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Ein Weltunternehmen Aus Innsbruck

Ein Weltunternehmen aus Innsbruck

Start-up-Unternehmen sind Unternehmen, die dank einer guten Idee, einer passenden Epoche und guter Ausführung – vielleicht auch mit einem Quäntchen Glück – in kurzer Zeit zu weltweiter Bedeutung gelangen. Wir denken heute an irgendwelche, einem älteren Herren wie mir nicht nachvollziehbaren Computerprogramme, Apps oder sonst was.

Aber auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es möglich, in kurzer Zeit weltweit Geschäfte zu machen. Sogar im Bereich des Kunsthandwerks.

Im Jahr 1861 gründeten die Herrn Georg Mader, Albert Neuhauser und Josef von Stadl die „Tiroler Glasmalerei- und Mosaik-Anstalt“ in der Innsbrucker Altstadt. Ab 1870 wird der bekannte Gebäudekomplex in Wilten zwischen der Müllerstraße und der Glasmalereistraße errichtet.

Unter dem überaus aktiven und erfolgreichen Direktor Albert Jele (1874 – 1898) wurde dieses Start-up zu einem weltweit aktiven Unternehmen. Es gab Filialen in Wien und New York. Viele der in dieser Zeit neu errichteten Kathedralen in Nordamerika erhielten Fensterschmuck aus Innsbruck. Insgesamt sind es heute über 4.000 [in Worten: Viertausend] Kirchen auf der ganzen Welt.

Zu den Künstlern, die in und mit der Tiroler Glasmalerei-Anstalt arbeiteten zähle unter vielen anderen Alfons Walde, Max Weiler, Rudolf Schiestl und die erst kürzlich leider verstorbene Chryseldis Hofer-Mitterer.

Eine besondere Kirche ist die katholische Kathedrale im Sarajevo. Zwischen 1884 und 1889 als Bosnien unter Österreich-Ungarischer Verwaltung stand, wurde die Herz-Jesu-Kathedrale errichtet und mit Fenstern aus Innsbruck geschmückt. Im Bosnienkrieg in den 1990-er Jahren wurden auch die Fenster der Kirche beschädigt. Schon wenige Jahre nach dem Ende dieses besonders schrecklichen Krieges konnten diese unter Zusammenarbeit von Land Tirol, Stadt Innsbruck und der Tiroler Glasmalerei-Anstalt nach Originalplänen wieder hergestellt werden. Die Firma leistete dabei auch einen beachtlichen wirtschaftlichen Beitrag. Die Verbindung von Innsbruck nach Sarajevo besteht seit 1980 durch eine Städtepartnerschaft, die nach den Olympischen Winterspielen entstanden ist. Da ich in der Zeit vor der Restaurierung in einer anderen Angelegenheit in Sarajevo war, konnte ich mir vor Ort ein Bild machen und einen Bericht schreiben. Ob dieser was bewirkt hat weiß ich nicht, aber wichtig ist ohnehin nur, dass die Fenster wieder bunt leuchten.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: So-34-50)

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