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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Olympische Reminiszenzen: Post Vom Papst

Olympische Reminiszenzen: Post vom Papst

Anlässlich der Olympischen Winterspiele 1976, deren Eröffnungsfeier heute vor 50 Jahren stattfand, übersandte auch Papst Paul VI. (1963-1978) eine Grußbotschaft. Von 1964 ist bei uns keine solche Grußbotschaft erhalten. Stellt sie eher ein Einzelstück oder eine Routine dar?

Die Suche nach „Papst Grußbotschaft olympisch“ zeigt, dass sich die Päpste in den vergangenen beiden Jahrzehnten regelmäßig zu den Olympischen Spielen äußerten. Die Sportaffinität jener drei Päpste, die auf Paul VI. folgten – Johannes Paul II., Benedikt VI. und Franziskus – beleuchtete der Sportwissenschaftler und ehemalige Sportfunktionär Helmut Digel im März 2025 auf sport-nachgedacht.de. Gemeinhin gilt übrigens bereits Papst Pius X. (1903–1914) als jener Papst, „der als erster dem modernen Sport eine besondere Aufmerksamkeit widmete“. 

In seiner Grußbotschaft bekundete Paul VI. den „Veranstaltern und Sportlern unser lebhaftes Interesse an diesem eindrucksvollen, friedlichen Wettstreit der Nationen.“ (Detailfrage: Hätten „wir“ und „unser“ als Pluralis Majestatis nicht groß geschrieben werden müssen?) „In einer noch immer entzweiten Welt ist diese weltweite freundschaftliche Begegnung ein ermutigender Aufruf zu noch größeren Anstrengungen für Frieden und Eintracht unter den Völkern.“ Der „im nationalen und internationalen Leben der Völker durchaus zu Recht bestehende Wettstreit zwischen den Menschen, Volksgruppen und Nationen“ könne sich „durch Verzicht auf Unrecht und Gewalt“ zum Wohl der Menschheit auswirken.

Klingt nach Sport als Ersatz für politische und militärische Konflikte. War es auch. Obwohl Sportlerinnen und Sportfunktionäre in (un)regelmäßigen Abständen betonen, dass man Sport und Politik trennen sollte – Sport ist immer auch politisch. Das zeigt sich besonders auch an den Olympischen Spielen in Innsbruck. Deswegen widmen sich zwei Beiträge in unserem neuen Buch explizit diesem Themenbereich. Andreas Praher beschäftigt sich mit den Olympischen Winterspielen in Innsbruck vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes und insbesondere den schwer belasteten deutsch-deutschen Sportbeziehungen. Darüber hinaus zeigen Matthias Marschik und Georg Spitaler auf, dass 1964 und 1976 zentrale Ereignisse für die Positionierung Österreichs auf der Weltbühne waren und wie das kollektive Mitfiebern mit „unseren“ Sporthelden die Identitätsbildung (in) der „Alpenrepublik“ prägten.

Hergestellt wurde die päpstliche Grußbotschaft übrigens von Ernst Mairhofer aus Sautens.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, U-3221)

Buchtipp: Joachim Bürgschwentner, Matthias Egger, Wolfgang Meixner (Hg.): Olympische Winterspiele in Innsbruck. Vorgeschichten – Bedeutungen – Nachwirkungen. 34,90 €. Erhältlich u. a. im Stadtarchiv/Stadtmuseum und in unserem Online-Shop

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