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Profanes Aus Der Heilig-Geist-Straße

Profanes aus der Heilig-Geist-Straße

Der zweite Blick ist es, der den Unterschied macht. Auch dem Autor dieser Zeilen ist es beim ersten Blick (genau genommen: mehrfach) so gegangen, dass das große Gebäude im Hintergrund mit seinen vergitterten Fenstern nur das Gefängnis beim Landesgericht sein könne. Sind wir also in der Grenzstraße? Oder in der Glasmalereistraße? Erst mit Hilfe der modernen Zeitungslesetechnik nach Anno-googlen der Firmenschilder ist es gelungen, diesen gordischen Denkknoten zu durchschlagen. Der Fotograf ist in der Heilig-Geist-Straße und blickt gen Osten. Aber wenn es kein Gefängnis ist, was dann?

Eine kleine Tour durch die vielen Wirtschaftsbetriebe aus den Adressen Heili-Geist-Straße 9, 10, 11, und 12:

Links im Bild zu sehen auf Hausnummer 9 der selbstbewußte Auftritt des Fotografen Max Ketzler. Er ist später in die Innenstadt verzogen; in den Zeitungen wird er oft erwähnt weil er mit seiner „bekannten weichen Singstimme“ die heiteren und seriösen Veranstaltungen der Innsbrucker Liedertafel erfreut.In Haus 11 betreiben die Brüder Johann und Carl Wiedner eine ganze Serie von Unternehmen. Die seltene Kombination Käse- und Fahrradhandel ist dabei, dazu kommt noch ein Fahrradschule. Hinten lugt noch das Schild des Schuhmachers Dominik Pedrini ins Straßenbild. Ob man damals, wie das heute der Fall ist, für in die Straße gehängte Werbeschilder „Luftsteuer“ bezahlen mußte, ist nicht sicher belegt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen von hinten nach vorne die Zentral-Molkerei auf Nummer 12 sowie mit Hausnummer 10 der Bilder- und Spiegelhändler Mathias Schlecht, die Wein-Großhandlung des Alois Mattuella, passend dazu das Reise-Bureau samt Schiffahrts-Vertretung der Compagnie Generale Transatlantique des A. Gottardi sowie die Sodawasser-Erzeugung der Anna Prantl.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Das Gebäude im Hintergrund dürfte vom Baustil her ein mehrstöckiges Lagerhaus sein, wie es damals vielerorts in Bahnhofsnähe stand. Wenn man genau schaut, sieht man stirnseitig im Erdgeschoß unter der linken Fensterachse auch ein Einfahrtstor für Güterwagen.

    Der Fenster waren höchstwahrscheinlich auch nicht vergittert sondern mit mehrteiligen, mit Sprossen unterteilten Scheiben versehen.

  2. Der Keller dieses Lagerhauses tauchte übrigens beim Abbruch des Busbahnhofes noch einmal auf. Es scheint so, als wäre diese Keller nur teilweise mit Schutt verfüllt und zuasphaltiert worden.

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