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	<title>Brandopferplatz &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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	<title>Brandopferplatz &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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		<title>Der Vergangenheit auf der Spur: Ein prähistorischer Brandopferplatz in Igls</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Team Stadtarchiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gotteshäuser]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Falls Sie sich noch erinnern können, habe ich letztes Jahr schon einmal einen Beitrag über einen eher unbekannteren Brandopferplatz am Bergisel geschrieben. Im Laufe meines Archäologie Studiums bin ich schon mehrmals über solche Kultplätze gestolpert- viele teilweise auch so unscheinbar und klein, dass sie der Bevölkerung gar nicht bekannt waren.  Heute allerdings geht es um den Goldbichl in Igls, von dem Einige vielleicht schon gehört oder ihn selbst schon einmal besucht haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2003 wurden die archäologischen Ausgrabungen, die über 7 Sommer hinweg gingen, auf der Kuppe des Goldbichls in Igls abgeschlossen. Die Ausgrabungen erbrachten viele außergewöhnliche und wissenschaftlich sehr bedeutende Erkenntnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen damals bauten am Goldbichl schon in der frühen Bronzezeit (um ca. 1900 v. Chr.). Der am Goldbichl gefundene Brandopferplatz zählt zu einem der größten bisher in den Westalpen gefundenen. Auf der Kuppe and sich wohl ein Heiliger Bezirk, der nach Norden mit einer Wall- und Grabenanalage vom ebenfalls besiedelten Vorfeld abgegrenzt wurde. Innerhalb der Umwallung fanden sich 7 Häuser für PriesterInnen und Gäste. Von der Siedlung führte eine ca. 40 m lange Zeremonialrampe für Kultzwecke zur Kuppe des Opferplatzes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="720" height="1024" src="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--720x1024.webp" alt="" class="wp-image-62713" srcset="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--720x1024.webp 720w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--211x300.webp 211w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--768x1092.webp 768w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--1081x1536.webp 1081w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--1441x2048.webp 1441w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2024/10/Fl-699-0-0-0--jpg.webp 1759w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><figcaption class="wp-element-caption">Abb.1: Flugblatt zum Brandopferplatz (Stadtarchiv Innsbruck, Sign.: Fl-699)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner letzten Ausformung stellt der Opferplatz eine mächtige 6-7m hohe Steinpyramide mit einer Basis von ca. 30m dar. Diese Pyramide wurde über die Jahrhunderte mühsam von Hand aufgebaut.  Die gewaltigen Kult-Feuer waren vermutlich über weite Teile des Inntals zu sehen. Diese Feuer waren so heiß, dass sie vermochten die Steine in Laufschlacke zu verwandeln. Ein Beispiel für solche geschmolzenen Steine ist am Goldbichl ausgestellt. Feuer war damals ein zentrales Element den Göttern zu huldigen. Es wurden sowohl Tieropfer als auch Gebrauchsgegenstände, wie Töpfe, Keramik usw&#8230; geopfert. Oft waren diese Kulthandlungen mit einem großen Fest verbunden. Das Fleisch der Tiere wurde nicht geopfert, sondern wurde unter den Feiernden aufgeteilt und verspeist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Bronzezeit wurde Feuer häufig auf Lehmböden entzündet. Mit der Zeit entwickelten die Menschen die Praxis, Steine zu kleinen Altären aufzuschichten. In der Eisenzeit hingegen errichteten die Räter (ein in Tirol siedelndes Volk) imposante Steinaltäre, die für ihre Opferzeremonien genutzt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls Sie einmal Lust auf einen spannenden Herbstspaziergang haben, können Sie den archäologischen Lehrpfad bestreiten und sich die heute noch zusehende Wallanlage und den geschmolzenen Stein selbst ansehen- ein wirklich faszinierender Anblick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Titelbild: Stadtarchiv Innsbruck, Sign.: GoNe-015308)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verfasserin: Laura Madreiter</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Brandopferplatz oder prähistorische Stätte? Vielleicht auch beides?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Team Stadtarchiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2023 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[bergisel]]></category>
		<category><![CDATA[Brandopferplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Prähistorische Stätte]]></category>
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					<description><![CDATA[In meinem vorherigen Beitrag über den Bergisel, sind wir uns ja schon einig geworden, wie historisch relevant der Bergisel ist. Wenn man den Namen „Bergisel“ hört, denken viele vermutlich als erstes daran, dass der Hügel Schauplatz des Kampfes um den&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In meinem vorherigen Beitrag über den Bergisel, sind wir uns ja schon einig geworden, wie historisch relevant der Bergisel ist. Wenn man den Namen „Bergisel“ hört, denken viele vermutlich als erstes daran, dass der Hügel Schauplatz des Kampfes um den Bergisel, unter Führung des Freiheitskämpfers Andreas Hofer war- und das gleich vier Mal. Als Zweites käme mir spontan dann auch noch das Bergiselspringen auf der Schanze in den Sinn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eher unbekannt sind aber die Ausgrabungen- für mich als Archäologin natürlich sehr interessant- die sich am Hügel befinden. Funde zeugen von einer frühen Nutzung als Brandopferplatz und einer Siedlung von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bergisel ist seit langer Zeit als bedeutender archäologischer Fundplatz bekannt. Im Tiroler Landesmuseum befindet sich heute der Rest eines Depotfundes, dessen größerer Teil angeblich „in Wagenladungen fortgeführt und zentnerweise an Glocken- und Gelbgießer verkauft wurde“. Der genaue Fundort ist heute allerdings nicht mehr genau zu lokalisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis auf wenige Fundstücke der Spätbronze- und späten Eisenzeit sowie der römischen Kaiserzeit, die wohl teilweise dem Depot unterschoben wurden, datieren die Funde in die späte Hallstattzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich im Gelände zu erkennen ist außerdem eine Wallanlage. Trotz einer Sondierungsgrabung von Oswald Menghin, dem Vater von Osmund Menghin, der im vorherigen Beitrag bereits genannt wurde, im Jahre 1936 konnte die zeitliche Einordnung der Anlage nicht geklärt werden. Die vom Ausgräber vermutete Datierung ins Mittelalter ist keinesfalls gesichert, nach heutiger Erkenntnis sogar höchst unwahrscheinlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Grabungen 1963 kamen außerdem dicke Brandschichten von Schutt und Asche zum Vorschein, die von Keramikfragmenten durchzogen waren. Dieser Befund lässt darauf schließen, dass die Siedlung wohl abgebrannt sein müsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zuge der Baumaßnahmen von 1960 bis 1962 für die erste Sprungschanze aus Beton für die Olympischen Spiele im Jahr 1964 sind auf der Kuppe vorgeschichtliche Keramikfunde, Bruchstücke von Bronzeblechen, und mehrere künstlich angelegte Gruben, die denen auf dem Brandopferplatz am Goldbichl sehr ähnlich sind, gefunden worden. Weiters fanden sich zahlreiche vom Feuer gerötete oder gar verschlackte Steine sowie kalzinierte Knochen-hier war also nach damaligem Wissenstand mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Brandopferplatz, der allerdings schon beim Bau von 1962 weitgehend zerstört worden sein dürfte.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0--1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-46194" style="width:566px;height:375px" width="566" height="375" srcset="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0--1024x678.jpg 1024w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0--300x199.jpg 300w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0--768x508.jpg 768w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0--1536x1016.jpg 1536w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2023/08/Ph-27912-0-0-0-.jpg 1543w" sizes="(max-width: 566px) 100vw, 566px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Nun zu den im Foto gezeigten Grabungen von 2001: Hier wurden die künstlich angelegten Terrassierungen untersucht, wobei man mehrere Häuserbefunde (wie im Foto li.) freilegte, von denen auch einige Brandspuren aufwiesen. &nbsp;</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Spannend hier ist jedoch eine der gefundenen Haustrukturen. Das Innere des Hauses war mit einer Schicht von Asche und Holzkohlestücken verfüllt, die nicht vom Brand des Hauses herrühren, sondern ganz offensichtlich dort eingefüllt worden war. Darin fanden sich Konzentrationen von verkohlten Bohnen und Cerealien, zahlreicher fragmentierter Fritzens-Sanzeno-Keramik und Unmengen von verschmolzenen Stücken von Bronzeblechgefäßen, eine Sichel, wie auch ein Anhänger einer Gehängefibel. Das Konvolut umfasst eine beträchtliche Zeitspanne. Der Befund erinnert an ähnliche Ausgrabungen im Trentino, bei denen ebenfalls Objekte unterschiedlichster Datierung in der Brandasche „thesauriert“ wurden. Eine Funktion ähnlich von „Schatzhäusern“ wäre hier also in Erwägung zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><strong>Weiterführende Literatur:</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><em>Osw. Menghin, Urgeschichtliche Feldforschungen in Tirol. Wiener Prähistorische Zeitschrift 23, 1936, 81-135.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><em>L. Zemmer-Plank, Die Ausgrabungen auf dem Bergisel 1963</em>. <em>Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 48, 1968, 123-148.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><em>Jahresbericht 2001 der Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes. Fundber. Österreich 40, 2001, 55-57.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">(Titelbild: Ausgrabung 2001 am Bergisel, Signatur Ph-27910, Bild im Beitrag: Ph-27912)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verfasserin: Laura Madreiter</p>
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