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Alpinismus Mit Komfort

Alpinismus mit Komfort

Am 14. Juni 1914, exakt zwei Wochen vor den verhängnisvollen Schüssen von Sarajewo, konnte die Alpenvereinssektion Innsbruck ihre neue Hütte am Erlsattel eröffnen. Eigentlich hätte die Hütte ja den Namen Erlhaus erhalten und bereits am 1. August 1913 eigeweiht werden sollen. Aber das schlechte Wetter hatte der Sektion Innsbruck einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Bauarbeiten derart verzögert, dass erste Ende August 1913 die Firstfeier abgehalten werden konnte.

Im Frühjahr 1914 konnten schließlich die letzten Arbeiten an der Hütte abgeschlossen werden und das Ergebnis konnten sich sehen lassen:
„Die Hütte – das Erdgeschoß ist gemauert, der übrige Bau besteht aus Holz – enthält zwei Keller, im Erdgeschoße zwei gemütliche Gaststuben, die Wirtschaftsstube mit drei Betten, Küche, Speise, Trockenraum, Dunkelkammer, Vorraum, Verschlußabort mit Wasserspülung; im ersten Stock sind sieben getäfelte Zimmer mit vorläufig 13 Betten, ein Matratzenraum mit 17 Matratzenlagern, Bad, Verschlußabort mit Wasserspülung, Vorraum und Söller. Im geräumigen Dachstock sind dermalen nur sechs Strohsacklager untergebracht, doch ist dort noch Raum für 44 weitere Lagerstätten (Matratzen und Betten) vorhanden. Auch dem Dachgeschoß ist ein Söller vorgebaut. Am Dachboden selbst können endlich auch noch 20 Lagerstätten untergebracht werden. Das Solsteinhaus besitzt eine eigene Wasserleitung. Das Nebengebäude dient als Waschküche und Saumtierstall“, so die Innsbrucker Nachrichten am 15. Juni 1914. Der Komfort, den die Hütte ihren Gästen bot, war für die damalige Zeit durchaus beachtlich.

War das Wetterpech schon während der Bauzeit ein ständiger Begleiter, so verließ es die Sektion Innsbruck auch am Eröffnungstag nicht. Trotz des Regenwetters sollen am 14. Juni 1914 über 100 Alpinisten tropfnass beim Solsteinhaus eingelangt sein. Unter ihnen waren zahlreiche Mitglieder diverser alpiner Gesellschaften (u.a. waren Vertreter der Glockenhofer, des Akademisch-Alpinen Vereins und der Karwendler erschienen). Glücklicherweise hatte der Wettergott zumindest ein Einsehen, als die Stunde der Eröffnungsfeier nahte und so konnte diese im Freien abgehalten werden.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-1772)

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