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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Festtag In Vill

Festtag in Vill

Wie Sie sich vielleicht noch erinnern, sind wir in den Anfangstagen dieses Blogs bereits einmal beim alten Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Vill vorbeigekommen. Damals wurde auch das große Fest vom 14. Mai 1933 bereits angeschnitten (hier nachzulesen). Nun ist unter den kürzlich digitalisierten Fotoplatten aus dem Archiv von Richard Müller diese fesche Aufnahme aufgetaucht. Sie zeigt die Mitglieder der FF Vill vor ihrem neuen Gerätehaus mit der neuen Motorspritze (Rosenbauer Typ B 48), der neuen Fahne und der Fahnenpatin Irene von Eckhel (1870-1944). Auch lugt die 1932 angeschaffte Zugleiter hinter der letzten Reihe hervor …

Grund genug also, uns mit dieser Aufnahme bzw. zwei Personen, die darauf zu sehen sind, etwas genauer zu befassen. Beginnen wir mit der Fahnenpatin Irene von Eckhel. Sie sitzt, wie könnte es anders sein, direkt vor der neuen Fahne. Über ihre Biografie sind bislang nur einige, wenige Eckdaten bekannt. Als Tochter des Triester Großkaufmannes und Gemeinderates Georg von Eckhel und der Alice von Gasteiger war sie am 25. Jänner 1870 in Triest zur Welt gekommen. Wann genau Irene nach Innsbruck bzw. Vill übersiedelte, lässt sich (bislang) nicht rekonstruieren. In den Innsbrucker Blättern taucht sie 1916 erstmals auf. Sie wohnte – zumindest zeitweise – in der Seilgergasse bzw. am Innrain – und besaß in Vill ein Gut. Zur Viller Feuerwehr hat sie offenbar eine besondere Beziehung, denn noch im Jahr der Fahnenweihe wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt.

In unmittelbarer Nähe zur Fahnenpatin sitzt auch der damalige Kommandant der Viller Feuerwehr, Anton Hörhager (1884-1934). Er dürfte schräg links von der neuen Motorspritze zu sehen sein. Hörhager, der aus Stans stammte, hatte sich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Vill niedergelassen und 1922 die Gutsbesitzerstochter Anna Lusch (1887-?) geheiratet. In Vill führte Hörhager nicht nur das Gasthaus Turnbichl. Er rief dort auch im Jahr 1926 einen Verschönerungsverein in ins Leben, wirkte als Gemeinderat und bekleidete von 1928 bis zu seinem frühen Tod im November 1934 die Stelle des Feuerwehrkommandanten. Im Mai 1926 hatte Hörhager „beim Schottergraben in der Tiefe von zirka 70 Zentimetern ein menschliches Skelett ge­funden. Nach Ansicht der Einwohner dürfte dasselbe meh­rere hundert Jahre dort liegen. Das Skelett wird heute von Wissenschaftlern besichtigt werden“, berichtete damals die Volks-Zeitung. Aber das ist Stoff für eine andere Geschichte …

(StAI, RM-PL-3912)

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