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	Kommentare zu: Verwelkende Freundschaft	</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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		<title>
		Von: Henriette Stepanek		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Stepanek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2025 17:04:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Da ich fürchte, daß dieses Thema weitestgehend unkommentiert bliebe, wenn wir den Herren den Vortritt lassen - welchen sie, historisch betrachtet, beim Thema &quot;Stammbuch&quot; eindeutig hätten! - habe ich in meinen Erinnerungen gekramt.
Bereits in der 1.Klasse Volksschule Fritzens, 2. Schulstufe, kam eines Tags eine Mitschülerin daher, drückte mir so ein Büchl in die Hand und frug &quot;Machsch du mir was eini!&quot;
&quot;Einimachn! Einimachn!&quot; entrüstete sich meine Mama daheim. &quot;Einimachn tuat a Poppele in die Windln. In a Poesiealbum   s c h r e i b t   ma was eini - und zeichnet was dazua!°&quot; 
Und flugs schnitt sie aus zusammengefaltetem Papier  ein Herz aus, legte es auf die offene Seite des Poesiealbums. malte in regelmäßigen Abständen gelbe Punkte um die Herzschablone herum und wies mich an, daraus mittels 5 blauer Punkte Vergißmeinnicht zu zaubern. Alsdann kramte sie in ihrem Gedächtnis und schrieb 5 oder 6 Albumverse aus der Erinnerung auf. Leider weiß ich nicht mehr, was meine Mama (ich schrieb ihr noch zu wenig schön) mittels der im Geschäft Leo Stainer Anno dazumal erlernten Zierschrift in dieses Herz hineingeschrieben hat.
Aber bei den 5 oder 6 aufgeschriebenen Versen war auch dabei:
&quot;Liebst du mich, so lieb ich dich -
Hopsassa - Gedankenstrich!
Sollst du meiner je vergessen,
Soll dich gleich der Klaubauf fressen&quot;
Es würde mich nicht wundern, wenn in der &quot;Sammlung Sommer&quot; eine Postkarte mit diesem Text vorhanden wäre - woher hätte sie diese Perle der Dichtkunst sonst gekannt???
Nun, dank Mamas Hilfe verbreitete sich mein Ruhm als &quot;Einimacherin&quot; relativ schnell. Nur ich selbst hatte - keines.
Als das Christkind mir ein rotes mit weißen Tupfen brachte, wanderte es zuerst zu den Großeltern nach Deutsch Wagram, damit alle Verwandten sich darin eintragen sollten. Was Großpapa auch gemacht hat. Oben auf der Seite: Ein Engel mit Füllhorn!!! &quot;Den hat dein Cousin,  der Kurtl, g&#039;maln!&quot; sagte Großpapa stolz. Sonst war noch nichts drin.
Nach einiger Zeit fragte Mama brieflich nach. Das Album sei leider verschollen, hieß es. Ja.
Ich habe es wiedergesehen. 1963. Bei meiner Kusine Irene in Mondsee. Und auch ihre Mutter, meine Tante Maritta, hätte gerne alle Verwandten &quot;drin&quot; gehabt - auch nicht gelungen. Aber Irenes Schulfreundinnen waren alle drin verewigt.
Meine Firmpatin hat mir dann ein &quot;Bonbonniere-Stammbuch&quot; geschenkt, unter dessen einstiger süßer Auflage am Boden des Kästchens  sich einige Büttenblätter verbargen. (1931 - Herausgegeben von der Riquet &#038; Co. A.=G. in Leipzig-Gautzsch.) 
Und sie schrieb mir aufs erste Blatt:
&quot;Eas ich aus Trutz vollbracht,
wuchs voll Pracht
über Nacht
und ward verregnet.
Das ich aus Lieb gesät,
keimte stet,
reifte spät
und ist gesegnet]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich fürchte, daß dieses Thema weitestgehend unkommentiert bliebe, wenn wir den Herren den Vortritt lassen &#8211; welchen sie, historisch betrachtet, beim Thema &#8222;Stammbuch&#8220; eindeutig hätten! &#8211; habe ich in meinen Erinnerungen gekramt.<br />
Bereits in der 1.Klasse Volksschule Fritzens, 2. Schulstufe, kam eines Tags eine Mitschülerin daher, drückte mir so ein Büchl in die Hand und frug &#8222;Machsch du mir was eini!&#8220;<br />
&#8222;Einimachn! Einimachn!&#8220; entrüstete sich meine Mama daheim. &#8222;Einimachn tuat a Poppele in die Windln. In a Poesiealbum   s c h r e i b t   ma was eini &#8211; und zeichnet was dazua!°&#8220;<br />
Und flugs schnitt sie aus zusammengefaltetem Papier  ein Herz aus, legte es auf die offene Seite des Poesiealbums. malte in regelmäßigen Abständen gelbe Punkte um die Herzschablone herum und wies mich an, daraus mittels 5 blauer Punkte Vergißmeinnicht zu zaubern. Alsdann kramte sie in ihrem Gedächtnis und schrieb 5 oder 6 Albumverse aus der Erinnerung auf. Leider weiß ich nicht mehr, was meine Mama (ich schrieb ihr noch zu wenig schön) mittels der im Geschäft Leo Stainer Anno dazumal erlernten Zierschrift in dieses Herz hineingeschrieben hat.<br />
Aber bei den 5 oder 6 aufgeschriebenen Versen war auch dabei:<br />
&#8222;Liebst du mich, so lieb ich dich &#8211;<br />
Hopsassa &#8211; Gedankenstrich!<br />
Sollst du meiner je vergessen,<br />
Soll dich gleich der Klaubauf fressen&#8220;<br />
Es würde mich nicht wundern, wenn in der &#8222;Sammlung Sommer&#8220; eine Postkarte mit diesem Text vorhanden wäre &#8211; woher hätte sie diese Perle der Dichtkunst sonst gekannt???<br />
Nun, dank Mamas Hilfe verbreitete sich mein Ruhm als &#8222;Einimacherin&#8220; relativ schnell. Nur ich selbst hatte &#8211; keines.<br />
Als das Christkind mir ein rotes mit weißen Tupfen brachte, wanderte es zuerst zu den Großeltern nach Deutsch Wagram, damit alle Verwandten sich darin eintragen sollten. Was Großpapa auch gemacht hat. Oben auf der Seite: Ein Engel mit Füllhorn!!! &#8222;Den hat dein Cousin,  der Kurtl, g&#8217;maln!&#8220; sagte Großpapa stolz. Sonst war noch nichts drin.<br />
Nach einiger Zeit fragte Mama brieflich nach. Das Album sei leider verschollen, hieß es. Ja.<br />
Ich habe es wiedergesehen. 1963. Bei meiner Kusine Irene in Mondsee. Und auch ihre Mutter, meine Tante Maritta, hätte gerne alle Verwandten &#8222;drin&#8220; gehabt &#8211; auch nicht gelungen. Aber Irenes Schulfreundinnen waren alle drin verewigt.<br />
Meine Firmpatin hat mir dann ein &#8222;Bonbonniere-Stammbuch&#8220; geschenkt, unter dessen einstiger süßer Auflage am Boden des Kästchens  sich einige Büttenblätter verbargen. (1931 &#8211; Herausgegeben von der Riquet &amp; Co. A.=G. in Leipzig-Gautzsch.)<br />
Und sie schrieb mir aufs erste Blatt:<br />
&#8222;Eas ich aus Trutz vollbracht,<br />
wuchs voll Pracht<br />
über Nacht<br />
und ward verregnet.<br />
Das ich aus Lieb gesät,<br />
keimte stet,<br />
reifte spät<br />
und ist gesegnet</p>
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