Der Bozner Platz – ein Platz mit vielen Gesichtern (und Namen)
Bei der Arbeit im Archiv bin ich auf ein Foto des Bozner Platzes gestoßen. Der Platz ist so markant, dass ich ihn gleich wiedererkannt habe. Und das, obwohl sich das Gesicht des Platzes mit der Zeit oft verändert hat. Auch in den letzten Jahren wurde er wieder umgebaut und zeigt sich nun von einer anderen Seite. Als ich das Bild genauer betrachtete, stellte ich fest, dass dort gar nicht Bozner Platz drunter stand. Stattdessen stand dort Margarethenplatz! Hieß der Bozner Platz etwa nicht immer so?
Tatsächlich hat der Platz in der Geschichte schon zwei Mal seinen Namen geändert. 1853 wurde er als sogenannter Neuplatz gebaut. Schon fünf Jahre später beschloss man, ihn zu Margarethenplatz umzubenennen. Grund dafür war der Tod von Erzherzogin Margarete von Sachsen. Sie war die Frau des damaligen Statthalters in Tirol, Karl Ludwig. 1863 plante man, den Rudolfsbrunnen anlässlich des 500 jährigen Jubiläums der Vereinigung Tirols mit Österreich (1363) zu errichten. Fertig gestellt wurde dieser erst 1877. Im Jahr 1923 wurde der Platz schließlich zu Bozner Platz umbenannt. Hierbei ging es um die Erinnerung daran, dass Südtirol fortan nicht mehr zu Österreich gehört.
Bei all den Umbenennungen und Veränderungen gibt es aber immer auch Konstanten: Die Rudolfsstatue steht noch immer im Zentrum des Platzes und blickt wissend auf seine Geschichte hinab.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-39916)
Außer dem Brandjoch und dem Rudolfsbrunnen ist nichts mehr wie es war.
Apropos: Warum blickt der gute Herzog Rudolf eigentlich nach Norden?
Hat er Angst vor den Wittelsbachern, nachdem unsere Margarethe zwischen die Fronten geraten ist?