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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Königliche Katholische Konvertierung

Königliche katholische Konvertierung

Am 3. November 1655 wurde in der Hofkirche ein feierlicher Glaubensübertritt gefeiert. Die in den Schoß der Kirche zurückgekehrte war keine geringere als Christina von Schweden, die ein Jahr zuvor auf ihren Thron verzichtet hatte. Obwohl sie nicht mehr die schwedische Krone trug, war diese Konversion dennoch ein großer Erfolg für die katholische Kirche, denn Christina war auch die Tochter Gustavs II. Adolf (1594–1932). Die Tochter des Vorkämpfers der Protestanten war wieder zum katholischen Glauben übergetreten, wenn das kein Wink höherer Mächte war…

Dementsprechend ließ man sich bei den Feierlichkeiten in Innsbruck nicht lumpen – wobei man Ferdinand Karl (1628–1662) sicherlich nicht lange überreden musste, der Tiroler Landesfürst fand immer einen Anlass sich mit Feierlichkeiten in neue Schulden zu stürzen. Das Highlight des Festes war die Premiere der Oper L’Argia von Antonio Cesti im neuen errichteten Theater am Rennweg, die stolze sechs Stunden dauerte.

Christina (bzw. seit ihrem Glaubenswechsel Maria Alexandra), war Ferdinand Karl in Hinblick auf mangelnden Blick auf Finanzen nicht unähnlich. Sie unterstützte zahlreiche Künstler während ihrer Herrschaft und förderte die Universität Uppsala, zusammen mit ihrer aufwendigen Hofhaltung brachte sie damit ihr Land jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Leidenschaftlich sammelte sie Kunst, wobei die Tatsache, dass sie den gewaltigen Raub von Kunstschätzen während der schwedischen Besetzung von Prag gutgeheißen hatte, wohl ein etwas unangenehmes Thema bei den Feierlichkeiten in Innsbruck gewesen wäre.

Sie hatte kein übermäßiges Interesse am Regieren, bereits 1650 hatte sie überlegt abzudanken, 1654 vollzog sie diesen Plan schließlich nach Verhandlungen mit dem Riksdag über ihre Abfindung. Im Anschluss an ihren Glaubensübertritt in Innsbruck zog sie nach Rom, wo sie ein Theater gründete, in dem auch Frauen auftreten durften (aus diesem Grund wurde es vom Papst nach einigen Jahren auch wieder geschlossen). Sie starb 1689.

(Signatur Ph-30681)

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