Unterwegs in der Stadt_17_Auflösung
Wie Frau Pöll richtig erkannt hat, zeigte mein Rätsel der letzten Woche die Unterkirche im Dom, in die es mich eher zufällig – und bewusst zum allerersten Mal – verschlagen hat. Sie wurde im Zuge der Renovierung von 1990-93 eingebaut, damit sich die Gläubigen für Ihre Gebete an einen stillen Ort zurückziehen können.
Es ist ein wirklich spannender Gegensatz, vom geschäftigen, großen, hellen, barocken Dom mit dem opulenten Bildprogramm und den verschnörkelten Verzierungen, hinunter in die stille, kleine, etwas dunkle, moderne Kapelle mit ihren einfachen, klaren Linien.
Aber auch die durch den Liechtensteiner Künstler Georg Malin in Zusammenarbeit mit Architekt H. Dreger vom Bischöflichen Bauamt gestaltete Kapelle hat einiges an Symbolik anzubieten, wie ein Wandbild erklärt: Der ovale Raum soll ein Abbild des Universums darstellen, in dem das Licht der Welt sichtbar wird. Der dunkle Taufstein aus afrikanischem Granit symbolisiert den Wirbel des Geheimnisses der Dreifaltigkeit. Vom Taufstein führt ein an einen Zebrastreifen erinnernder Weg zum schlichten, ebenfalls aus dunklem Marmor errichteten Altar. Links ist der Tabernakel an einer Himmelsleiter angebracht, rechts ist das mit Gittern versehene Tor zur Krypta zu sehen.

An der Raumrückwand neben dem Eingang zur Sakristei stehen die in Emaille und Stahl gearbeiteten Behälter für die heiligen Öle – Chrisam, Katechumenenöl, Krankenöl – die am Gründonnerstag im Dom für die gesamte Diözese geweiht werden.
(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Dig-3017, Ph-Dig-3018)
Wie sich ein Architekt (und ein beliebter Bischof) eine Andacht vorstellen…Oben konterrevolutionärer, äh gegenreformatorischer Jubeldekor mit Wallfahrtsbild, die Beitragszahler schickt man in den Keller zum Beten. Opferstock neben der Stiege.
Grantig weil Schnee.