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Ein Ansitz Voller Poesie

Ein Ansitz voller Poesie

Der Lyriker Hermann von Gilm wohnte von 1829 bis 1840 im Ansitz Ettnau in der Höttinger Gasse 25. Eine Gedenktafel erinnert noch daran.

Der Ansitz wurde von Johann Baptist von Ettnau gegen Ende 17. Jahrhundert errichtet. Bis 1806 diente das Gebäude als Amtssitz des vierzehn Gemeinden umfassende österreichischen Landgerichts Sonnenburg im Inntal und war zugleich Wohnsitz des jeweiligen Pflegers. Mit dem Erwerb des Anwesens 1871 durch Franz Malfatti wurde der Ansitz auch „Malfatti Schlössl“ genannt.

Zum Abschluss ein Gedicht von Hermann von Gilm

Die Kuh

Immer, wenn am Hügelabhang
Vers‘ ich schreib‘, kommt eine Kuh,
Schaut mit ihren frommen Augen
Mir oft stundenlange zu.

Und ich deklamiere manchmal
Ihr mit lauter Stimme vor,
Und sie lauschet so verständig,
Und sie horchet mit dem Ohr.

Während eitle schöne Damen
Meiner spotten, so ein Vieh
Hat oft mehr als kluge Menschen
In dem Herzen Poesie.

(Hermann von Gilm, Gedichte Gesamtausgabe, Herausgeber: Rudolf Heinrich Greinz, Reclam Verlag 1894)

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24488-2-18, 18.10.1960)

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