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Hoppala, Doch Nicht.

Hoppala, doch nicht.

Auch mir ist klar, dass das eigentlich keine Überschrift ist. Vielleicht ist es aber der Gedanke, der der verehrten LeserInnenschaft durch den Kopf gehen könnte, wenn man das Titelbild anschaut.

Ich versuche Sie ein bisschen in die Irre zu führen, obwohl ich das doch so ungern mache…

Entlang einer Mauer fließt ein Bächlein, das weiter vorn in einen anständigen Bach zu münden scheint. Dahinter blicken wir auf eine Innsbrucker Kirche. Da Sie als Christenmensch natürlich alle Innsbrucker Kirchen – sogar von innen! – kennen, wissen sofort, welches Gotteshaus hier abgebildet ist. Das ist doch die Kirche…. Hoppala, doch nicht.

Wie es sich für das ländliche Ambiente der Abbildung gehört, ist die Dorfjugend stets zur Stelle, wenn es was zu sehen gibt. In diesem Fall einen Photographen. So was sieht man nun auch nicht alle Tage. Vielleicht sind noch dazu gerade die langweiligen Sommerferien und seit ein paar Jahren ist die Gegend zu so etwas wie dem Speckgürtel der Stadt geworden. Und mit den neuen Kindern kann man ja nicht spielen. Die sind ja blöd.

Zu beachten ist auch die charakteristische Dachform des Kirchturmes. Diese wurde in Innsbruck nur ein Mal errichtet. Dafür scheint es hier auch in der Nacht nicht allzu finster zu werden, wenn man die Größe der Straßenlaterne betrachtet. Unklar bleibt die Bedeutung und Nutzung des Steinehaufens vor der Kirche. Wenn ich richtig informiert bin, wurde dieser inzwischen durch eine Müllsammelinsel ersetzt.

Am linken Bildrand sind weiße Kleidungsstücke zum Trocknen aufgehängt. Diese könnten zum Elternhaus eines für zahlreiche Brunnen und Denkmale bekannten Innsbrucker Künstlers gehören. Das ist aber schon was für echte Insider.

Jetzt wird sich die LeserInnenschaft in zwei Gruppen teilen: Diejenigen, die seit der ersten Sekunde wissen, welche Kirche wir hier sehen und über meine stümperhaften Versuche Sie zu verwirren, bestenfalls grinsen. Und hoffentlich ein paar Andere, die sich wirklich nicht sicher sind, wo wir uns befinden.

Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-10.591.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Bestimmt eines der schönsten Kirchenfotos aus dem 19. Jahrhundert in Innsbruck!

    Ich möchte nicht zuviel verraten. Die Lösung zu diesem Rätsel wurde am 1. Juli 2020 in einem Beitrag präsentiert und kann daher im Beitragsarchiv dieses betreffenden Monat gefunden werden.

  2. Das äußerst auffällige Hauseck mit der kleinen Rundbogennische existiert übrigens heute noch.
    Die Nische ist gegenwärtig jedoch leer. Damals könnte vielleicht eine Heiligenfigur darin platziert gewesen sein.

  3. Beim mysteriösen „Elternhaus eines für zahlreiche Brunnen und Denkmale bekannten Innsbrucker Künstlers“ kann es sich eigentlich nur um das Gebäude mit der Hausnummer 38 handeln.
    Der Künstler ist Hans Andre, an welchen seit 2020 eine Gedenktafel im Vorraum der heutigen neugotischen Kirche erinnert.
    Von Hans Andre stammt u.a. das Brünnlein unterhalb vom Goldenen Dachl.

  4. Endlich einmal ein Foto von dieser alten Kirche aus der Nähe. Ansonsten kenne ich sie nur aus der klassischen Perspektive von oberhalb Büchsenhausen oder so.

    Wobei ich nicht ungerecht sein will: Sie hatte nur kurze 20 Jahre Bestand parallel zur Möglichkeit überhaupt noch vor eine Linse zu kommen.

    Und die Kuppel im Hintergrund sieht ohne Türme auch fremd aus. Eine kleine Schrecksekunde gab es doch.

  5. Der Zeitpunkt für diesen Beitrag im Monat Oktober ist sicher nicht zufällig gewählt.

    Der Abriss der Kirche erfolgte nämlich im Oktober 1881, also vor genau 140 Jahren!
    Im gleichen Monat wurden übrigens Hans Kelsen und Pablo Picasso geboren.

    Wenn man mit diesem wunderbaren Foto eine Straßenumfrage macht, würden wahrscheinlich 95% der Passantinnen und Passanten nicht wissen, dass dieses Foto tatsächlich in Innsbruck gemacht wurde.

  6. Dies ist eine sehr schöne, und durch zwei „Spitzbuben“ belebte Fotographie der alten Kirche von St. Nikolaus.
    Der Fotograph steht in der Weiherburggasse.
    Der Holzzaun umrandet das Gerinne vom Fallbach, welcher in diesem Bereich heute unterirdisch verläuft.
    Nach der Fallstufe des Baches oberhalb der Häuser Riedgasse 87-89 ist das „Fallgitter“ für den flogenden unterirdischen Verlauf des Baches installiert.
    Bei Verklausungen dieses Gitters in Folge von starken Gewittern rinnt der Fallbach leider heute noch
    oberirdisch über die Ried-, Fallbach- u. Schmelzergasse bis hinunter zur Innstrasse, bis das „Maleur“ von den Hilfskräften wieder recht schnell behoben ist.
    Hinter der Mauer am rechten Bildrand im Zwickel zwischen Weiherburggasse und Fallbachgasse war unseres
    Wissens früher die bekannte Giesserei Löffler, heute sind dort Wohnblöcke.
    Eine Original- Löfflerglocke, gegossen 1597 !!, hängt heute noch im Westturm der Jesuitenkirche zu Innsbruck
    und läutet jeden Mittag zum Angelus-Gebet.

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