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Ein Eher Kurzlebiges Schloss

Ein eher kurzlebiges Schloss

Lang hat’s nicht existiert, das Schloss Ruhelust im Hofgarten, dafür aber zweimal. Wie das Schloss Ambras wurde es im Auftrag Ferdinands II. für seine Philippine Welser errichtet – ein Sommerschloss im Rennplatzgarten mit jeweils einem Lustgarten für den Erzherzog und die geliebte Gattin, einen Kammergarten mit Lusthaus und ein Ballhaus. Anders als Schloss Ambras bestand es jedoch hauptsächlich aus Holz und Fachwerk und hat daher nicht bis heute überdauert.

Der Bau alleine war problematisch und musste über Etappen fertig gestellt werden. Begonnen wurden die Arbeiten 1565, aber relativ schnell wurde die Errichtung einiger Teile des Schlosses eingestellt, aufgrund von Beschwerden über die viel zu hohen Kosten. Nach Ankunft Ferdinands II. im Jahre 1567 wurden die gestoppten Baumaßnahmen wiederaufgenommen, aber in bescheidenerer Form. Bis 1572 dauerten die Arbeiten an und zusätzlich fanden dann von 1579 bis 1582 weitere Aufstockungen sowie der Einbau einer Kapelle statt. Da Philippine Welser während dieser Arbeiten 1580 im Schloss Ambras verstirbt, wird Schloss Ruhelust der Wohnsitz der zweiten Gemahlin, Anna Katharina von Mantua und später in weiterer Folge ein Sommersitz von Erzherzog Leopold und Claudia de‘ Medici.

Nur 54 Jahre nach seiner Errichtung, 1636, brannte Schloss Ruhelust zu großen Teilen ab. Erzherzogin Claudia berichtete, dass sie nur mit Mühe die Särge Leopolds und ihrer Tochter retten und in die „Neubaukirche“ (= die Hofkirche) bringen lassen hätte können und es sei bis hinaus zur Jesuitenkirche alles verbrannt. Im Zuge der Inventarrettung wurden auch viele wertvolle Gegenstände gestohlen.

Das Schloss wurde teilweise renoviert und instandgesetzt, aber ein richtiger Neubau – ebenfalls aus Holz und Fachwerk – erfolgte erst wieder um die Jahre 1665 herum. Dieser hielt sich dann für 63 Jahre bevor er 1728 erneut abbrannte, dieses Mal restlos. Damit war es vorbei mit Schloss Ruhelust.

Auf den Bildern sehen Sie eine Ausgrabung vom Juni 2003 am Rennweg, mit den eher kläglichen Resten des einstigen Baus: Die steinernen Grundmauern. Die Grabungen selbst wurden durchgeführt im Zuge der Errichtung einer Tiefgarage.

Der zweite Brand im Jahre 1728 wird übrigens auf einem Gemälde von M. I. Mildorfer dargestellt, welches sich heute im Besitz des Ferdiandeums befindet.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-30552, Provenienz Hr. Sommer)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Wenn das auf der Abbildung die Grundfläche des ganzen Schlosses war, dann war das aber eher das Schloss eines Zwergenkönigs, oder? Oder sehen wir hier vielleicht doch nur die Grundmauern der herzöglichen Gästetoilette? ^^

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