Der Mühlsee
Es scheint so zu sein, dass der Mühlsee noch nie Gegenstand einer eigenständigen Beobachtung auf diesem Forum geworden ist. Und dieser Beitrag wird es auch nicht richten. Nein.
Und trotzdem schauen wir über diverse Zäune. Das sonst so auskunftsfreudige Wikipedia ist etwas sparsam:
„Der Mühlsee ist ein kleiner See in der Nähe des Innsbrucker Vorortes Lans auf ca. 850 m Seehöhe. Er kann von der Haltestelle der Straßenbahnlinie 6 erreicht werden. Der See hat eine Länge von 150 m und eine Breite von 100 m, die Wasserfläche beträgt 1,5 ha mit einer Tiefe von bis zu 3 Metern.
Früher hatte der See einen Zufluss durch den Lanser Bach, der 1965 durch eine Mure abgeschnitten wurde. Heute wird er durch Privatquellen gespeist. Der Abfluss erfolgt nach wie vor in den Mühlseebachl.
Heute wird der See von den Eigentümern als privater Badeteich genutzt.“
Dass es nicht immer so war zeigen unsere heutigen Fotos. Die künstliche Insel in der Mitte des Sees gibt es übrigens bis heute. Wesentlich überraschender ist, wie viel „Badeverkehr“ auf dem See herrschte. Nicht so tot wie heute. Sondern ein Teil des gesellschaftlichen Lebens junger Menschen. Oder wie man da sagt. Mir fiele ein anderer Begriff dafür ein. Irgendwas mit Vorbereitung.
Besonders interessant sind die vier Plattformen für Sonnensüchtige, die sich da am recht steilen Hang festhalten. Oben thront ein Haus, vor dem mehrere Sonnenschirme stehen.
Irgendwo dahinter befindet sich der Golfplatz Lans. Neun Loch.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck Ph/PL-4141)
Jetzt hätt ich fast „Oben die Vogelhütte“ gemeint, aber die ist zu wei rechts. Es dürfte sich um das heute noch etwa unverändert bestehende Haus Sparbereggweg 55 handeln.
Anfang der 70er war ich einmal dort schwimmen. War viel Betrieb. Mehr weiß ich nimmer. Einer der Besitze ist zehn Jahre später mein Arbeitskollege gewesen. Schilderungen seiner Arbeiten am Haus ließen schon damals darauf schließen, dass daraus kein öffentlicher Badesee mehr werden wird. Ein Wohnhaus mit See.
Interessant ist das alte Mühlenhaus, aber wohnen tut dort glaub ich keiner mehr. Das anfangs breite Straßl endet dort und über den Zustand des anschließenden Steiges weiß ich nichts genaues. Er führt jedenfalls zu einem bäuerlichen Anwesen, der Durchgang scheint auf good will Basis möglich zu sein..
Das für den Mühlsee namensgebende alte Mühlenhaus war wohl leider nicht denkmalgeschützt; inzwischen hat jemand – wie könnte es anders sein – die bestehende Widmung genutzt, um dort ein neues Wohnhaus ins Grüne zu klotzen. Als ob die Luxus-Wohnanlage am Weg zum Golfplatz nicht schon reichen würde.
Leider habe ich den Mühlsee nicht mehr als öffentliches Seebad erlebt. Lange Zeit war er eines der drei Bäder. die die Linie 6 im Sommer zu einer Bäderlinie machten. Jedes Mal, wenn ich in der 6er sitzend dort vorbei komme, finde ich es schade, dass dieser See in Privatbesitz und nicht zugänglich ist. Die hölzerne Badeplattform mitten im See gibt es immer noch, sie war zuletzt aber schon halb im See versunken, irgendwann wird sie wohl ganz verschwinden und am Grund verrotten.
1962 sah es dort jedenfalls sehr ansprechend aus: https://postimg.cc/t1nQD4WG