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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Vergessenen Fußgänger

Die vergessenen Fußgänger

„Nun, Kinder, wer ist denn alles ein Verkehrsteilnehmer?“, fragt der gestrenge Lehrer in die Runde. „Autofahrer, Motorradfahrer, Radfahrer, E-Scooter-Fahrer, Kutschen!“, tönt es unisono zurück. „Ja“, nickt der Lehrer zufrieden, „das ist alles richtig. Aber haben wir da nicht jemanden vergessen – den wichtigsten Teilnehmer?“

Stirnrunzeln ziert die Gesichter der Schülerinnen und Schüler, bis in Helga ein Verdacht aufkeimt. Könnte es sein? Ist es vielleicht möglich? Meint der Lehrer etwa …? Dieser erkennt Helgas inneren Kampf und ermutigt sie: „Helga, hast du vielleicht eine Idee?“ „Könnten Sie vielleicht den Fußgänger meinen?“, fragt sie zaghaft. Ein Strahlen zieht über ihr Gesicht. Der Lehrer fällt in ihr Lächeln mit ein: „Ganz richtig – der Fußgänger ist auch ein Verkehrsteilnehmer.“

Verzeihen Sie meinen kleinen Ausflug in die Welt des Groschenromans und lassen Sie uns nun wieder zum obigen Bild zurückkehren. Dargestellt sind pflichtbewusste Schülerinnen und Schüler auf ihrem Schulweg zur Mittelschule Hötting – damals noch Hauptschule Hötting. Immer mit dabei: unser Freund und Helfer in der Not, die Polizei, sowie ein engagierter Schülerlotse. Ausgestattet mit einem Signalstab und gut sichtbarer Schutzausrüstung erleichtert er schwächeren Verkehrsteilnehmern nicht nur die Bewältigung des Schulweges, sondern übernimmt gleichzeitig eine wichtige Vorbildfunktion. Zu beachten ist jedoch: Schülerlotsen haben keine verkehrsregelnde Funktion. Sie dürfen lediglich das Überqueren der Fahrbahn bei Verkehrslücken erleichtern. Doch wie wird man eigentlich Schülerlotse? Hierfür ist eine Namhaftmachung durch die Schul- oder Kindergartenleitung sowie eine polizeiliche Einschulung erforderlich. Schülerlotsen sind mir auf meinem eigenen Schulweg eher selten aufgefallen – daher meine Frage an Sie: Waren sie früher häufiger anzutreffen?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-4413)

Agnes Muigg

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Einer steht heut immer noch, und zwar in der Mittagszeit beim Zebrastreifen in der Radetzkystraße nach den Restaurants „Dildo‘s“ und „Krügerl“ (Richtung Süden blickend). Der tut mir immer leid, weil ich beobachtenderweise nicht mehr als 2 Fußgänger in der Stunde erblicken konnte. Aber er ist sehr dienstbeflissen, ja fast schon erfreut, wenn wer kommt. Sonst steht er halt herum, ich glaub es ist ihm peinlich. Immer wenn ich im „Dildo‘s“ sitz, geh ich hin und wechsle 7-8 mal die Straßenseite, da hat er immer a Mordsfreud.

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