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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Montana Austria

Montana Austria

Erst nach der Installierung einer Anflughilfe für den Flughafen Innsbruck, welche kurz vor der Eröffnung der XII. Olympischen Spiele in Innsbruck (4. – 15. Februar 1976) am 29. Jänner 1976 in Betrieb genommen wurde, konnte nach der seit 1. November 1969 bestehenden Krise (Verlust der Hauptstützen des lokalen Flugbetriebs: Austrian Airlines und Swissair) schrittweise das Verkehrsaufkommen am Innsbrucker Flughafen wieder gesteigert werden. Dabei sorgte am 5. März 1977 die Landung einer vierstrahligen Boeing 707-138B (Registrierung OE-IRA) der Montana-Flugbetrieb GmbH für ein großes kurzfristiges Aufsehen in der Tiroler Landeshauptstadt. Einerseits nicht nur durch den aufgetretenen Fluglärm, sondern für die Luftfahrtenthusiasten auch die für Innsbruck völlig unbekannte Größe dieses Flugzeugs. Die von Flugpilot Hans-Jörg Stöckl 1975 gegründete Fluggesellschaft, welche sich im Außenauftritt unter MONTANA AUSTRIA präsentierte, nahm ihren Flugbetrieb am 7. November 1976 mit der Strecke Wien-Bagdad-Bangkok auf. Neben Passagierflügen nach Asien und New York absolvierte dieses Flugunternehmen auch weltweite Frachtflüge. Mit der ersten geleasten Boeing 707-138B (Kennzeichen: OE-IRA) führte Hans-Jörg Stöckl am 5. März 1977 einen Trainingsflug von Wien nach Innsbruck und retour mit einem jeweiligen Zwischenstopp in Linz durch. Obwohl dieser Sonderflug problemlos abgewickelt wurde, erfüllten sich für den Innsbrucker Flughafendirektor Dr. Paul Schneider etwaige Überlegungen für Passagierflüge Innsbruck-New York nicht. Der Bestand dieser Airline, welche immerhin über drei geleaste Maschinen (zwei Boeing 707-138B – Kennzeichen: OE-IRA/OE-INA und eine Boeing 707-396C-H – Kennzeichen: OE-IDA) verfügte, war nur von kurzer Dauer, denn schon am 24. Juli 1981 musste diese ihren Konkurs anmelden. 

Boeing 707 der Fluglinie Montana, aufgenommen 1977 bei der Landung am Flughafen Innsbruck.

Mehr zur Geschichte des Innsbrucker Flugwesens können Sie im Jubiläumsband nachlesen.

Autorin: Tanja Chraust / Fotos: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-19544 / Ph-19545 (Fotos: Richard Frischauf)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Ich saß gerade den warmen Frühlingstag nutzend am Balkon, als dieses Flugzeug über das Haus drüberrauschte. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich realisierte dass das jetzt tatsächlich eine 707 war. Da war der Vogel schon über Götzens und gleich einmal hinterm Wald verschwunden. Dann sah ich das Flugzeug noch einmal als es über Axams nach Kematen und Richtung Flughafen einkurvte. Wahnsinn!
    Schnell ins Auto und zum Flughafen. Gottseidank, sie stand noch da. Es hätte ja sein können, dass sie sich nach einem touch-and-go wieder Richtung Unterland vertschüsst hätte. In der Aufregung hab ich den Fotoapparat vergessen…Dabei war es damals noch möglich, die Abstellfläche zu betreten und anschließend das Flugzeug. Man konnte sogar einen Blick ins Cockpit werfen, die Anflugkarten lagen vor der Windschutzscheibe.

    Ich fuhr wieder heim, der Abflug war erst für en Nachmittag geplant. Den verfolgte ich dann von einem Kahlschlag des Nattererbodens aus, von dem man bequem zum Flughafen sah. Die fast leere Boeing war schon nach 1000 m in der Luft. Und kam nie wieder. Das wußte man aber damals nicht.

    Die Pläne, Innsbruck in die New York Route einzuschließen, waren sehr konkret. Im Flugplan für 80/81 waren die Ankunfts- und Abflugzeiten abgedruckt, und an der Anzeigetafel des Airprots – eine simple schwarze stoffbedeckte Tafel mit weißen Steckbuchstaben aus Plastik – war der Flug schon angekündigt. Leider hab ich kein Foto.

    Hier die Innsbruck relevanten Teile des Montana Flugplans: https://postimg.cc/GHQFF3J1

    In meinem späteren Berufsleben hatte ich eine Arbeitskollegin, die das Pech hatte, dem Montana Zusammenbruch zum Opfer zu fallen. Sie war mit einer anderen Fluggesellschaft zu einer USA Reise aufgebrochen und wollte die Chance nutzen, mit dem ersten Montanaflug direkt von New York nach Innsbruck fliegen zu können. Es gab damals keine Handys, analog nach Europa zu telefonieren war sehr teuer (und was soll man auch sagen, hallo i bin’s, seits-es-es -a?), ihr Aufenthalt nicht bekannt. Der langen Rede kurzer Sinn, als sie in New York zum Flughafen kam, erfuhr sie, dass es eine Montana Airline nicht mehr gab. Das Dumme war nur, dass sie ihr Budget recht genau kalkuliert hat und nun nahezu mittellos da stand. Kreditkarten hatten europäische Touristen auch noch nicht, nur die umständlichen Reiseschecks. Die österreichische Botschaft hat ihr dann das Geld für die Rückreise vorgestreckt.

    Trivia: Die -138er Serie der Boeing war eine Langstrecken Version der eiegntlich für Mittelstrecken geplanten ersten Serie 707-100 speziell für die australische Quantas, die respektable Langstrecken bediente und lieber Sprit als eine große Zahl schwere Passagiere transportierte. Die genaue Bezeichnung war 138B. Das B kennzeichnete die damals ganz neuen leiseren und effizienteren Mantelstromtriebwerke.

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