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Es Grünt So Grün (Teil I.)

Es grünt so grün (Teil I.)

1793 wurde der erste botanische Garten der Universität Innsbruck im Garten des zuvor aufgehobenen Jesuitenkollegiums eingerichtet. Es gab noch nicht viele solcher Anlagen, der erste der Habsburgermonarchie wurde 1754 in Wien gegründet. Aber bereits zuvor hatte es immer wieder Anstöße zu diesem Zweck in Innsbruck gegeben. Im Januar 1735 schlug die Landesregierung erstmals vor, einen botanischen Garten anzulegen, was von der medizinischen Fakultät abgelehnt wurde – „ganz Tirol ist ein botanischer Garten“ hieß es von dort. Bisweilen behalf man sich mit privaten Gärten, so stellte ein Innsbrucker Apotheker den seinen zur Verfügung.

1808 wurde der anfangs noch bescheidene Garten erweitert, in dem die Gartenfläche des nun ebenfalls aufgehobenen Theresianums angegliedert wurde. Die Anlage bestand somit eigentlich aus zwei Teilen – zum einen der sogenannte Schulgarten mit dem „Alpinium“ und einem gegen die Museumstraße gelegenen Park, der gern und häufig besucht wurde.

Man hatte auch die Errichtung eines großen Gewächshauses geplant, aber diese Pläne kamen zu einem jähen Ende. J. A. Schultes, der Professor der den Bau vorangetrieben hatte, war vom König von Bayern ernannt worden – als der Aufstand 1809 ausbrach wurde er verhaftet, später wurde er nach Landshut versetzt. Ein Teil des Gartens wurde verpachtet, in einem andere baute nun der Gärtner sein Gemüse an.

Die Universität insgesamt machte in dieser Zeit ebenfalls eine turbulente Geschichte durch. Erst wurde sie 1781 durch Joseph II. aufgehoben und an ihrer statt wurde ein Lyzeum eingerichtet, mit einer Fakultät für Philosophie und Theologie und einer für Rechtswissenschaften und Chirurgie. Elf Jahre später wurde sie unter Leopold II. wiederhergestellt, nur um nach der Annexion Tirols durch Bayern im Frieden von Pressburg vom bayrischen König 1810 erneut aufgehoben zu werden – diesmal gab es lediglich eine Fakultät für Theologie und Philosophie. Erst 1826 wurde die Universität durch Franz I. schließlich restituiert.

Der Garten wurde aber erst zu Beginn der 1840er wieder erweitert. Nach 1848 ging es wieder wirklich Aufwärts: die verpachtete Fläche des Theresianums wurde wieder für eigene Zwecke verwendet, die Bepflanzung systematisiert, Bewässerungsanlagen erneuert und Gewächshäuser errichtet.

Weiter in Teil II.

(Stadtarchiv Ph-7206)

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