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	Kommentare zu: Ein Jugendalbum: #Bella Venezia	</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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		<title>
		Von: Henriette Stepanek		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-jugendalbum-bella-venezia/comment-page-1/#comment-63920</link>

		<dc:creator><![CDATA[Henriette Stepanek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 15:39:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://innsbruck-erinnert.at/ein-jugendalbum-bella-venezia/comment-page-1/#comment-63912&quot;&gt;Henriette Stepanek&lt;/a&gt;.

E r g ä n z u n g :
Weil die Frage nach &quot;Freikarten&quot; für Familienangehörige aufgetaucht ist, fiel mir folgendes ein:
Mein Onkel Konstantin Nicolodi war ja bei den FS (Ferrovie dello Stato), zunächst am Brenner, dann in Fornovo di Taro - und dann in Pontremoli.
Und mein Nonno hat ihn dort besucht und sich ca 1 Woche(?) dort aufgehalten. Das dürfte 1935 oder 1936 gewesen sein. Meine Mutter hat erzählt, auch die Eltern eines Bediensteten hätten einmal im Jahr Anspruch auf eine freie Hin- und Rückfahrt auf den FS nach einem beliebigen Ziel in Italien gehabt. Der Nonno hätte sich das nicht leisten können - er war ja schon 68, 69 Jahre alt, arbeitslos, &quot;ausgesteuert&quot; und ohne jeglichen Pensionsanspruch...
Also - Ja! Freikarten für Familienangehörige. Und anscheinend großzügig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://innsbruck-erinnert.at/ein-jugendalbum-bella-venezia/comment-page-1/#comment-63912">Henriette Stepanek</a>.</p>
<p>E r g ä n z u n g :<br />
Weil die Frage nach &#8222;Freikarten&#8220; für Familienangehörige aufgetaucht ist, fiel mir folgendes ein:<br />
Mein Onkel Konstantin Nicolodi war ja bei den FS (Ferrovie dello Stato), zunächst am Brenner, dann in Fornovo di Taro &#8211; und dann in Pontremoli.<br />
Und mein Nonno hat ihn dort besucht und sich ca 1 Woche(?) dort aufgehalten. Das dürfte 1935 oder 1936 gewesen sein. Meine Mutter hat erzählt, auch die Eltern eines Bediensteten hätten einmal im Jahr Anspruch auf eine freie Hin- und Rückfahrt auf den FS nach einem beliebigen Ziel in Italien gehabt. Der Nonno hätte sich das nicht leisten können &#8211; er war ja schon 68, 69 Jahre alt, arbeitslos, &#8222;ausgesteuert&#8220; und ohne jeglichen Pensionsanspruch&#8230;<br />
Also &#8211; Ja! Freikarten für Familienangehörige. Und anscheinend großzügig.</p>
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		<title>
		Von: Henriette Stepanek		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-jugendalbum-bella-venezia/comment-page-1/#comment-63912</link>

		<dc:creator><![CDATA[Henriette Stepanek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 10:36:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://innsbruck-erinnert.at/?p=77665#comment-63912</guid>

					<description><![CDATA[Könnte da vielleicht das Italienische Konsulat (Speckbacherstraße - Dopolavoro) eine Rolle gespielt haben?
Die Waggonbewohner hatten doch die italienische Staatsbürgerschaft &quot;übergestülpt&quot; bekommen nach dem Ende des 1. Weltkriegs. Und - obwohl unpolitisch - galten sie dem Herrn Mussolini als &quot;Fasci all&#039;estero&quot;. Es gab im Dopolavoro eine italienische Leihbücherei, es gab (jährlich?) einen Ball des Konsulats - und es gab Ferienaktionen für noch schulpflichtige Kinder , nämlich 1928 nach Marina di Carrara, 1929 nach Chioggia-Sottomarina und 1930 nach Genova-Voltri. Und TeilnehmerInnen kamen z.Teil auch aus dem Libanon, aus Griechenland und... und... und eben auch aus Innsbruck. Unter anderen kam auch die Ruele  Toni aus diesem Waggon im Hbf-Gelände in den Genuß solcher Ferienaufenthalte - obgleich der Onkel Rizzi, wie bereits erwähnt, ein &quot;Kommunist der ersten Stunde&quot; war.
In der Ferienkolonie wurde morgens &quot;angetreten&quot; und gemeinsam die &quot;Giovinezza&quot; gesungen. Wobei die Innsbrucker Buben eine &quot;!Umdichtung&quot; vorgenommen haben auf &quot;Giovinezza - Hosenfetzer...&quot;. Die leitende Lehrerin(?) habe sich mit der Hand hinterm rechten Ohr genähert und gesagt &quot;Mi sembra di avere sentito qualche cosa d&#039;altro....?&quot; Aber es sei ohne Folgen geblieben.
Die Innsbrucker Kinder seien (fast) durch die Bank zu 100%  deutschsprachig gewesen - am Beginn! aber der Hunger - an der Meeresluft - bewirkte ein Erlernen des Satzes &quot;Prego Signorina - un pezzo di pane&quot; innerhalb von drei Tagen....
Und- ebenfalls in Zeiten wie jenen nicht zu verachten! - es gab Kleidung während des Lagers, die nachhause mitgenommen werden durfte: Eine weiße Bluse, ein dunkles Röckchen und eine Wagnermütze
Aber ob es ähnliche Gratis(!)aktionen auch für Jugendliche gab, weiß ich leider nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Könnte da vielleicht das Italienische Konsulat (Speckbacherstraße &#8211; Dopolavoro) eine Rolle gespielt haben?<br />
Die Waggonbewohner hatten doch die italienische Staatsbürgerschaft &#8222;übergestülpt&#8220; bekommen nach dem Ende des 1. Weltkriegs. Und &#8211; obwohl unpolitisch &#8211; galten sie dem Herrn Mussolini als &#8222;Fasci all&#8217;estero&#8220;. Es gab im Dopolavoro eine italienische Leihbücherei, es gab (jährlich?) einen Ball des Konsulats &#8211; und es gab Ferienaktionen für noch schulpflichtige Kinder , nämlich 1928 nach Marina di Carrara, 1929 nach Chioggia-Sottomarina und 1930 nach Genova-Voltri. Und TeilnehmerInnen kamen z.Teil auch aus dem Libanon, aus Griechenland und&#8230; und&#8230; und eben auch aus Innsbruck. Unter anderen kam auch die Ruele  Toni aus diesem Waggon im Hbf-Gelände in den Genuß solcher Ferienaufenthalte &#8211; obgleich der Onkel Rizzi, wie bereits erwähnt, ein &#8222;Kommunist der ersten Stunde&#8220; war.<br />
In der Ferienkolonie wurde morgens &#8222;angetreten&#8220; und gemeinsam die &#8222;Giovinezza&#8220; gesungen. Wobei die Innsbrucker Buben eine &#8222;!Umdichtung&#8220; vorgenommen haben auf &#8222;Giovinezza &#8211; Hosenfetzer&#8230;&#8220;. Die leitende Lehrerin(?) habe sich mit der Hand hinterm rechten Ohr genähert und gesagt &#8222;Mi sembra di avere sentito qualche cosa d&#8217;altro&#8230;.?&#8220; Aber es sei ohne Folgen geblieben.<br />
Die Innsbrucker Kinder seien (fast) durch die Bank zu 100%  deutschsprachig gewesen &#8211; am Beginn! aber der Hunger &#8211; an der Meeresluft &#8211; bewirkte ein Erlernen des Satzes &#8222;Prego Signorina &#8211; un pezzo di pane&#8220; innerhalb von drei Tagen&#8230;.<br />
Und- ebenfalls in Zeiten wie jenen nicht zu verachten! &#8211; es gab Kleidung während des Lagers, die nachhause mitgenommen werden durfte: Eine weiße Bluse, ein dunkles Röckchen und eine Wagnermütze<br />
Aber ob es ähnliche Gratis(!)aktionen auch für Jugendliche gab, weiß ich leider nicht.</p>
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