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Das Ende Eines Wahrzeichens

Das Ende eines Wahrzeichens

Über nahezu hundert Jahre verband die Kettenbrücke die Stadt mit Mühlau. In dieser Zeit wurde die Brücke mit ihren mächtigen Ketten und den beiden Ufertoren zu einem der Innsbrucker Wahrzeichen und noch heute ist sie in Namen wie „NMS Kettenbrücke“ oder „Sanatorium Kettenbrücke“ präsent.

Die Kettenbrücke in ihrer ganzen Pracht, aufgenommen von Anton Kogler um 1890. Die Baukosten beliefen sich auf 206.00 Gulden (das entspricht in etwa 4,7 Millionen Euro).

War die Kettenbrücke zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung im Jahre 1843 hoch modern, so wurde ihr Zustand zu Mitte der 1930er-Jahre als „gefahrdrohend“ bezeichnet. Die Erhaltung der Kettenbrücke sei kostspielig, die beiden Ufertürme seien „wegen der Unübersichtlichkeit Verkehrsfallen schlimmster Sorte“ und – last but not least – hätte die Innverbauung dazu geführt, dass „der rechten Brückenturm […] 13 m in das Regulierungsprofil hinein[reiche], was aus hydrotechnischen Gründen auf die Dauer unhaltbar ist.“

Kurz und gut – die Kettenbrücke müsse früher oder später einer neuen, modernen Stahlbetonbrücke weichen, so die damals im Landesbauamt vorherrschende Sichtweise. Im Oktober 1936 fasste der Innsbrucker Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss und im November des darauffolgenden Jahr wurde mit der Realisierung des Vorhabens – im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms des autoritären Ständestaates – begonnen.

Am Montag, den 21. Feber 1938, begann schließlich das letzte Kapitel in der Geschichte der alten Brücke – mit „Krampe und Säge“ begann der Abbruch:
„Die Quadern der Brückentürme werden in die Widerlager der neuen Brücke eingebaut werden; das Holz der Brückenbahn wird für den Bau der Notbrücke verwendet: die riesigen Ketten aber wandern gar zum alten Eisen!“ (Immerhin eines der Kettenglieder hat es zu uns ins Stadtarchiv geschafft.)

Der Abbruch hat begonnen …

Für die Abbrucharbeiten wurden etwa sechs Wochen veranschlagt. Während dieser Zeit pilgerten zahlreiche Innsbruckerinnen und Innsbrucker zur Baustelle. Auch Friedrich Göhlert ließ sich die Abbrucharbeiten nicht entgehen und dokumentierte diese mit seiner Kamera. Ihm verdanken wir diese Aufnahmen.

Todesmutig balanciert einer der Arbeiter auf dem hölzernen Gerüst. Quer durch das Bild verlaufen noch die Ketten der alten Brücke.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sammlung Kreutz-Göhlert / Ph-D- 50-G)

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