Waffen-Neuheiten
1854 gründete Johann Peterlongo in Innsbruck eine Waffenfabrik und richtete die Firma im Palais Sarnthein (Maria-Theresien-Straße 57) ein. Er war nicht nur als Waffenhändler tätig, seine Firma verkaufte ebenfalls Hüte und „Galanteriewaren“, also was man heute eher als (Mode-)Accessoires bezeichnen würde, aber auch gelegentlich verschiedenste Produkte wie zum Beispiel Hühneraugenpflaster. Doch vor allem das Waffengeschäft entwickelte sich rasch.
Besonders unter seinem Sohn Hans Peterlongo (1854–1930) expandierte das Unternehmen und brachte es zu einer internationalen Reputation. Er rückte bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges trotz seines fortgeschrittenen Alters (er war bereits 60 Jahre alt) ein und diente als Offizier in der k.u.k. Armee. Er war auch im zivilen Leben engagiert, die Gründung des Innsbrucker Reitklubs sowie der Privatschützengesellschaft Mühlau gingen auf ihn zurück. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums seiner Firma wurde ihm das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Fabrik durch einen Bombentreffer zerstört, aber bald wiederaufgebaut. Unter den amerikanischen Besatzungstruppen waren die Waffen sehr beliebt und viele kauften dort ein Jagdgewehr. Wohlhabende GIs konnten sich auch eines speziell anfertigen lassen – ein Soldat bezahlte $167 dafür (heute knapp $2.000). Die Gewehre waren als besonders treffsicher und edel gearbeitet bekannt. So hatte die Firma auch die zweifelhafte Ehre, dass Jagdexpeditionen nach Afrika allein mit ihren Waffen ausgestatten aufbrachen.



(Signatur Fl-301)
Was mich fasziniert ist, dass man neben einer Waffe auch Hühneraugenpflaster kaufen konnte (oder bekam man die als Zugabe, wenn ma a ordentliche Krachn kauft hat ?). Interessant wäre auch der Erfolg derselbigen letschtens Erwähnten. Ich meine, wenn ich Einem den Kopf wegballer, liegt der Erfolg auf der Hand. Aber haben die Hühneraugenpflaster auch so gewirkt? Wenn eine(r) der AnwenderIhnen noch lebt, bitte um Mitteilung der Erfahrungen !
Früher war es oft so, dass hühnerauggeplagte Waidmänner kurzen Prozess machten und sich die unerträglich wehe Zehe kurzerhand weggeschossen haben. Die neu angebotenen Hühneraugenpflaster waren dann der Renner.