Alte Hülle, neuer Name
Anglizismen machen auch vor sakralen Gebäuden nicht halt. Und so ist es auch unserer Spitalkirche ergangen, die seit einigen Monaten den klingenden Namen ‚Citykirche‘ trägt.
Das am Beginn der Maria-Theresien-Straße gelegene Gotteshaus wurde erstmals um 1320 erwähnt. Dort befand sich schon das kurz zuvor erbaute Heilig-Geist-Spital. Später kam noch ein Friedhof hinzu.
Im Jahr 1700 wurde die heutige Kirche unter teilweiser Einbeziehung der alten Bausubstanz nach dem Entwurf von Johann Martin Gumpp errichtet. Die Einweihung erfolgte drei Jahre später.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, KR/DIA-124, um 1955)
Noch schlimmer erging es dem Stocker Eck,….. nun drug-house ….. oder grünes Eck, einer der wenigen Orte in Ibk wo noch Gras wächst ….
aber immerhin nicht Sitti tschöatsch…..
Ich Fossil habe als kirchgangbegleitendes Kind noch die arg abgeblätternden ursprünglichen Deckenfresken gesehen. Hereingekommen sind wir sozusagen durch die Hintertür und stiegen über ein altes nach altem Holz riechenden Stiegenhaus von der Seite des Realschulhof hinauf in den ersten Stock. Unser Platz war immer auf der Empore unterhalb der nie gespielten Orgel. Ein kleiner Extraraum mit Bänken auf einem leicht ansteigenden Boden mit Blick in den Kirchenraum, u.a. auf ein oder zwei total verstaubte Beichtstuhlkästen. Wichtiger war der Blick durch das ovale Fenster hinaus zur. Theresien Straße. Viiiel interessanter. Damals noch alles Latein ehe ich selber damit befaßt war. Auf dominus wo biss cum antworteten meine Eltern bar jeder Lateinkenntnisse „Etkumm spirittutu-oh!“. und „Dignum et juschtum escht“, Als ich dann Latein verstand, klang die priesterliche Antwort „Vere dignum et justum est equum et salutare“ wie „Im Frühling ist es würdig und recht auch ein Pferd zu grüßen!“-
„Tu felix Austria nube.“ – „Du glückliches Österreich in der Wolke“
Interessant auch die Autos. Ich erkenne mit Sicherheit nur die zwei Mercedes 180/190 mit der damals modernen Ponton-Bauweise und davor natürlich den 2-Tonner von Herrn Reindl.
Der Fremdkörper zwischen den beiden Mercedes könnte wieder einmal ein Chevrolet sein, Bel Air vielleicht.
Jedenfalls sicher wie alle Taxis damals mit der T-15xx Nummer. Mein Vater benutzte, wenn auch selten genug, immer das Taxi 1510. Wahrscheinlich ein Bekannter. Und wie rief man 1510? Unterhalb des ersten Kirchenfensters von links sieht man ein kleines Rechteck, Da war das Taxitelefon untergebracht. Mit lautstarker Klingel.
Man sieht hier den grad vorhin erwähnten Papier-Ghedina, und das lustige schmale Haus zwischen Kirche und Papiergeschäft.
Der Sonne nach ein früher Morgen. Aber nicht Sonntag. Da arbeitete der Her Reindl nicht.
Das Taxi mit dem Kennzeichen T-1510 gehörte dem Taxiunternehmer Kommerzialrat Julius Schubert, Haymongasse. Selbiger hatte auch ein Stadtrundfahrtgewerbe.