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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
In Richards Müllerversum III

In Richards Müllerversum III

Der Mandelsberg, nicht weit hinter den Aschanti-Hügeln am Sultaninensee im Studentenfutterland gelegen, ist eine reine Fantasielandschaft der Generation, die mit Geschichten von Grießbreibergen und vom Himmel fliegenden gebratenen Hühnern den Umstand kompensieren mussten, dass viele Jahre nicht Milch und Honig durch die Gassen von Innsbruck und Umgebung geflossen sind.

Unsere lokalhistorisch vorgebildete Leser:innenschaft weiß natürlich, dass ein gewisser Mandelsberger zu Bewässerung der Wiltener Wüsteneien beigetragen hat, ganz ohne Simsalabim und Hokuspukus, sondern mit jener unter der dem Ingenieur eigenen akribisch-nüchternen Annahme, dass man aus dem wasserreichen Mittelerdegebirgsland das die für Trank und Kanal nötigen Tropfen auch in die noch gar nicht gebauten Wiltener Neubauviertel leiten würde können.

Hier steht er nun vor uns, der Beginn des Mandelblocksbergs vulgo Mandelsbergerblocks. Das Foto von Richard Müller ist zwischen 1913 und 1927 entstanden, die restlichen Gebäude wurden erst 1928 erbaut und ab 1929 bezogen. Das Adressbuch nennt die Adresse ein Mal Mandelsbergerblock 1-19, dann wird sie auf der „Südring-Seite“ zum oft verwechselten „oberen“ Fürstenweg Nummer 2-6, etwas später die Egger Lienz Straße 90-94 oder ums Eck die Holzhammerstraße 14-18 und die Noldinstraße 1-11. In der Mandelsbergerstraße kamen die Häuser Nummer 13 und 15 zu der hier zu sehenden Zeile des Beamten-Wohnungsvereins links (17 und 19) und des privat errichteten Eckhauses Nro. 21 (Erbauerin und erste Eigentümerin war laut Adressbuch 1913 Frl. Stefanie Vallazza).

Eingezogen sind in den Block (den man hier noch nicht sieht) ab 1928 die Familien städtischer Angestellter, vom Gefällsaufseher Heinzle bis zum Exekutionsoffizial Hoppichler aber auch jene des (Nordpol-? Nanga Parbat-?) Expeditionsleiters der Tyrolia Henninger sowie eine große Zahl Eisenbahner.

Neue Geschäfte kamen dazu, der Kaufmann Josef Melichar (Ecke Andreas-Hofer- und Fischerstraße) schickte seinen Bruder Emil in die neue Ecke, die später zur Noldinstraße wurde. Dazu kamen der Krämer Alois Gächter und der Metzger Josef Vojdic.

In unserer bis 6. Februar 2026 verlängerten Ausstellung „Suche Wohnung!“ kommt der Mandelsbergerblock auch kurz vor, da er wie der Sennblock und der Pembaurblock als Nachfolgeprojekte des städtischen Wohnungsbaues im Schlachthofblock zu einer ersten Serie von Projekten gehörte, durch die das Innsbrucker Wohnungsamt seit der Zwischenkriegszeit auch eigene Objekte vergeben konnte und kann. Hier im Bild sozusagen nur die „Erfindung der Mandelsbergerstraße“

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Diese Aufnahme freut mich natürlich. Im Hintergrund sehe ich meine alte Heimat die Häuser Völserstr. 49 und 51. Die Umgebung ist ohnehin interessanter als das damals (1915) neue Eckhaus. Linker hand sieht man den Lagerplatz der Baufirma Retter (noch nie auf einem Foto gesehen), ein weiterer Lagerplatz ist rechter Hand zu sehen, die Aufschrift „Zimmerplatz“ ist mir neu. In der Gegend gab es dann die Spedition Neumayr, aber was man hier sieht, steht stadteinwärts auf der linken Seite der damals ohnehin nur als Weg verhandenen Innerkofler Straße.
    Zu den im Lauf der Zeit im Mandelsbergerblock untergebrachten Geschäfte: Nach dem WK2 gab es an beiden Ecken der Noldinstraße je ein Lebensmittelgeschäft, Ecke Mandelsbergerstr. eine Konsumfiliale, an der Holzhammerstraße den Gächter. An der Südwestecke nichts, an der vierten Ecke dann einen Metzger (Mayr) und einen Friseur (Grünbacher):
    Das hier gezeigte Eckhaus war immer etwas upper crust, hatte nichts mit den Eisenbahner und ArbeiterGeviert zu tun und wurde auch nicht als Teil des Mandelsbergerblocks angesehen. Die etwas bessere Welt des später Egger Lienz Straße 96 andressierten Hauses kann man, glaub mich nicht zutäuschen, m gerade stattfindenen Klaviertransport.
    Interessant ist der geteilte Verlauf der oberen und unteren Mandelsbergerstraße, der zu einem Platz auf Höhe der Noldinstraße führte. Auf ganz alten Plänen sieht man an dieser Stelle eine vom Bahnübergang im Westen durch die Noldinstraße führende Straße Richtung Zentrum (oder Richtung Stadt, wie es damals hieß). Im Viadukt der Karwendelbahn wurde dieser Planung Rechnung getragen und ein Bogen zu gunsten einer breiteren Öffnung ausgelassen,

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