Pflugscharen zu Schwertern (II.)
Nicht nur Metalle wurden für den Krieg gesammelt, auch Wolle und Kautschuk wurden dringend benötigt. Während Wolle natürlich weiterhin produziert werden konnte, waren die Mittelmächte beinahe unmittelbar nach Beginn des Krieges von der Versorgung mit Kautschuk abgeschnitten. Sowohl Deutschland als auch die Donaumonarchie waren auf Importe aus Brasilien und Malaya angewiesen. Letzteres war ohnehin eine britische Kolonie, aber auch alle anderen Quellen aus Übersee wurden durch die britische Blockade unerreichbar.
Kautschuk war nicht für Reifen wichtig, sondern auch für Telegraphen und Gasmasken. Demnach tat das Kriegsministerium sein Bestes, möglichst viel Kautschuk aus dem Land herauszuholen. In der Wiener Allgemeinen Zeitung hieß es unter der Rubrik „Musterung bei der Hausfrau“:
Bei dem Umstande, daß wir heute vollständig von jeder Zufuhr dieser Waren abgeschnitten sind, erscheint es äußerst wichtig, durch Ablieferung von: Gummimäntel, Gummispielzeug, Hartgummiwaren, Galoschen und Gummiabsätzen die Aktion zu unterstützen. Nicht genug eindringlich kann an alle Bewohner Österreichs und besonders an die opferwillige Hausfrau der Ruf ergehen: „Rüstet für die Woll- und Kautschukwoche vom 27. September bis 2. Oktober 1915“
(Signatur VO-1236)