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Eine Interessante Neujahrs-Entschuldigungskarte

Eine interessante Neujahrs-Entschuldigungskarte

Der Brauch, Verwandten, Bekannten, Vorgesetzten und Geschäftspartnern persönlich Glückwünsche für das neue Jahr zu überbringen, wurde oft als lästige und zeitaufwändige Pflicht empfunden. Ab circa 1820 konnte man sich von dieser Pflicht mit dem Erwerb einer Neujahrs-Entschuldigungskarte „loskaufen“. Der Verkaufserlös diente einem guten Zweck und die Liste der Käufer wurde in der Zeitung veröffentlicht. Manche Käufer hängten zudem ihre Karte an die Haustür, um vorbeikommenden Bettlern zu signalisieren, dass man hier bereits gespendet hatte.

Um möglichst viele Menschen zum Kauf einer Neujahrs-Entschuldigungskarte zu animieren, wurde eifrig die Werbetrommel gerührt. In den Innsbrucker Nachrichten vom 6. Dezember 1854 erschien zum Beispiel folgender Text: „Neujahr ist nicht mehr ferne, und damit der Zeitpunkt, an welchem man, um aller Gratulationsformalitäten enthoben zu sein, zu Gunsten der hiesigen Stadtarmen sich eine Entschuldigungskarte kauft.“

Die in diesem Beitrag vorgestellte Innsbrucker Neujahrs-Entschuldigungskarte für das Jahr 1859 wurde in den Innsbrucker Nachrichten vom 29. Dezember 1958 mit folgendem Text beworben: „Die Neujahrs-Entschuldigungskarte der Stadt Innsbruck für 1859 verdient wirklich eine wiederholt rühmende Erwähnung; erstens was den zeitgemäßen Gegenstand, und zweitens was die höchst gelungene Ausführung (aus der lith. Anstalt des Hrn. K. Redlich in Innsbruck) betrifft. Die Neujahrskarte stellt die Eisenbahnstrecke zwischen Innsbruck und München dar, umgeben von den Ansichten von München und Innsbruck und den interessantesten auf der ganzen Strecke. Das Blatt dient neben der Nützlichkeit auch noch als schöne Zimmerzierde.“

Das Motiv der Karte zeigt ein für die Zukunft Tirols als Tourismusdestination wichtiges Ereignis: 1858 konnte die schon seit zwei Jahrzehnten gewünschte und geplante Eisenbahnstrecke von München über Kufstein nach Innsbruck in Betrieb genommen werden. Durch den Anschluss Innsbrucks an das internationale Eisenbahnnetz war die Stadt ab diesem Zeitpunkt für Reisende leichter, rascher und billiger als bisher erreichbar.

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-G-1494)

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