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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Waggonbewohner:innen #10

Die Waggonbewohner:innen #10

Die Serie der ebenso überraschenden wie erfreulichen Bildzusendungen zu unserem vormals nicht illustrierbaren Thema der Waggonbewohner:innen geht weiter. Frau Claudia Mabille-Strele schickt uns und erlaubt die Publikation dieses ungewöhnlichen Bildes. Drei Frauen stehen im Areal des Südbahnhofes=Hauptbahnhofes Innsbruck. Wir wissen auch wo, denn hinter ihnen ist die Silhouette der Schindler-Fabrik in der Karmelitergasse 21 zu erkennen. Diese Häuserzeile war vor den Luftangriffen länger, heute ist der vom Fotografen aus linke Gebäudeteil der Olympiabrücke gewichen. Hier der Gegenschuss aus dem Album der Familie von Hugo Schindler:

Zurück zum Titelbild. Der Entstehungszeitraum ist nicht vermerkt, möglich ist 1920 bis 1927. Ganz rechts steht Frau Ida Strele geborene Stefani. Sie war die Großmutter der Einsenderin, die sich kürzlich unter dem Beitrag #2 dieser Serie gemeldet hat. Dort sind die Heimatrechtskarten einiger anderer Mitglieder der Familien Stefani und Rizzi zu sehen, hier zeigen wir die Heimatrechtskarte von Ida Strele, geboren 1899 samt Gatten Michael *1896 und den 1920 und 1927 geborenen Töchtern Emma und Hilda:


Die junge Frau links und die ältere Frau in der Mitte sind unbekannt. Es ist kein Schnappschuss, die drei Südbahnhof-Bewohnerinnen haben sich fürs Foto schön angezogen, die haare gerichtet und schauen dem Fotografen freundlich entgegen. Der Turm im Hintergrund wird wohl ein Wasser- und Kohlenladeturm sein, ich habe bei uns im Stadtarchiv kein Vergleichsbild aus der Zeit gefunden. Die Bahnhofslandschaft im Hintergrund wirkt sehr wild und ungeordnet. Eine Lokomotive wird neu befüllt. Die Eisenträger und Schotterhalden verströmen dystopischen Schauer und erinnern eher an die Aufnahmen nach den Bombentreffern 1943.

Michael und Ida Strele konnten mit ihren Kinden etwa 1926 in die Universitätsstraße 17 übersiedeln und scheinen dann bis in die 1950er mit der Wohnadresse Mariahilstraße 34 in den Adressbüchern auf.
Unsere Ausstellung „Suche Wohnung! Von der Baracke zum Leerstand“, für die wir die Geschichte der Innsbrucker Waggonbewohner:innen ausgegraben haben, geht jetzt übrigens in die aller-, allerletzte Woche der Verlängerung. Am 7. Februar ist es zu spät!

Link: Alle Artikel der Waggonbewohner:innen-Serie

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