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Das Ahnenerbe (III.)

Das Ahnenerbe (III.)

Seit April 1941 gab es ein weiteres Gebiet, in dem „Volksdeutsche“ unter italienischer Herrschaft standen. Im Zuge des Balkanfeldzuges hatten Deutschland und Italien sowohl Jugoslawien als auch Griechenland erobert. Teile des heutigen Slowenien wurde daraufhin von den beiden Mächten annektiert. Die deutschsprachige Bevölkerung, welche sich im italienischen Teil wiederfand, sollte demnach auf deutsches Territorium umgesiedelt und gleichzeitig die slawische Bevölkerung nach Kroatien deportiert werden. Wie in Südtirol machte sich Ahnenerbe auf, um den „deutschen Kulturbestand“ in dem Gebiet von Laibach und Gottschee (Ljubljana und Kočevje) zu sichern.

Indes reifte in den Führungsrängen der SS der Gedanke von der „Wiedergeburt“ eines germanischen Großreiches heran, welches nicht nur den deutschen Sprachraum umfassen sollte, sondern auch die Niederlande, Flandern und Skandinavien einschloss. Um den Grundstein dafür zu legen, machte sich das Ahnenerbe in den besetzten Ländern daran, „Bildungsarbeit“ in diesem Sinne zu betreiben. Es wurden Zeitschriften herausgebracht, die sich mit Brauchtum und Heimatkunde im nationalsozialistischen Sinne beschäftigten. Sie erzielten jedoch keine sonderlich großen Fortschritte, nicht zuletzt da das Verhalten der Besatzungsmacht die Versicherungen von „germanischer Brüderlichkeit“ recht hohl erscheinen ließ. In den Niederlanden ließ der Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart (1892–1946) über 1.000 politische Dissidenten hinrichten und 110.000 jüdische Niederländer in die Vernichtungslager im Osten deportieren; über eine halbe Million Niederländer wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Politik des Reichskommissars für Norwegen, Josef Terboven (1898–1945), wurde selbst von Goebbels als unnötig brutal kritisiert, da sie die Bevölkerung so stark gegen die Besatzer aufbrachte.

(Der Reichskommissar Seyß-Inquart mit Gauleiter Franz Hofer. Nachdem er unter deutschem Druck kurz vor dem Einmarsch der Wehrmacht zum Bundeskanzler ernannt worden war, machte Hitler Seyß-Inquart zum Reichstatthalter der „Ostmark“. Im Mai 1940 wurde er zum Reichskommissar der Niederlande ernannt, nachdem diese am 15. des Monats kapituliert hatten; Signatur GoNe-009095)

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