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Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 11: Fidelio

Album Tiroler Landestheater 1939-1944, Teil 11: Fidelio

„Fidelio“ ist Ludwig van Beethovens einzige Oper. Sie war ein Auftragswerk für Peter Freiherr von Braun, der zu diesem Zeitpunkt Intendant des Theaters an der Wien war. Die Arbeit an diesem Werk forderte Beethoven stark. Er komponierte insgesamt drei Fassungen und vier Ouvertüren, da er immer wieder Verbesserungspotential sah. Die erste Opernfassung, die noch aus drei Akten bestand, wurde am 20. November 1805 am Theater an der Wien uraufgeführt und nach zwei Tagen wieder abgesetzt. Auch die zweite Version des „Fidelio“ stellte sowohl Beethoven als auch das Publikum nicht zufrieden. Die dritte Fassung, die nur noch aus zwei Akten bestand, wurde am 23. Mai 1814 im Wiener Kärntnertortheater uraufgeführt und wurde zu einem vollen Erfolg. Bis heute wird diese Version an vielen Opernhäusern der Welt immer wieder erfolgreich aufgeführt.

„Fidelio“ lehnt sich inhaltlich an Jean Nicolas Bouillys Libretto für die Oper „Léonore, ou l’amour conjugal“ an, das auf der angeblich wahren Geschichte einer Madame Tourraine, die als Mann verkleidet ihren Ehemann aus der Gefangenschaft der Jakobiner in Tours befreien konnte, basiert. Das Libretto für „Fidelio“ schrieben Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke.

Am 23. September 1939, einen Tag vor der Aufführung der Oper „Fidelio“ am Tiroler Landestheater, erschien in den Innsbrucker Nachrichten folgender Artikel, der sich recht ausführlich mit diesem Werk auseinandersetzte: „Die Theaterfreunde Innsbrucks begrüßen es freudig, daß die Innsbrucker Bühne nunmehr als Tiroler Landestheater Innsbruck wieder eine ständige Oper ihr Eigen nennt. Als festliche Eröffnung der in der Spielzeit 1939/40 vorgesehenen Opernspielfolge wurde das unvergängliche deutsche Meisterwerk, Beethovens „Fidelio“ ausersehen. „Fidelio“, dieses heroische Musikdrama, ist ein Hymnus auf die Macht der Liebe, die sich gegen niedere Bosheit, gegen übermächtig erscheinende dunkle Gewalten siegreich und glücklich behauptet. „Fidelio“ ist Beethovens einzige Oper, seine dornenreiche Partitur, das Werk, mit dem er sich, nach eigenem Ausspruch, die Märtyrerkrone errang. Mit Unermüdlichkeit im Letzten Sinne des Wortes hat der Meister an dieser Oper gearbeitet, von der drei Fassungen und vier Ouverturen vorliegen. Die endgültige und heute stets dargebotene Fassung entschied 1814 den Triumph des Werkes, das für alle Zeiten bestehen wird. Unwiderstehlich zwingt die Größe dieser Musik, die gesangliche Gewalt der einzelnen Partien und die Macht der Chöre jeden in ihren Bann. Der Auftakt zur neuen Oper des Tiroler Landestheaters soll ein siegreicher sein und alle Theaterfreunde auch zu Opernfreunden machen.“

„Fidelio“ wurde am 24. September 1939 am Tiroler Landestheater in folgender Besetzung aufgeführt:

Ganz kurz zum Inhalt der Oper: Die Handlung spielt in einer spanischen Festung in der Nähe von Sevilla, die als Gefängnis für politische Gefangene dient. Leonore, die sich als Mann verkleidet und Fidelio nennt, kann ihren vom Gouverneur Don Pizarro zu Unrecht inhaftierten Mann Florestan nach zahlreichen Verwicklungen aus dem Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses befreien. Im Endeffekt kommen auch alle anderen Inhaftierten frei.

Am 25. September 1939 erschien in den Innsbrucker Nachrichten folgender Bericht über die erfolgreiche Aufführung der Oper „Fidelio“ am Tiroler Landestheater:

Alle Fotos in diesem Artikel stammen von der Erstaufführung der Oper am Tiroler Landestheater.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-A-994-151, Ph-A-994-152, Ph-A-994-153)

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