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	Kommentare zu: Die Straßen von Innsbruck – die Wilhelm-Greil-Straße	</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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		<title>
		Von: Josef Auer		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/die-strassen-von-innsbruck-die-wilhelm-greil-strasse/comment-page-1/#comment-31528</link>

		<dc:creator><![CDATA[Josef Auer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 20:11:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://innsbruck-erinnert.at/die-strassen-von-innsbruck-die-wilhelm-greil-strasse/comment-page-1/#comment-31527&quot;&gt;Ingrid Stolz&lt;/a&gt;.

Ja, stimmt, Frau Stolz! Herr Bürgschwentner hat mit der gleichen Ansichtskarte auch einen Beitrag des Tagebuchs von Marie Grass-Cornet illustriert, und zwar die 13. Folge der Tagebuchserie:
https://innsbruck-erinnert.at/8-monate-anno-1902-13/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://innsbruck-erinnert.at/die-strassen-von-innsbruck-die-wilhelm-greil-strasse/comment-page-1/#comment-31527">Ingrid Stolz</a>.</p>
<p>Ja, stimmt, Frau Stolz! Herr Bürgschwentner hat mit der gleichen Ansichtskarte auch einen Beitrag des Tagebuchs von Marie Grass-Cornet illustriert, und zwar die 13. Folge der Tagebuchserie:<br />
<a href="https://innsbruck-erinnert.at/8-monate-anno-1902-13/" rel="ugc">https://innsbruck-erinnert.at/8-monate-anno-1902-13/</a></p>
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		<title>
		Von: Ingrid Stolz		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/die-strassen-von-innsbruck-die-wilhelm-greil-strasse/comment-page-1/#comment-31527</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ingrid Stolz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 20:05:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://innsbruck-erinnert.at/?p=47875#comment-31527</guid>

					<description><![CDATA[Das Haus links müsste das Eckhaus Karlstraße/Landhausstraße sein, welches Nikolaus Posch, dem Onkel von Marie Grass (später seiner Witwe Anna Posch) gehörte. Bei den doch einigen Reisen, die in Maries Tagebuch geschildert werden, hatte sie es jedenfalls nie weit bis zum Bahnhof. &quot;Reisebouquet&quot; fällt mir in diesem Zusammenhang wieder ein, ein Begriff, den ich vor dieser Tagebuch-Serie noch nie gehört hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Haus links müsste das Eckhaus Karlstraße/Landhausstraße sein, welches Nikolaus Posch, dem Onkel von Marie Grass (später seiner Witwe Anna Posch) gehörte. Bei den doch einigen Reisen, die in Maries Tagebuch geschildert werden, hatte sie es jedenfalls nie weit bis zum Bahnhof. &#8222;Reisebouquet&#8220; fällt mir in diesem Zusammenhang wieder ein, ein Begriff, den ich vor dieser Tagebuch-Serie noch nie gehört hatte.</p>
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		<title>
		Von: Josef Auer		</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/die-strassen-von-innsbruck-die-wilhelm-greil-strasse/comment-page-1/#comment-31526</link>

		<dc:creator><![CDATA[Josef Auer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 19:46:58 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://innsbruck-erinnert.at/?p=47875#comment-31526</guid>

					<description><![CDATA[Anlässlich der Ehrung mit der Straßenumbenennung hielt Wilhelm Greil im Mai 1919 eine sehr ergreifende Dankes-Rede im Gemeinderat, welche sein ganzes Wirken, Schaffen und Denken wunderbar illustriert und auch heute noch ein anschauliches Bild der damaligen Zeitumstände vermittelt:

&quot;Sichtlich ergriffen führte Bürgermeister Greil so­
dann aus: Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die
Ehrung, die Sie mir zuteil werden ließen. Ich habe
durch 23 Jahre hindurch die Geschäfte eines Bürger­-
meisters geführt: wenn es gelungen ist, Vorteile für
die Stadt zu erreichen, wenn wir so manches durch­
führten, was uns in unserer Jugend vorgeschwebt hat,
so ist dies nur dem einträchtigen Zusammenwirken Aller
zuzuschreiben!
Im Jahre 1885 bin ich das erstemal in den Gemeinde-
rat gewählt worden. Schon bei der ersten Sitzung wurde
ich vom damaligen Bürgermeister Dr. Falk aufmerksam
gemacht, daß man zu einem Gegenstande nur zweimal
das Wort ergreifen darf. Ich stellte damals den An­-
trag, die Gasfabrik in das Eigentum der Stadt zu
übernehmen. Ich bin natürlich mit diesem Anträge glän-
zend durchgefallen. Bald darauf habe ich mich erkühnt,
einen Antrag einzubringen, es sei das Elektrizitätswerk
zu kaufen. Mit diesem Antrage ist es mir noch schlech­-
ter, als mit dem erwähnten, gegangen. Der damalige
Herr Bürgermeister erklärte, daß er für den Fall der
Annahme dieses Antrages seine Stelle zurücklege, da
eine Stadtgemeinde seiner Ansicht nach nicht berufen
sei, industrielle Unternehmungen zu führen. Solcherart
waren damals die Ansichten im Gemeinderate. Infolge
dessen sind wir junge Leute gewissermaßen in die Oppo-
sition gedrängt worden. Die Opposition hat sich kei­-
neswegs gegen die Person des Bürgermeisters Falk,
sondern gegen das Falk&#039;sche System gerichtet. Sein
System bestand darin, alles allein zu machen, alle
Anträge selbst zu stellen, alle Referate selbst zu führen.
Als dann Dr. Falk im Jahr 1893 die Stelle eines
Direktors der Sparkasse übernahm, trat man zum ersten
Male, nachdem ich durch sieben Jahre hindurch Bürger-
meisterstellvertreter gewesen war, mit dem Antrage an
mich heran, Bürgermeister zu werden. Ich habe aber
abgelehnt und zwar deshalb, weil ich niemals die Ab-
sicht hatte, Bürgermeister zu werden, weil ich einen zu
großen Respekt hatte vor den Aufgaben und der Ver-
antwortung eines solchen. Infolge dieser meiner ableh­-
nenden Haltung wurde Dr. Merz gewählt. Erst im
Jahre darauf musste ich dem Drängen meiner Freunde
nachgeben und so habe ich mich entschlossen, die Stelle
eines Bürgermeisters anzunehmen. Es war dies ein
großes Ereignis und wurde auch von der ganzen Be­-
völkerung als solches aufgenommen. Durch Jahrzehnte
hindurch war ein Jurist Bürgermeister, ausgenommen
die Zeit von 1861 bis 1868, und daher fand man es für
unerhört, daß einem Kaufmanne nunmehr zugemutet
werden sollte, die Geschäfte der Gemeinde zu führen!
Ich war weiters damals auf der linkesten Seite im
Gemeinderate, ich war ein Radikaler und der erste
deutschnationale Bürgermeister von
Innsbruck. So etwas haben viele Kreise für un-
möglich gehalten. Die altkonservativen Kreise haben in einer
Versammlung dargelegt, es sei eine Schande für Stadt
und Land, daß in Innsbruck ein Deutschnationaler
Bürgermeister werde. Im Jahre 1900 sollte die Staats­-
polizei eingeführt werden, weil man in die Geschäfts­-
führung eines deutschnationalen Bürgermeisters kein
Vertrauen gesetzt hat..... &quot; - 

Der Redner führt nun die Kämpfe in
der Landesstube gegen die beabsichtigte Einführung der
Staatspolizei an und bespricht nun seine Tätigkeit als
Bürgermeister und die der Ausführung seiner Pläne
entgegengestandenen Schwierigkeiten.
Nach Aufzählung der wichtigsten Momente seiner
Tätigkeit als Bürgermeister, die schon durch Herrn Dr.
Erler entsprechend hervorgeboben worden war, gibt
Redner dem kommenden Gemeinderate Winke für die
durch ihn zu entfaltende Tätigkeit und meint: &quot;Zu­
nächst wäre es seine Aufgabe, die Ernährungsfrage zu
lösen, damit die Bevölkerung eine ausreichende Er­
nährung bekommt. Man darf die Ernährungsfrage nicht
an die zweite Stelle setzen. Allerdings wird der Ge-
meinderat Opfer bringen müssen, Opfer, die er
nicht anschauen darf. Wenn der künftige Ge­-
meinderat das erreicht, dann hat er alles getan. Wenn,
wir durchsetzen, daß die Leute zur Arbeit zurückkehren,
dann kehren sie auch zur Ruhe und Ordnung zurück.&quot;

In seinen weiteren Ausführungen hebt er als notwen-
dige Voraussetzung für eine solche ersprießliche Tätigkeit
das Zurückstellen der Parteizwistigkei-
ten hervor und sagt, daß die wirtschaftliche Sicherstel­-
lung, die wirtschaftliche Ordnung das erste und notwen­-
digste ist.
&quot;Auch den Kulturkampf müssen wir zurückstellen.
Erst wenn wir wieder erstarkt sind, wenn wir uns
wieder erholt haben, dann werden wir wiederum auf
unsere Parteigrundsätze zurückgehen können.&quot;

Zum Schlusse führte Redner noch an, daß er bei Amtsan­-
tritt ein Vermögen von neun Millionen
Kronen übernommen und nun sein Amt mit einem
Vermögen von 32 Millionen Kronen zurücklegen könne.
Mit dem nochmaligen Danke für die heutige Ehrung
schließt der Bürgermeister, jedem der Herren Gemeinde-­
räte die Hand reichend. Hiermit hatte die Feier ihr Ende gefunden.&quot;
So weit die Innsbrucker Nachrichten vom 26. Mai 1919!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Ehrung mit der Straßenumbenennung hielt Wilhelm Greil im Mai 1919 eine sehr ergreifende Dankes-Rede im Gemeinderat, welche sein ganzes Wirken, Schaffen und Denken wunderbar illustriert und auch heute noch ein anschauliches Bild der damaligen Zeitumstände vermittelt:</p>
<p>&#8222;Sichtlich ergriffen führte Bürgermeister Greil so­<br />
dann aus: Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die<br />
Ehrung, die Sie mir zuteil werden ließen. Ich habe<br />
durch 23 Jahre hindurch die Geschäfte eines Bürger­-<br />
meisters geführt: wenn es gelungen ist, Vorteile für<br />
die Stadt zu erreichen, wenn wir so manches durch­<br />
führten, was uns in unserer Jugend vorgeschwebt hat,<br />
so ist dies nur dem einträchtigen Zusammenwirken Aller<br />
zuzuschreiben!<br />
Im Jahre 1885 bin ich das erstemal in den Gemeinde-<br />
rat gewählt worden. Schon bei der ersten Sitzung wurde<br />
ich vom damaligen Bürgermeister Dr. Falk aufmerksam<br />
gemacht, daß man zu einem Gegenstande nur zweimal<br />
das Wort ergreifen darf. Ich stellte damals den An­-<br />
trag, die Gasfabrik in das Eigentum der Stadt zu<br />
übernehmen. Ich bin natürlich mit diesem Anträge glän-<br />
zend durchgefallen. Bald darauf habe ich mich erkühnt,<br />
einen Antrag einzubringen, es sei das Elektrizitätswerk<br />
zu kaufen. Mit diesem Antrage ist es mir noch schlech­-<br />
ter, als mit dem erwähnten, gegangen. Der damalige<br />
Herr Bürgermeister erklärte, daß er für den Fall der<br />
Annahme dieses Antrages seine Stelle zurücklege, da<br />
eine Stadtgemeinde seiner Ansicht nach nicht berufen<br />
sei, industrielle Unternehmungen zu führen. Solcherart<br />
waren damals die Ansichten im Gemeinderate. Infolge<br />
dessen sind wir junge Leute gewissermaßen in die Oppo-<br />
sition gedrängt worden. Die Opposition hat sich kei­-<br />
neswegs gegen die Person des Bürgermeisters Falk,<br />
sondern gegen das Falk&#8217;sche System gerichtet. Sein<br />
System bestand darin, alles allein zu machen, alle<br />
Anträge selbst zu stellen, alle Referate selbst zu führen.<br />
Als dann Dr. Falk im Jahr 1893 die Stelle eines<br />
Direktors der Sparkasse übernahm, trat man zum ersten<br />
Male, nachdem ich durch sieben Jahre hindurch Bürger-<br />
meisterstellvertreter gewesen war, mit dem Antrage an<br />
mich heran, Bürgermeister zu werden. Ich habe aber<br />
abgelehnt und zwar deshalb, weil ich niemals die Ab-<br />
sicht hatte, Bürgermeister zu werden, weil ich einen zu<br />
großen Respekt hatte vor den Aufgaben und der Ver-<br />
antwortung eines solchen. Infolge dieser meiner ableh­-<br />
nenden Haltung wurde Dr. Merz gewählt. Erst im<br />
Jahre darauf musste ich dem Drängen meiner Freunde<br />
nachgeben und so habe ich mich entschlossen, die Stelle<br />
eines Bürgermeisters anzunehmen. Es war dies ein<br />
großes Ereignis und wurde auch von der ganzen Be­-<br />
völkerung als solches aufgenommen. Durch Jahrzehnte<br />
hindurch war ein Jurist Bürgermeister, ausgenommen<br />
die Zeit von 1861 bis 1868, und daher fand man es für<br />
unerhört, daß einem Kaufmanne nunmehr zugemutet<br />
werden sollte, die Geschäfte der Gemeinde zu führen!<br />
Ich war weiters damals auf der linkesten Seite im<br />
Gemeinderate, ich war ein Radikaler und der erste<br />
deutschnationale Bürgermeister von<br />
Innsbruck. So etwas haben viele Kreise für un-<br />
möglich gehalten. Die altkonservativen Kreise haben in einer<br />
Versammlung dargelegt, es sei eine Schande für Stadt<br />
und Land, daß in Innsbruck ein Deutschnationaler<br />
Bürgermeister werde. Im Jahre 1900 sollte die Staats­-<br />
polizei eingeführt werden, weil man in die Geschäfts­-<br />
führung eines deutschnationalen Bürgermeisters kein<br />
Vertrauen gesetzt hat&#8230;.. &#8220; &#8211; </p>
<p>Der Redner führt nun die Kämpfe in<br />
der Landesstube gegen die beabsichtigte Einführung der<br />
Staatspolizei an und bespricht nun seine Tätigkeit als<br />
Bürgermeister und die der Ausführung seiner Pläne<br />
entgegengestandenen Schwierigkeiten.<br />
Nach Aufzählung der wichtigsten Momente seiner<br />
Tätigkeit als Bürgermeister, die schon durch Herrn Dr.<br />
Erler entsprechend hervorgeboben worden war, gibt<br />
Redner dem kommenden Gemeinderate Winke für die<br />
durch ihn zu entfaltende Tätigkeit und meint: &#8222;Zu­<br />
nächst wäre es seine Aufgabe, die Ernährungsfrage zu<br />
lösen, damit die Bevölkerung eine ausreichende Er­<br />
nährung bekommt. Man darf die Ernährungsfrage nicht<br />
an die zweite Stelle setzen. Allerdings wird der Ge-<br />
meinderat Opfer bringen müssen, Opfer, die er<br />
nicht anschauen darf. Wenn der künftige Ge­-<br />
meinderat das erreicht, dann hat er alles getan. Wenn,<br />
wir durchsetzen, daß die Leute zur Arbeit zurückkehren,<br />
dann kehren sie auch zur Ruhe und Ordnung zurück.&#8220;</p>
<p>In seinen weiteren Ausführungen hebt er als notwen-<br />
dige Voraussetzung für eine solche ersprießliche Tätigkeit<br />
das Zurückstellen der Parteizwistigkei-<br />
ten hervor und sagt, daß die wirtschaftliche Sicherstel­-<br />
lung, die wirtschaftliche Ordnung das erste und notwen­-<br />
digste ist.<br />
&#8222;Auch den Kulturkampf müssen wir zurückstellen.<br />
Erst wenn wir wieder erstarkt sind, wenn wir uns<br />
wieder erholt haben, dann werden wir wiederum auf<br />
unsere Parteigrundsätze zurückgehen können.&#8220;</p>
<p>Zum Schlusse führte Redner noch an, daß er bei Amtsan­-<br />
tritt ein Vermögen von neun Millionen<br />
Kronen übernommen und nun sein Amt mit einem<br />
Vermögen von 32 Millionen Kronen zurücklegen könne.<br />
Mit dem nochmaligen Danke für die heutige Ehrung<br />
schließt der Bürgermeister, jedem der Herren Gemeinde-­<br />
räte die Hand reichend. Hiermit hatte die Feier ihr Ende gefunden.&#8220;<br />
So weit die Innsbrucker Nachrichten vom 26. Mai 1919!</p>
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