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Na Bumm!

Na bumm!

Was heute zum Glück undenkbar scheint, war in der Zwischenkriegszeit keine Seltenheit. Geschützdonner rollte von den Berghängen in die Stadt hinab, während auf den Höhen rund um Innsbruck Kanonen des Bundesheeres mit scharfer Munition schossen. So führte etwa die Brigadeartillerieabteilung Nr. 6 im Oktober 1926 am Patscherkofel mehrtägige „scharfe Schießübungen in dem Raum Notwandspitze-Morgenkogel-Kreuzspitze-Gamslauerspitze“ durch. In den 1930er-Jahren wurde dann die Seegrube wiederholt zum Übungsgebiet. Gleich vier Mal – im Dezember 1933, im November 1936 sowie im Juni und Dezember 1937 – führte das Bundesheer dort Schießübungen durch. Im Vorfeld wurde die Bevölkerung durch entsprechende Verlautbarungen in den Tageszeitungen informiert. So meldete etwa der Tiroler Anzeiger am 15. Juni 1937 unter der Überschrift „Artillerieschießen auf der Seegrube“:

„Das Leichte Artillerieregiment Nr. 6 wird am 23. Juni von 13 bis 17 Uhr von der Seegrube aus gegen das Brandjoch scharfe Artillerieschießübungen durchführen. Der gefährdete Raum erstreckt sich von der Seegrube nach Norden über die Seegrubenspitzen-Frau-Hitt-Sattel, nach Süden über Höttinger Alpe gegen Brandjochboden. Die über die Magdeburger Hütte, über Jagerhütte, Aschbachhütte, Achselkopfbodenhütte, Galtalm, Umbrückleralm und gegen die Roßfallhütte nach Norden führenden Wege werden für die oben angegebene Zeit durch Posten gesperrt. Das Betreten des dazwischenliegenden Raumes ist, weil lebensgefährlich verboten. Für Zuseher wird seitens der schießenden Abteilung auf der Seegrube ein entsprechend günstiger Platz freigehalten. Nach Beendigung des Schießens etwa aufgefundene blindgegangene Geschosse sind an der Fundstelle zu belassen und nicht zu berühren. Vom Funde ist das Kommando des Leichten Artillerieregiment Nr. 6 in Innsbruck, Saggenkaserne (Telephon 407) zu verständigen, welches die Sprengung dieser Geschosse veranlassen wird. Während des Schießens wird auf der Hafelekarspitze und westlich der Seegrube eine weiß-rote Fahne gehißt sein.“

Die Frau-Hitt-Warte diente während der Schießübungen als Beboachterstand, so auch am 23. Juni 1937. U.a. sind Oberst Reichel (1), Kdt. des Leichten Artillerieregiments Nr. 6, Gend.-Stabsrittmeister Alfred Pachernigg (2), Kommandant der Abteilung Innsbruck Nr. 1 und Rev. Insp. Karl Wirl (6), Kommandant des Gend.-Posten Hungerburg zu sehen.

(Quelle: LPD Tirol, Chronik des Gendarmerieposten Hungerburg ad Hötting)

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