Lichtpause in der Volkschule
Dieses Foto zeigt eine unscheinbare zentrale Straße der Stadt, die gerade deshalb auf unserem Blog immer wieder (hier, hier und hier) gezeigt wurde. Da wir davon ausgehen, dass Sie als treue Leser:in dieser Seite alle Bilder-Standort-Rätsel schon gesehen und die Auflösung memoriert haben, können wir gleich für eine Rundschau „ins Bild selbst“ steigen.
Da liegt sie nun, die Angerzellgasse. Der Entstehungskontext ist (wie beiden Bildern des gestrigen Beitrags) ein Stadtrundgang von Innsbrucker:innen, die wie die Herren Thien und Newesely, bei der größeren oder kleineren Runde stets die Kamera dabei und eine Film eingelegt hatten. Für uns sind diese Dokumente unschätzbar wertvoll, noch viel mehr als die zwar schönen und ambitionierten Ausflugsfotos, die bei Bergtouren und Spaziergängen in die nähere Umgebung entstanden sind.
Die auf bunte Kartons arrangierten Albumblätter aus der Sammlung Markus Wilhelm (Sölden) sind von Gustl Mayer (Dr. August Mayer, geb. 1881 in Selzthal, gest. 1956 in Innsbruck) und seiner dritten Frau Paula Mayer geb. Würtele (*1891 in Kufstein, +1967 in Innsbruck) angelegt worden. Die beiden wohnten in der Staatsbahnstraße 2 (später Egger-Lienz-Straße 2 genannt); August war über die Jahre Bahnkonzipist, Kommisär, Oberkommissär, Bahnrat und Oberbahnrat gewsen, Paula städtische Kindergärtnerin.

In dem niederen Haus auf dem Titelbild – heute steht dort die Volksschule Innere Stadt -mit der Adresse Angerzellgasse 16a lebten und werkten über die Jahre viele verschiedene Menschen und Betriebe. In den 1920ern bestand hier die Lichtpause-Anstalt des Friedrich Mayer, später hatte der Handelsvertreter Friedrich Murauer hier seine Niederlage. Ein Farbenladen der Johanna Schretthauser und der Künstler Demetrius Kristanoff nützten die Gebäude nach dem Krieg und führten auch die Lichtpause weiter.
Die heute völlig verschwundene Lichtpause oder Diazotypie war ein Positiv-Koperverfahren, das großteils von technischen Büros genutzt wurde. Ab 1906 in den Adressbüchern, sind bis 1990 alle einschlägigen Angebote in Innsbruck verschwunden. Die erzeugten Paus-Blätter werden ihnen bald folgen… die verewendete Farbe löst sich bei Kontakt mit Sauerstoff vor-zu auf.
Um Gottes Willen, Herr Hofinger, bessern’s im Text schnell den Makkus aus!! Ich nehme ja an, dass es dabei um dem Alleswisser aus dem Ötztal geht (Frau Stolz hat übrigens in einem anderen Beitrag auch danach gefragt)
Danke, erledigt!