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Inseldasein?

Inseldasein?

Umtost von Straßen und Straßenbahnschienen stehen hier ein paar verlassene kleine Häuschen. Eremiten? Nein, Bauarbeiter.

Der gelernte Innsbrucker fragt sich, wie viele neue Konzepte für diesen Verkehrsnotenpunkt er schon überlebt hat. Einige sicher. Die aktuelle Lösung scheint aber bisher gut zu funktionieren.

Bei diesem – zugegeben – sehr kleinen Rätsel erwarte ich weniger tagelanges herumraten, wo es ist, sondern eher Neuigkeiten von den Straßenbahn-Spezialisten.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Ph-3977)

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Bereich Gaswerkbrücke – Hallenbad – Leipziger Platz.

    Ganz links oben sieht man noch den Beginn der Krümmung der alten Straßenbahnschienen, die quer über die Amraserstraße zu der sillaufwärts liegenden einspurigen Brücke der Dreier zusammengeführt wurden.

  2. So im Urlaub kann ich gar nicht sein, dass ich das nicht trotzdem mit offenem Mund sehen und kommentieren müsste. 🙂

    Anfangs tat ich mich etwas schwer, denn der obere Bildrand verrät zweifellos, dass es sich um den Leipziger Platz handelt. Aber wann hätte es dort denn einen viergleisigen Bahnhof in ähnlichen Dimensionen wie heute gegeben? Früher war das ja kein Verzweigungspunkt mehrerer Tram- und Buslinien, sondern da gurkte nur die dazumal nie besonders gut ausgelastete Linie 3 durch. Bei genauem Hinsehen wird klar: wir sehen hier eigentlich nur zwei bescheidene Gleise und einen Bahnsteig (denn der zweite stadteinwärts ist noch nicht gebaut) – es ist ein Neubau der Gleisanlagen. Es könnte sich um den zweigleisigen Ausbau der Linie 3 handeln, der 1939 stattfand. Demnach hätte man auch damals schon den Ausbau der Tram genutzt, um die Oberflächengestaltung zu erneuern und nach damaligem Verständnis zu verbessern.

    In der 1:1-Vergrößerung http://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2020/09/Ph-3977.jpg sieht man beim neuen Gleis oben die frisch verlegten Porphyrwürfel, die seinerzeit zum Innsbrucker Standardoberbau für Tramgleise gehörten – eine Tradition, die man m.E. nie aufgeben hätte sollen, weil es dazu beitrug, andere Verkehrsteilnehmer*innen von den Gleisen fernzuhalten. Dennoch war damit leider schon in den 1960ern Schluss und heute liegen alle Gleise in simplem Asphalt, Beton oder Confalt, selten auch in Schotter oder Rasen. Das untere Gleis wartet noch auf seine Pflastersteine, das Planum scheint aber bereits dafür vorbereitet.

    Weshalb ich mir nicht sicher bin wegen 1939? Weil im Bild oben bereits zwei Gleise zu sehen sind. Die Baugrube rechts oben in Fortsetzung des Vektors des 2. Gleises von oben lässt vermuten, dass hier ein Gleis abgebaut wurde. Zusätzlich gibt es noch das 1. Gleis ganz oben, das aussieht, als wäre es schon lange da. Oder ist das 2. Gleis nur der Rest einer Baustellengleisanlage? Da muss ich passen. Vielleicht kann dieses Rätsel jemand anderes lösen. Wenn beide Gleise schon da waren, wurde das Bild jedenfalls von einem späteren Zeitpunkt gemacht.

    1. Hallo Manni,
      Danke für Deine sehr interessanten Ausführungen!
      Ich habe gehofft, dass Du das Bild aus Deiner Perspektive für uns aufschlüsseln wirst.
      Beste Grüße,
      Lukas

  3. Ja, das Bild zeigt eindeutig den Leipziger Platz, am oberen Bildrand erkennt man auch das Nebengebäude des Pradler Hallenbades in dem heute das Eltern-Kind-Zentrum untergebracht ist. Der Aufnahmezeitpunkt dürfte Anfang der 1960er (1961-62?) liegen als der Bereich Gaswerkbrücke und Leipzigerplatz großflächig umgestaltet wurde.

    Der Standpunkt des Fotografen war offenbar das Dach oder eines der oberen Stockwerk des Hauses Hunoldstraße 3.

  4. Zur Datierung:
    Durchsucht man die historischen Luftbilder so dürfte die Baustelle auch 1963 noch bestanden haben (Flug 1963564 (AUTOB. KUFSTEIN-INNSB.-BRENNER), Datum 07.04.1963, Protokoll 1, Streifen 20, Bild 72) . Am 20.05.1962 war gemäß Luftbild von Flug 1962048 (HAUPTBAHNHOF INNSBRUCK) noch nichts von der Neugestaltung des Leipzigerplatzes in deisem Abschnitt zu sehen, die Umleitung der Tram um die Baustelle der neuen Friedensbrücke herum sieht man hingegen gut.
    Was mir bemerkenswert erscheint: Die von Herrn Schneiderbauer bereits erwähnte Baustellengleisanlage rechts hinter den Hütten scheint tatsächlich eine Art Feldbahn zu sein; diese kann verschiedensten Zwecken gedient haben:
    Hat man in der Nähe ein kleines mobiles Betonwerk errichtet, wie es damals auf Baustellen noch üblich war, und förderte die Zuschläge dafür vor Ort aus dem Boden? Wurde mit der Feldbahn zuvor das Abbruchmaterial der alten Hauszeile nördlich des um 1960 gebauten Hochhauses abtransportiert?
    Auf Luftbild Flug 1963062 (HAUPTBAHNHOF INNSBRUCK), Datum 15.07.1963, Protokoll 1, Streifen 1, Bild 6822 erkennt man die Baustelle mit den Hütten gut; leider sieht man das Feldbahngleis aber nicht.

    1. Das ist meiner Meinung keine Feldbahn, sondern die Schalung für die Betoneinfassung! 1963 wurden auch keine Feldbahnen mehr für Materialtransporte auf Baustellen, schon gar nicht im innerstädtischen Bereich, verwendet.

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