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	Kommentare zu: Ein Stück Zeitgeschichte	</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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		<title>
		Von: Josef Auer		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-stueck-zeitgeschichte/comment-page-1/#comment-14692</link>

		<dc:creator><![CDATA[Josef Auer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Dec 2021 11:42:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielleicht diente das betreffende Manuskript ja als eine Art Gedankenstütze für Kolbs Rede bei der christlich-sozialen Parteiversammlung in Innsbruck.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht diente das betreffende Manuskript ja als eine Art Gedankenstütze für Kolbs Rede bei der christlich-sozialen Parteiversammlung in Innsbruck.</p>
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		<title>
		Von: Josef Auer		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-stueck-zeitgeschichte/comment-page-1/#comment-14691</link>

		<dc:creator><![CDATA[Josef Auer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Dec 2021 11:39:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zu diesem wertvollen Zeitdokument passt perfekt dieser Zeitungsartikel in den Innsbrucker Nachrichten vom 21. Juli 1927. Franz Kolb war nämlich nach Innsbruck gereist, um bei einer Parteiversammlung als Augenzeuge über die Wiener Vorfälle aus erster Hand zu berichten. Seine Argumente muten für einen christlich-sozialen Politiker aus heutiger Sicht mitunter etwas sonderbar an:

&quot;Am Dienstag wurde in Innsbruck von der christlichsozialen
Partei im Kolpingsaal eine Versammlung einberufen, um zu
den Wiener Ereignissen Stellung zu nehmen. Zunächst berichtete
Nationalrat Prof. Dr. Kolb als Augenzeuge über die Vorfälle
in Wien und hob u. a. die große Langmut der Wiener Polizei
hervor; es sei eine Gemeinheit der Linkspresse, sie als eine
förmliche „Mörderbande&quot; hinzustellen. Zum Schluß führte er
aus, daß die Defensive auf die Dauer zermürbe und daher
die Taktik, immer nur in der Defensive zu bleiben, falsch sei.
Er trat für eine Offensive gegen die Marxisten ein
und meinte u. a.: „Es muß eine Politik gemacht werden, daß die
Marxisten nicht sagen können, daß sie arbeiterfeindlich ist, eine
Politik, die die Arbeiterschaft in die große Volksgemeinschaft ein-
reiht; dann werden arische und deutsche Führer die Arbeiter
führen und nicht Juden, wie man es bei diesen Demonstrationen
wieder gesehen hat. Die Arbeiterschaft braucht die Sozialdemo­-
kratie nicht. Wenn wir in diesem Sinne Weiterarbeiten, wird
es gelingen, den faulen Zauber des Marxismus in Oesterreich
zu brechen.&quot;
Aus dem Berichte des Nationalrates Dr. Kurt Schuschnigg ist
besonders bemerkenswert, daß er sagte, die traurigen Vorfälle
sollen uns eine Lehre sein, „daß sich die Länder möglichst
selbständig halten müssen und sich nicht zu sehr den Wiener
Einfluß beugen dürfen, so lange in Wien die derzeitige Gemeinde­-
herrschaft ist. Nicht von Wien aus kann das österreichische Staats-
wesen gesunden, sondern nur von den Ländern aus.&quot;
Der Vorsitzende Oberrechnungsrat Aschaber brachte dann
eine Entschließung zur Verlesung, in der u. a. folgende
Maßnahmen als unerläßlich gefordert wurden:
1. Unbedingte Gewährleistung des staatlichen Schutzes für alle
Arbeitswilligen und strengste Bestrafung aller Saboteure.
2. Strengste Handhabung jener preßgesetzlichen Vorschriften,
die die Beschlagnahme von Druckschriften verbrecherischen
Inhaltes ermöglichen.
3. Strengste Durchführung all jener strafprozessualen Bestim­-
mungen, die die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch
die Presse während der Dauer des gerichtlichen Verfahrens
verbieten.
4. Sofortige Aufhebung des Asylrechtes für die aus
ihren Heimatstaaten geflüchteten und dortselbst verfolgten
Kommunisten.
5. Ausstellung der Pässe an die Mitglieder der russischen
Gesandtschaft in Wien.
6. Belohnung und öffentliche Anerkennung für die tapfere
Wiener Polizeimannschaft, die unter Aufbietung aller Kräfte
ihre Pflicht bis aufs äußerste erfüllte.
7. Oeffentliche Anerkennung für Offiziere und Mannschaft der
ausgerückten Assistenz der Wehrmacht.
8. Formierung eines Eisenbahnregimentes der Wehrmacht. Die
Versammlung fordert die Nationalräte der Tiroler Volkspartei
auf, obige Forderungen mit allem Nachdruck zu vertreten.&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu diesem wertvollen Zeitdokument passt perfekt dieser Zeitungsartikel in den Innsbrucker Nachrichten vom 21. Juli 1927. Franz Kolb war nämlich nach Innsbruck gereist, um bei einer Parteiversammlung als Augenzeuge über die Wiener Vorfälle aus erster Hand zu berichten. Seine Argumente muten für einen christlich-sozialen Politiker aus heutiger Sicht mitunter etwas sonderbar an:</p>
<p>&#8222;Am Dienstag wurde in Innsbruck von der christlichsozialen<br />
Partei im Kolpingsaal eine Versammlung einberufen, um zu<br />
den Wiener Ereignissen Stellung zu nehmen. Zunächst berichtete<br />
Nationalrat Prof. Dr. Kolb als Augenzeuge über die Vorfälle<br />
in Wien und hob u. a. die große Langmut der Wiener Polizei<br />
hervor; es sei eine Gemeinheit der Linkspresse, sie als eine<br />
förmliche „Mörderbande&#8220; hinzustellen. Zum Schluß führte er<br />
aus, daß die Defensive auf die Dauer zermürbe und daher<br />
die Taktik, immer nur in der Defensive zu bleiben, falsch sei.<br />
Er trat für eine Offensive gegen die Marxisten ein<br />
und meinte u. a.: „Es muß eine Politik gemacht werden, daß die<br />
Marxisten nicht sagen können, daß sie arbeiterfeindlich ist, eine<br />
Politik, die die Arbeiterschaft in die große Volksgemeinschaft ein-<br />
reiht; dann werden arische und deutsche Führer die Arbeiter<br />
führen und nicht Juden, wie man es bei diesen Demonstrationen<br />
wieder gesehen hat. Die Arbeiterschaft braucht die Sozialdemo­-<br />
kratie nicht. Wenn wir in diesem Sinne Weiterarbeiten, wird<br />
es gelingen, den faulen Zauber des Marxismus in Oesterreich<br />
zu brechen.&#8220;<br />
Aus dem Berichte des Nationalrates Dr. Kurt Schuschnigg ist<br />
besonders bemerkenswert, daß er sagte, die traurigen Vorfälle<br />
sollen uns eine Lehre sein, „daß sich die Länder möglichst<br />
selbständig halten müssen und sich nicht zu sehr den Wiener<br />
Einfluß beugen dürfen, so lange in Wien die derzeitige Gemeinde­-<br />
herrschaft ist. Nicht von Wien aus kann das österreichische Staats-<br />
wesen gesunden, sondern nur von den Ländern aus.&#8220;<br />
Der Vorsitzende Oberrechnungsrat Aschaber brachte dann<br />
eine Entschließung zur Verlesung, in der u. a. folgende<br />
Maßnahmen als unerläßlich gefordert wurden:<br />
1. Unbedingte Gewährleistung des staatlichen Schutzes für alle<br />
Arbeitswilligen und strengste Bestrafung aller Saboteure.<br />
2. Strengste Handhabung jener preßgesetzlichen Vorschriften,<br />
die die Beschlagnahme von Druckschriften verbrecherischen<br />
Inhaltes ermöglichen.<br />
3. Strengste Durchführung all jener strafprozessualen Bestim­-<br />
mungen, die die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch<br />
die Presse während der Dauer des gerichtlichen Verfahrens<br />
verbieten.<br />
4. Sofortige Aufhebung des Asylrechtes für die aus<br />
ihren Heimatstaaten geflüchteten und dortselbst verfolgten<br />
Kommunisten.<br />
5. Ausstellung der Pässe an die Mitglieder der russischen<br />
Gesandtschaft in Wien.<br />
6. Belohnung und öffentliche Anerkennung für die tapfere<br />
Wiener Polizeimannschaft, die unter Aufbietung aller Kräfte<br />
ihre Pflicht bis aufs äußerste erfüllte.<br />
7. Oeffentliche Anerkennung für Offiziere und Mannschaft der<br />
ausgerückten Assistenz der Wehrmacht.<br />
8. Formierung eines Eisenbahnregimentes der Wehrmacht. Die<br />
Versammlung fordert die Nationalräte der Tiroler Volkspartei<br />
auf, obige Forderungen mit allem Nachdruck zu vertreten.&#8220;</p>
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		Von: Josef Auer		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-stueck-zeitgeschichte/comment-page-1/#comment-14687</link>

		<dc:creator><![CDATA[Josef Auer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Dec 2021 09:46:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Schön, dass man hier an Monsignore Dr. Franz Kolb erinnert. Dass auch im Stadtarchiv ein Teil des Nachlasses ist, war mir bisher unbekannt. Ein anderer Teil des Nachlasses, auch mit Unterlagen und Fotos zu seiner Zeit im 1. Weltkrieg, befindet sich im Tiroler Landesarchiv.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schön, dass man hier an Monsignore Dr. Franz Kolb erinnert. Dass auch im Stadtarchiv ein Teil des Nachlasses ist, war mir bisher unbekannt. Ein anderer Teil des Nachlasses, auch mit Unterlagen und Fotos zu seiner Zeit im 1. Weltkrieg, befindet sich im Tiroler Landesarchiv.</p>
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