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Zum Bau Der Schutzhütte In Der Pfeis

Zum Bau der Schutzhütte in der Pfeis

Eine der am schönsten gelegenen Hütten rund um Innsbruck ist die Pfeishütte im Karwendel, hier zu sehen in Richtung Praxmarerkar- Kaskar- und Sonntagskarspitze. Im Vergleich zu vielen anderen Alpenvereinshütten in Tirol ist sie eine eher „junge“ Schutzhütte (die Pfeisalmhütte gab es schon früher). In den frühen 1920-er Jahren taucht immer wieder die Forderung nach einer Schutzhütte im Gebiet der Pfeisalpe auf – zahlreiche Vereine sammeln für diesen Zweck auch bei Veranstaltungen. Im Jahr 1926 kann schließlich mit den Bauarbeiten begonnen werden – also noch zwei Jahre vor Eröffnung der Nordkettenbahn.

Am 16. September 1926 war in den Innsbrucker Nachrichten zu lesen:

Alpine Nachrichten: Die neue Pfeishütte (1947 Meter) der Alpenvereinssektion Innsbruck

„Nach jahrelangen Bemühungen ist es nun der Alpenvereins-Sektion Innsbruck dank der zähen Ausdauer ihres Vorstandes Dr. Karl Forcher-Mayr gelungen, den Plan, auf der Pfeisalpe hinter der Arzler Scharte ein Schutzhaus zu bauen, zu verwirklichen. Die Gemeinde Arzl als Grundeigentümerin hat endlich den Bau des Hauses in der Pfeis gestattet, unter der Bedingung, daß man ihr die verfallene und längst unbenützbare Pfeisalmhütte wieder aufbaut. So stehen nun jetzt in der Hochmulde der Pfeis ein stattlicher Schutzhüttenneubau und eine schmucke Almhütte.

Schon im Herbst vorigen Jahres wurde das notwendige Holz im „Jagerwaldl“ im Samertal geschlagen und die dortigen Wege ausgebessert. Im Frühjahr 1926 wurde die Wegstrecke Samertal – Pfeis ganz gründlich hergerichtet, so daß man jetzt wie in alten Zeiten von Scharnitz bis in die Pfeis mit leichtem Pferdefuhrwerk bequem fahren kann.

Der Bau der Schutzhütte wurde am 1. Juni l. J. begonnen und trotz der äußerst ungünstigen Witterungsverhältnisse (mehreremale wurden die Arbeiter eingeschneit und mussten abziehen) schon am 1. September unter Dach gebracht, so daß bereits die Firstfeier abgehalten werden konnte. Die Ausführung des Baues der beiden Hütten und die Wegherstellungsarbeiten lagen in den Händen der bekannten Mühlauer Baufirma Baumeister Alfons Todeschini. Plan und Entwurf stammen von Hofrat Architekten Othmar Sehrig, die geschmackvolle Täfelung und die praktische Innenausstattung entwarf Architekt Uebelbacher.

Die stattliche Hütte, die im typischen Tiroler Bauernhausstil (Steinerner Unterbau, oben gefällige Blockbaukonstruktion) ausgeführt ist, bietet für ca. 100 Touristen Unterkunft und wird in den Sommermonaten bewirtschaftet. Im gemauerten Souterrain befinden sich Kühe, Keller, Speise, Waschküche, und die Wohnung der Pächtersleute. Im Erdgeschoss zwei Gastzimmer und drei gemeinsame Schlafräume, darunter auch ein mit Herdofen versehener Raum für Selbstversorger, der im Winter mit Alpenvereinsschlüssel zugänglich ist. Der erste Stock enthält zwei- drei- oder mehrbettige Schlafzimmer und der Dachkniestock wird als Matratzenlager ausgebaut. Die feierliche Eröffnung erfolgt im Frühjahr des nächsten Jahres. […]“

Tatsächlich war die Wegsituation im darauf folgenden Frühjahr des Jahres 1927 durch vier große Lawinenabgänge für die weiteren Bau- und Vorbereitungsarbeiten äußerst ungünstig. Im Juli 1927 wurde deshalb ein „provisorischer Witschaftsbetrieb“ eingerichtet. Die offizielle Einweihung fand schließlich am 18. September 1927 statt.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Pl-1354 und Ph-Pl-1356)

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