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Die Prinzen Vom Landhausplatz

Die Prinzen vom Landhausplatz

Ein beliebtes Fotomotiv sowohl bei Zeitgenossen als auch bei Historikern: Der Landhausplatz und sein Denkmal. Diesmal geht es wieder mehr um die Objekte, die zufällig ins Bild gerutscht sind. Heute: Autos aus den späten 1960er Jahren.

Fotograf Friedrich Nickel nützt den wolkenverhangenen Himmel, um die Kamera gen Süden richten zu können. Es ist Hochsommer, auf dem Denkmal prangt der für 99% der TirolerInnen unverständlich gebliebene lateinische Gedenktext, die Uhr auf dem Hochhaus zeigt exakt 14:45h.

Da der Autor dieser Zeilen in den 1970er Jahren hin und wieder von der Mutter seines besten Freundes in von seiner eigenen Familie nicht gepflogener betont sportlicher Fahrweise von Hötting zum Training des FC Veldidena im Wiltener Beselepark chauffiert wurde, blieb eine Stelle im Herzen des Buben für den dabei zum Einsatz gekommenen NSU Prinz (1100 ccm/54 PS) reserviert. Die harten Federn des sportlichen Fahrwerks ließen die Kurven der Auffahrt doppelt so intensiv erleben und wenn gelegentlich der Sonnenstraßen-180er im Renntempo genommen wurde, ohne dass die Zigarette der Fahrerin aus der Hand gelegt werden musste oder der Redefluss Schaden genommen hätte, quietschten Reifen und Passagiere.

Dieses Bild hält zwei NSU Prinz TT für uns bereit, das ist entweder Zufall oder der Grund, warum das Foto überhaupt geschossen wurde. Beide scheinen aus dem fernen Innsbruck-Land gekommen zu sein. Links wird eine Limousine von den beiden Schönheiten verdeckt, deren Type leider so schwer erkennbar ist, dass die LeserInnenschaft mithelfen muss. Der Wagen dahinter könnte ein Volvo Amazon sein, falls ja wurde er hoffentlich für den Enkel aufbewahrt, der heute damit in Hipster-Kreisen neidische Blicke auf sich ziehen würde.

Rechter Hand lugt ein Vauxhall Viva aus Vorarlberg aus dem Bildesrand, etwa gleich motorisiert wie die Prinzen. Es ist etwas schwierig, über die Optik der Vauxhalls etwas Euphorisches zu sagen. Wahrscheinlich bot das biedere Äußere eine gewisse Sicherheit für den vom Zeitgeist der späteren 1960er Jahre irritierten Beamten aus dem Ländle.

Eine Reihe weiter hinten, neben einem unvermeidlichen Käfer, die charakteristischen Kühler-Barten eines Ford Taunus. Dieser war in der Regel mit einem standesgemäßen V6-Motor ausgestattet und bekam von Automobilfreunden den originellen Spitznamen „Große Wanne“. Der Simca (kurz für Société Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile) 1000 daneben möchte später auch einmal ein Taunus werden, hat man den Eindruck.

Hinweise auf die zwei in dritter Reihe abgestellten Modelle werden gerne entgegengenommen. Unlösbar für den Auto-Quartettbesitzer der 1970er Jahre bleibt auch der Wagen hinter dem NSU Prinz. Einiges weist auf den schicken Fiat 124, aber man sieht einfach zu wenig charakteristische Designteile.

(Sammlung Kreutz-Nickel)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Die Limousine links von den beiden Prinzen könnte ein Opel Kadett A oder B sein, wegen der Zierleiste in der L-Ausstattung. Aufgrund des weißen Lenkrades vermute ich eher einen Kadett A.

    Der Volvo Amazon könnte mE auch ein VW Typ 3 sein, die Heckpartie mit der Sicke schaut eher nach VW aus.

    Für die Vermutung des Fiat 124 passt der linke Außenspiegel nicht. Die Fiat hatten die an der Fahrertür montiert und nicht am Kotflügel. Auch ist die C-Säule bei 124er viel breiter. Was das sein könnte? Da bin ich momentan noch ein bissl ratlos.

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