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Bier, Garten Und Operette

Bier, Garten und Operette

Als das Adambräu 1825 errichtet wurde, hatten sich bereits drei Brauereien in Innsbruck etabliert. Die letzte gerade vor fünfzehn Jahren, als die bayrische Verwaltung sich bemühte den Verlust der Weinanbaugebiete an Italien durch eine höhere Bierproduktion zu kompensieren. Dementsprechend hatte Franz Josef Adam, der in bereits eine Papiermühle in der Stadt besaß, viel mit seiner künftigen Konkurrenz zu kämpfen, ehe ihm der Bau gestatten wurde. Auch nach der Eröffnung protestierten seine verärgerten Kollegen erneut gegen die neue Brauerei. Nach seinem Tod nur fünf Jahre später gelang es seiner Frau noch den Betrieb für einige Zeit zu halten, ehe sie ihn schließlich verkaufen musste. Weitere Details dazu finden sich im Artikel „Adam ohne Eva

1886 wurde das Adambräu durch den Baumeister Josef Spörr um einen Gartensalon sowie einen Musikpavillon erweitert, der am 1. Mai zum Spiel des in Innsbruck stationierten 73. k.u.k Infanterieregiments eröffnet wurde. Bereits vor dieser Erweiterung bot das Brauhaus Platz für zahlreiche Veranstaltungen von Versammlungen von Genossenschaften und Vereinen bis zu Konzerten der Militärkapelle. Danach kamen auch u.a. Faschings- und verschiedene Benefizveranstaltungen und Operettenaufführungen hinzu. Die zahlreichen Veranstaltungen, die, genauso wie die kulinarische Begleitung, oft von lokalen Zeitungen gelobt wurden, zogen laut den Innsbrucker Nachrichten gerne ein distinguiertes Publikum an. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wechselte das Brauhaus mehrmals den Eigentümer, bis 1917 hatte die Brauerei sage und schreibe dreizehn Besitzer gesehen. Danach wurde es von einer Vereinigung von Tiroler Gastwirten, der Innsbrucker-Gastgewerbe-Brauerei GesmbH übernommen und wurde in den folgenden Jahrzehnten erneut mehrmals umgebaut und erweitert. Nach dem Abriss 1995 blieben nur das neue Sudhaus und Kühlschiff erhalten, die in den späten Zwanzigern bzw. frühen Dreißigern errichtet wurden.

(Beitragsbild unter Verzeichnis Bi-294)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Was für Gewässer sind da zu sehen – ist die Darstellung realitätsnah? Der Sillkanal befand sich jedenfalls dort in der Nähe, lieferte er das zum Bierbrauen benötigte Wasser? Das Gewässer links im Bild sieht nach einem Kanal aus. Das rechts jedoch lässt eher an ein stehendes als an ein Fließgewässer denken, eine Verbindung zu dem mutmaßlichen Kanal nicht sichtbar. Ist darüber mehr bekannt?
    Auch scheint das Häusermeer von Wilten ein gutes Stück tiefer zu liegen, das Bodenniveau der Fabrik dem Dachniveau der südwestseitigen Umgebung zu entsprechen. Ist das realitätsnah dargestellt? Wurde hier etwa im Lauf der Jahrhunderte (wie dramatisch das klingt) eine Geländekante von der Stadt durch immer neue Bebauung verschluckt? Dafür gibt es ja anderswo gute Beispiele mächtiger alter Städte, Manchester etwa ist aufgebaut wie eine Lasagne, „arches upon arches“, dort gibt es als Ergebnis dieses langsamen vertikalen Schichtwachstums ganze Untergrundstädte.

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