später auf dem Militärfriedhof beerdigt wurde.

Todesanzeige aus den Innsbrucker Nachrichten vom 22. Jänner 1883.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24589-074-1 / Ph-A-24589-083-1)

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