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Bayerische Besatzung

Bayerische Besatzung

Am 6. November 1918 druckte der Allgemeine Tiroler Anzeiger auf der ersten Seite eine Depesche ab, die das königlich bayerische Kriegsministerium am Vortag an den Tiroler Nationalrat gesandt hatte. Darin hatte es die Tiroler darüber informiert, dass sich Bayern infolge des am 3./4. November 1918 geschlossenen Waffenstillstandes zwischen der Habsburgermonarchie und Italien dazu gezwungen sähe, in Nordtirol einzumarschieren, um einen Vorstoß der Entente nach Süddeutschland zu verhindern.

Der Einmarsch der bayerischen Truppen begann noch am 5. November 1918, in Innsbruck rückten sie zwei Tage später ein. Unser Titelfoto zeigt eine Abteilung bayerischer Soldaten in der Herzog-Otto-Straße. Leider liefern die spärlich vorhandenen Quellen so gut wie keine Hinweise darauf, wie die Innsbruckerinnen und Innsbrucker Besatzung und Besatzer wahrnahmen.

Hätte der Erste Weltkrieg noch etwas länger gedauert, wären Kampfhandlungen in Nordtirol und damit auch in der Landeshauptstadt durch den bayerischen Einmarsch jedenfalls sehr wahrscheinlich geworden. Zum Glück blieben Stadt und Land davon jedoch verschont. Am 11. November 1918 kapitulierte schließlich auch das Deutsche Kaiserreich. Damit war der Erste Weltkrieg endgültig zu Ende und die bayerischen Truppen begannen sich wieder zurückzuziehen.

Mehr über die bayerische und italienische Besatzung Innsbrucks nach dem Ersten Weltkrieg können Sie in unserer Publikation Zeit – Raum – Innsbruck, Bd. 11 nachlesen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-18601)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Wieder einmal ist für mich anderes interessant als das Hauptmotiv. In diesem Fall ist es das linksseitige Straßenbahngleis, das ich dort nicht erwartet hätte; ob es irgendwo verzeichnet ist, muss ich erst nachsehen. Jedenfalls sehe ich hiermit definitiv zum ersten Mal ein Foto davon.
    Das Gleis rechts ist das Streckengleis der Linien 2 (die damalige Linie 2 verkehrte zwischen Mühlau, Gh. Dollinger, und der Fischerstraße in Wilten) und 4; diese am 10. Juli 1939 stillgelegte Tramstrecke vom Marktplatz durch den Saggen, die zeit ihres Bestehens außerdem auch noch im Villensaggen zwei Varianten aufwies, war eingleisig. Der Aufnahmepunkt dürfte gleich östlich der Altstadt-Innbrücke sein, wo sich auf der Nordseite der Straße eine größere Wartehalle der Tram befand.
    Das fragliche Gleis muss entweder eine Ausweiche oder ein Abstellgleis gewesen sein. Die leichte Krümmung ganz links im Bild deutet an, dass es dort auf die Weiche ins Streckengleis zugelaufen sein könnte, etwa im Bereich der Wartehalle. Je nach Betrachtungsweise kann das Vorhandensein eines zweiten Gleises im Bereich dieser Station diese Station zu einem Bahnhof machen. Somit hatten wir also einst einen „Altstadtbahnhof“. 🙂

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