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Die Hungerburg Von Oben

Die Hungerburg von Oben

Mit dieser Aufnahme reisen wir in den Spätsommer des Jahres 1927 zurück. Am 15. Juli 1927 hatte die Bauarbeiten für die Nordkettenbahn offiziell begonnen. Auf dieser Aufnahme erkennt man die Bahntrasse und östlich davon die Trasse der Hilfsseilbahn, mit der bis zu 1,25 Tonnen Material pro Fahrt von der Hungerburg auf die Seegrube befördert werden konnte. Auch die Standorte der Stützen sind bereits gut zu erkennen und auf der Seegrube selbst kann man mit etwas Fantasie schon die ersten Mauern des Stationsgebäudes ausmachen (die Firstfeier war am 23. Dezember 1927).

Auf der Hungerburg selbst erkennen wir neben den uns wohlbekannten Kandler-Bauten (v.l.n.r. Villa Felsen, Hotel Mariabrunn, Villa Karwendel & Villa Kandlerheim), der Bergstation der Hungerburgbahn und dem Seehofareal im Westen auch einige andere vertraute Gebäude. Zu nennen wären etwa die Villa Wörle (links hinter dem Turm des Mariabrunn) und schräg unterhalb davon die mittlerweile abgerissene Villa, die zuletzt der bekannte Zeichner und Karkikaturist Paul Flora (1922-2009) bewohnte. Lassen wir den Blick in etwa auf der selben Höhe ein Stück nach links wandern, so erkennen wir die Villa Attlmayr, die sich heute im Besitz der Kinderfreunde befindet und nach mehreren Umbauten nur mehr ansatzweise in ihrer Grundform zu erkennen ist.

Bleiben wir für einen Moment noch in der linken Bildhälfte, so sehen wir oberhalb der Villa Felsen zwei „Neubauten“, die erst in den Jahren 1925 bzw. 1926 errichtet worden waren (heute Höhenstraße 110 und 112).

Wandern wir in die rechte Bildhälfte, so sind östlich der Bergstation – am heutigen Kandlerweg – ebenfalls einige Häuser zu sehen, die erst kurz zuvor erbaut wurden. Einzig die Villa des Spenglermeisters Hubert Uhlir (direkt östlich von der Hungerburgbahn) war schon im Jahr 1909 errichtet worden.

Trotz diverser Neubauten – die auch in der Gegend des heutigen Hungerburgwegs auszumachen sind – sehen wir immer noch eine kleine Siedlung vor uns. Das Adressbuch für 1927 weist gerade einmal 43 Bewohner aus, darunter einige Angestellte der Hungerburgbahn, Kaufleute und Beamte. Auch ein Automechaniker, ein Apotheker und ein Chemiker scheinen auf. Insgesamt werden damals wohl keine 200 Menschen dauerhaft auf der Hungerburg gelebt haben …

(StAI, Ph-1509)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Ein wunderbares Gustostück zur Baugeschichte der Hungerburg.

    Damals gehörte die Hungerburg ja noch nicht zu Innsbruck, sondern teilweise zu Hötting und teilweise zu Mühlau.

    Man kann sich gut den Verlauf der Katastralgemeinden vorstellen, der heutige Stadtteil Hungerburg besteht ja aus 2 Katastralgemeinden, welche wiederum auf den alten Gemeindegrenzen vor der Eingemeindung beruhen:

    Während die Station der Hungerburgbahn und die Talstation der Nordkettenbahn noch zur Gemeinde Mühlau gehören, gehören die Häuser weiter links wie z.B. Mariabrunn bereits zur Gemeinde Hötting.

  2. Die Gemeindegrenze verläuft mitten durch den Garten vom Gasthof zur Linde, und zwar ziemlich genau bei der 30 Meter hohen Winterlinde.
    Dieser schöne Baum ist ein Grenzbaum zwischen Hötting und Mühlau. Die Winterlinde steht sogar schon seit 1947 als Naturdenkmal unter Naturschutz.

  3. Eine andere Kuriosität ist, dass die Talstation der Nordkettenbahn in der Gemeinde Mühlau steht, das Stationsgebäude auf der Seegrube zu Hötting gehört und die Bergstation am Hafelekar wieder in Mühlau ist.

    Wenn man von der Hungerburg auf die Seegrube fährt, gelangt man in der Tat ohne es zu merken von Mühlau nach Hötting…..

    1. Grüß Gott Herr Auer! Habe erst durch diesen Hinweis entdeckt, dass Sie schon am 15.10.2021 21:41 in diesem Beitrag mich in meiner Vermutung bezüglich des Elternhauses von Paul Flora bestärkt haben. Vielleicht kann das doch noch jemand bestätigen!

  4. Ein besonders interessantes Baujuwel war das Grottenbad des Paul Flora, entworfen vom Architekten Josef Lackner. Diesem Kleinod der Badekultur wurde vor einiger Zeit ein Baum zum Verhängnis.

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