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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Vor Dem Abgrund

Vor dem Abgrund

Wir sehen einen ordentlichen Abgrund einer Schottergrube. Von unten. Die Abbruchkante scheint weitgehend ungesichert zu sein. Gut, dass wir nach oben schauen. Das reduziert die Absturzgefahr.

Diese Aufnahme bietet aber einen Haufen von Beobachtungen. Der hohe Kamin, die Häuser „oben“ und die Gebäude „unten“. Diese scheinen irgendwie noch im Rohbau zu sein. Nicht verputzt, Erdhäufen davor und keinerlei Anzeichen von irgendwelcher Produktivität. Dafür sehen wir hier die weltweit einzige (?) Fabrik mit Balkon im zweiten Stock. Wenn man genau schaut, scheint das auch das Gebäude mit der hohen Esse zu sein. Weniger romantisch dürften die vermutlich zugemauerten Fenster sein. Rechts ist noch eine Schottergrube.

Und oben? Die adretten Häuschen stehen noch einigermaßen verstreut herum. Heute nicht mehr. Auch von den grünen Wiesen ist heute nur mehr ein kleiner Teil erhalten. Wenn ich mich nicht täusche, gab es dort einmal ein Vorkommen der Innsbrucker Küchenschelle. Inzwischen ist das Pflänzchen weitgehend ausgerottet.

Interessant ist die Wetterlage. Ein ordentlicher Hochnebel. Ob das für ein „Oberhell“ reicht? Ein Begriff, der wohl auch schrittweise verschwindet. Aber hier? Eher nicht. Das schaut doch zu dicht aus. Einfach nur Späherbst.

Der Spuren sind genug gelegt. Wir Alle freuen uns über Ihre weiteren Erkenntnisse.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Kr/Ne-7863)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Ja, so sahen vom Zug (und der Hallerstraße ) aus die Abbrüche sowohl am Arzler Kalvarienberg als auch am benachbarten Abhang aus – Rohstoffgewinnung vermutlich für die Ziegelei (Mayr).
    Kaum zu glauben, daß das alles wieder „verwachsen“ konnte – in den letzten 70, 80 Jahren…

  2. Da sind wir aber in Hötting. Die nahen Häuser, eines mit Schlot, stehen noch heute Ecke Fürstenweg/Bachlechnerstraße. Firma Me-Del. Und irgendwo gibts mindestens einen Vorläuferbeitrag.

    1. Da ich im hinteren dieser Gebäude mein Büro bei MED-EL habe, kann ich, falls dort tatsächlich der Fürstenweg ist, mit Sicherheit sagen, dass das nicht mehr die gleichen Gebäude sind wie abgebildet. Die vorhandene Bausubstanz dürfte aus den späten 1950ern bis frühen 1960ern sein und lechzt in ihrer Hässlichkeit und vollkommenen Unzulänglichkeit als zeitgemäßes Bürogebäude schon längst nach der Abrissbirne. Hier ist nichts mehr zu sanieren, im Gegensatz zu anderen alten Industriegebäuden am MED-EL-Campus, die vorbildlich saniert und modernisiert werden konnten.

      Wirklich interessant finde ich aber die Abbruchkante in der abgebildeten Form. Es ist heute schon auch noch eine Kante wahrnehmbar und sie ist nicht überall bewachsen, aber das, was hier zu sehen ist, ist ja eine richtig hohe Klippe. Man wundert sich, dass es da keine Hangrutschungen nach Starkregen gab (und gibt).

      1. Einspruch. Wie man mit der 3D Ansicht auf Google Maps sieht, entsprechen diese alten Gebäude (einstöckig länglich mit Schlot und die zwei ebenerdigen Gebäude), wenn Fensterzahl und -anordnung als Beweis gelten, dem Altbestand von heute. Mit Hilfe der Luftbilder stellt man fest dass die Häuser zwischen 1953 und 1958 gebaut worden sind. Auch das Orthofoto von 1970 und z.B. 2003 und 2022 zeigt außer Erweiterungen die selben drei Gebäude.
        Das Titelbild des Beitrags https://innsbruck-erinnert.at/mit-kurt-reuter-1955-durch-innsbruck-iii/ zeigt den Gebäudekomplex fast fertig in der Bauphase, der Titel nennt das Jahr 1955 als Zeitpunkt der Baustelle, was ja auch zusammenpaßt.
        Oder haben Sie das „neue“ Gebäude daneben an der Bachlechnerstraße gemeint? Das steht auch schon seit 1970.

        Was mich interessiert, ist die Beschaffenheit des Geländeabbruchs, ich vermute einmal, dass das kein Schotter, sondern so eine Art zusammenklebende Breccie ist. Oder Bereckchzie. Oder ein Material ähnlicher Beschaffenheit. Einmal die Straßenbahn bis zum EKZ West bemühen.

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