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Es Grünt So Grün (Teil II.)

Es grünt so grün (Teil II.)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts musste der alte Garten bei der Jesuitenkirche jedoch dem damaligen Neubau des Staatsgymnasiums weichen. Als neuen Standort erwarb man 1910 eine Fläche von ca. 22.000 m2 in Hötting, in der er sich heute noch befindet. Trotz Kämpfen um das nötige Budget schritt der Bau zügig voran. Die Feinarbeiten gingen noch lange weiter, aber ab 16. Juli 1911 war er bereits öffentlich zugänglich. Die offizielle Eröffnungsfeier durch Professor Heinricher, der sich stark für den Bau eingesetzt hatte, fand jedoch erst im Oktober des Jahres 1913 statt, das Areal hatte nun nämlich auch ein neues botanisches Institut erhalten.

Im Juni 1911 hatte der Garten auch einen neuen Inspektor bekommen, Friedrich Ipser, der sich viel für die Anlage engagierte. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er noch im August des Jahres eingezogen – er diente als k.u.k. Fähnrich im 99. Infanterie-Regiment und fiel am 29. Oktober in den verlustreichen Kämpfen in Galizien.

Nach den schweren Kriegsjahren fehlte erneut das Budget für die adäquate Erhaltung des Gartens. Es hatten sich viele unerledigte Instandhaltungsarbeiten angesammelt, und nun stand erst recht kein Geld zur Verfügung. Professor Heinricher beklagte die mangelnde Finanzierung und warf der Regierung vor, mit den entsprechenden Zahlungen Jahre im Rückstand zu sein. Die Zeitungen kommentierten schnippisch, dass es offensichtlich sei, dass man in Österreich kein Geld für die Wissenschaft habe – man hätte schließlich Parteibanken zu versorgen. 1927 besserte sich die finanzielle Lage allmählich, was sich laut lokalen Zeitungen auch bald durch ein gepflegteres Aussehen bemerkbar machte.

In den 30er Jahren begann man die Gewächse weniger streng nach wissenschaftlicher Klassifikation zu anzuordnen, sondern sie pragmatisch entsprechend ihren Bedürfnissen zu arrangieren. Auch wollte man die ästhetische Wirkung vermehrt in die Entscheidungsfindung einfließen lassen.

Heute beherbergt der botanische Garten über 7000 verschiedene Pflanzenarten und kann, wie nun seit beinahe 110 Jahren, von der Öffentlichkeit jeden Tag besucht werden. (Lediglich die Schauhäuser bleiben aufgrund der aktuellen Situation vorerst geschlossen)

(Stadtarchiv – Ph-14193-1)

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