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Die Sieben Samurai?

Die sieben Samurai?

Der cineastische Klassiker von Akira Kurosawa aus dem Jahr 1954 erzählt die Geschichte von einem eigentlich aussichtslosen Kampf von sieben japanischen Schwertkämpfern. Auch wenn es sich wahrscheinlich in der Höttinger Au nicht um einen Kampf auf Leben und Tod handelt, so steht das Radrennen dieser sieben Sportler auch unter einem ungünstigen Stern. Eigentlich unter Wolken, denn es regnet(e). Entsprechend ernst blicken die Sportler auch auf die auf sie zukommende Herausforderung.

Die am linken Oberschenkel angebrachten Startnummern weisen die Athleten als Teilnehmer eines Wettrennens aus. Auf den Gesichtern der Zuschauer ist mit etwas Interpretation eine Mischung von Bewunderung und Schadenfreude zu erkennen. Kein Wunder.

Wahrscheinlich befinden wir uns in der Mitte der 1930-er Jahre. Vielleicht findet jemand heraus, welcher „Schneider“ und welcher „Schindl“ am linken Bildrand ihre Firmen bewerben.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-31.245)

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Der Startplatz würde passen (Tiger):
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19310908&query=%22radrennen+h%c3%b6ttinger+au%22~10&ref=anno-search&seite=8
    Der Wetterbericht würde auch hinkommen (Regen).
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19310914&seite=4&zoom=33
    Wenn sich bis zum Start noch ein paar Samurais eingefunden haben könnten es diese Herren sein, die man großteils heute nicht mehr auf Fotos erkennt.
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19310915&seite=8&zoom=33

    1. Nett, dass der Waroschitz Hans (Fahrradgeschäft in der Pradlerstraße) – siehe http://innsbruck-erinnert.at/eine-verlorene-kunstform/comment-page-1/#comment-1441 – auch unter den „Top Ten“ war!

      Interessant auch die Streckenbezeichnungen in diesen Zeitungsmeldungen:
      Innsbruck – Rothenbrunn und
      Radrennen Innsbruck – Trankhütte – Innsbruck!

      Bei Rothenrunn wird in einer der Meldungen in Klammer Sellrain hinzugefügt – das hätte ich nicht gewusst. Aber wo die Trankhütte ist, weiß ich! Eine Rätselfrage für die Kollegenschaft!

      1. die Trankhütte lag (liegt?) kurz vor Imst. Man wählte sie als Wendepunkt für die 100km-Radrennen, weil sie genau 50km von der Höttinger Au entfernt ist. Heute heißt noch ein Ortsteil von Roppen so.

      2. Lieber Herr Roilo, Sie haben wahrscheinlich noch bei Herrn Waroschitz in der Pradlerstraße eingekauft? Wie lange gab es das Geschäft?

        1. Grüß Gott, Herr Stepanek. Ja – ich habe mein erstes selbstbezahltes Radl beim Waroschitz Hans gekauft. Es war ein tolles Fahrzeug, ein Rih-Super. Ich habe darüber in http://innsbruck-erinnert.at/eine-verlorene-kunstform/comment-page-1/#comment-1441 geschrieben.
          Nun habe ich in meinen Fotoalben genauer nachgeschaut: Es muss im Frühsommer 1956 gewesen sein, denn meine erste Tour mit dem neuen Rad machte ich mit einem Arbeitskollegen nach Südtirol. Dabei „bezwangen“ wir am Rückweg zu unserer Arbeitsstelle (ich war damals Vermesser auf der Timmelsjochstraße) am 15.8.1956 das Timmelsjoch! Diese Straße war damals erst bis Schönau am Fuße des Kehrenaufstiegs im Passeier befahrbar (natürlich ohne Asphalt), von hier mussten wir das Radl durchs Timmelstal aufs Joch tragen, wo uns dann bei Schneetreiben der Baustellen-Unimog unserer Firma erwartete. Denn befahrbar war damals auch unsere Seite nur teilweise, Baubeginn (und damit Beginn meiner aktiven Laufbahn) war ja erst im Spätherbst 1955 gewesen! Spinner hat es unter den Radlern schon immer gegeben.
          Wann Waroschitz zusperrte, kann ich leider nicht sagen – mein Leben spielte sich in dieser Zeit, mit Ausnahme im Winter, im Ötztal ab.

    2. Gute Vermutungen, gute Recherche, aber ich habe meine Zweifel.
      Der Verband der Rennfahrer Tirols war ein Verband mehrerer bürgerlicher Rennradvereine. Das heißt einerseits, dass an einem solchen Rennen mehr als sieben Personen teilnahmen, die ja vor allem in Vereinen waren, um sich mit anderen Rennradlern messen zu können. Hier auf dem Foto haben wir augenscheinlich sehr wenige Teilnehmer. Und es erscheint mir unlogisch, dass der Fotograf lange vor Start, bevor alle Teilnehmer in Position sind, schon ein Foto macht. Und wenn wirklich noch weitere Teilnehmer später hinzustoßen, warum warten dann einige schon so früh auf dem Rad an der Startlinie?
      Andererseits reden wir von bürgerlichen Vereinen und lizenzierten Fahrern. Mitglieder der bürgerlichen Vereine waren vor allem junge Männer aus gehobenen Schichten, die sich Sport (zeitlich und finanziell) leisten konnten. Auf dem Foto haben wir nur eine Person im „Rennoutfit“, also mit Trikot und „Radhose“. Er hat auch einen Ersatz-Schlauchreifen dabei, sieht also genau wie die Radrennfahrer jeder Zeit aus. Aber die anderen? Die Tragen ihre Anoraks, alte Soldatenröcke und irgendwelche kurze Hosen. Amateure! Bestimmt keine lizenzierten Rennradler.
      Ich behaupte, das Foto zeigt den Start eines Rennen des ARBÖ – Arbeiter-Radfahrerbund Österreichs. Seit 1902 gab es in Innsbruck den Arbeiter-Radfahrerverein Lassalle, 1928 wurde in St. Nikolaus ein zweiter Arbeiterradfahrerverein gegründet (Innsbruck II) und schließlich 1931 mit Innsbruck III der dritte in Pradl. Die Vereine organisierten ihre eigenen Rennen, Vereins-, Landes-, Bundesmeisterschaften. Und ich denke, hier haben wir es mit so einem Rennen zu tun. Strecken wurden die gleichen gefahren, die auch bürgerliche Vereine fuhren, hier wahrscheinlich Höttinger-Au – Trankhütte – Höttinger-Au, ein 100km Rennen.
      Im Jahr 1929 fand übrigens die ARBÖ-Bundesmeisterschaft auf einem Teil dieser Strecke statt (Wendepunkt Stams für ein 70km Rennen). Ein Vergleichsfoto zum Start findet sich auf der Titelseite der Verbandszeitung rechts unten: (hier sieht man auch, dass die Teilnehmer der ARBÖ-Bundesmeisterschaft schon sehr viel „professioneller“ gekleidet waren als unsere sieben Samurai)
      https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rad&datum=1929&page=21&size=45
      https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rad&datum=1929&page=22&size=45
      Soweit meine Ansicht, ich bin jedoch sehr gerne offen für Einwendungen jeglicher Art!

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