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	Kommentare zu: Die christliche Nächstenliebe &#8211; Bahnhofsmission	</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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		Von: Henriette Stepanek		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Stepanek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2025 09:16:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Da noch niemandem zu diesem Bild etwas Berichtenswertes eingefallen ist, ergreife ich die Gelegenheit, um an eine Schwester der CS zu erinnern, nämlich Schwester Bonifatia Kitzmüller, eine Oberösterreicherin.
Zwei Erzählungen von ihr sind mir deutlich in Erinnerung geblieben.
Die erste: Ein Knabe (deutlich vorschulpflichtigen Alters) sitzt draußen auf einem der Bahnsteige mutterseelenallein auf einer Bank. Die Schwester setzt sich zu ihm und fragt ihn, ob er auf jemanden warte. &quot;Ja, auf den Papa&quot; Die Schwester bleibt beim Kind - und fragt bei jedem Mann, der die Unterführung heraufkommt, &quot;Ist das dein Papa?&quot;, worauf das Bübl jedesmal wegwerfend lacht &quot;Neeeeiiiin...!!&quot; - bis es endlich   mit ausgestrecktem  Arm auf einen Mann  zeigt, der betrunken herangewankt kommt. Das Kind ruft stolz: &quot;Das  ist mein Papa!&quot;
&quot;Wie kann man einem   s o l c h e n   Menschen nur ein Kind anvertrauen?&quot; fragte die Schwester, noch in der Erinnerung sichtlich erschüttert. &quot;Am Bahnsteig.....!!! Allein...!!! Wer weiß wie lange....!!! Was da.... - man will es gar nicht denken...&quot;
Und die zweite Erzählung: Eine sehr einfache, eher ärmlich gekleidete Frau steigt aus dem Zug vom Oberland aus. Sie trägt im Arm ein Wickelkissen mit einem Säugling und hat an der anderen Hand ein Mädchen im - sagen wir - Kindergartenalter. Die Schwester fragt &quot;Kann ich Ihnen helfen?&quot; Aber die Frau blockt eher unwirsch ab.
Am späteren Nachmittag desselben Tages, bei ihrem Bahnhofskontrollgang, findet die Schwester auf einer Bank das Mädchen. Auch das Wickelkissen mit dem Säugling liegt auf der Bank. Auf die Frage der Schwester, wo die Mama sei, antwortet das Mädchen &quot;A Flaschele richten - fürs Poppele&quot;. Endlich erscheint die Mutter. Die Schwester konnte sie in den Aufenthltsraum der Bahnhofsmission bringen, wo ja Wickeltisch und alles Nötige für die Betreuung eines Säuglings bereitstanden. Auch das Fläschchen konnte die Frau hier zubereiten. Als sie auch noch den (alten) Kinderwagen sah, rief sie &quot;Mei - wenn i des g&#039;wußt hatt! I hun g&#039;moant, mir bricht der Arm o - isch decht weiter in die Klinik aussi wia ma denkt...&quot; Im Gespräch sagte die Frau noch &quot;Wissen&#039;S, miar sein Karner, und...&quot; &quot;...und was zählt, ist: Sie sind eine Mutter, die gut auf ihre Kinder schaut - d a s  allein zählt&quot; habe ihr die Schwester zur Antwort gegeben.
Übrigens: Nach Errichtung der Ankunftshalle fanden die Gottesdienste an den Sonntagen um  - ich glaube 5h - oder wars doch erst um 6h? -  morgens in eben dieser Ankunftshalle statt.  Und jene Burschen - oder mittlerweile Männer- die den Nachtdienst in der Bahnhofsmission vom Samstag auf den Sonntag  versehen hatten, ministrierten beei dieser morgentlichen Sonntagsmesse - und bis die Schwester zum Dienst erschien, war alles - oder doch das meiste - wieder schön aufgeräumt. Oder so.
Ja - alles längst vorbei. Aber vielleicht kann (in 45 Jahren!) einiges über den &quot;Bahnhofssozialdienst&quot; erzählt werden - an dieser Stelle....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da noch niemandem zu diesem Bild etwas Berichtenswertes eingefallen ist, ergreife ich die Gelegenheit, um an eine Schwester der CS zu erinnern, nämlich Schwester Bonifatia Kitzmüller, eine Oberösterreicherin.<br />
Zwei Erzählungen von ihr sind mir deutlich in Erinnerung geblieben.<br />
Die erste: Ein Knabe (deutlich vorschulpflichtigen Alters) sitzt draußen auf einem der Bahnsteige mutterseelenallein auf einer Bank. Die Schwester setzt sich zu ihm und fragt ihn, ob er auf jemanden warte. &#8222;Ja, auf den Papa&#8220; Die Schwester bleibt beim Kind &#8211; und fragt bei jedem Mann, der die Unterführung heraufkommt, &#8222;Ist das dein Papa?&#8220;, worauf das Bübl jedesmal wegwerfend lacht &#8222;Neeeeiiiin&#8230;!!&#8220; &#8211; bis es endlich   mit ausgestrecktem  Arm auf einen Mann  zeigt, der betrunken herangewankt kommt. Das Kind ruft stolz: &#8222;Das  ist mein Papa!&#8220;<br />
&#8222;Wie kann man einem   s o l c h e n   Menschen nur ein Kind anvertrauen?&#8220; fragte die Schwester, noch in der Erinnerung sichtlich erschüttert. &#8222;Am Bahnsteig&#8230;..!!! Allein&#8230;!!! Wer weiß wie lange&#8230;.!!! Was da&#8230;. &#8211; man will es gar nicht denken&#8230;&#8220;<br />
Und die zweite Erzählung: Eine sehr einfache, eher ärmlich gekleidete Frau steigt aus dem Zug vom Oberland aus. Sie trägt im Arm ein Wickelkissen mit einem Säugling und hat an der anderen Hand ein Mädchen im &#8211; sagen wir &#8211; Kindergartenalter. Die Schwester fragt &#8222;Kann ich Ihnen helfen?&#8220; Aber die Frau blockt eher unwirsch ab.<br />
Am späteren Nachmittag desselben Tages, bei ihrem Bahnhofskontrollgang, findet die Schwester auf einer Bank das Mädchen. Auch das Wickelkissen mit dem Säugling liegt auf der Bank. Auf die Frage der Schwester, wo die Mama sei, antwortet das Mädchen &#8222;A Flaschele richten &#8211; fürs Poppele&#8220;. Endlich erscheint die Mutter. Die Schwester konnte sie in den Aufenthltsraum der Bahnhofsmission bringen, wo ja Wickeltisch und alles Nötige für die Betreuung eines Säuglings bereitstanden. Auch das Fläschchen konnte die Frau hier zubereiten. Als sie auch noch den (alten) Kinderwagen sah, rief sie &#8222;Mei &#8211; wenn i des g&#8217;wußt hatt! I hun g&#8217;moant, mir bricht der Arm o &#8211; isch decht weiter in die Klinik aussi wia ma denkt&#8230;&#8220; Im Gespräch sagte die Frau noch &#8222;Wissen&#8217;S, miar sein Karner, und&#8230;&#8220; &#8222;&#8230;und was zählt, ist: Sie sind eine Mutter, die gut auf ihre Kinder schaut &#8211; d a s  allein zählt&#8220; habe ihr die Schwester zur Antwort gegeben.<br />
Übrigens: Nach Errichtung der Ankunftshalle fanden die Gottesdienste an den Sonntagen um  &#8211; ich glaube 5h &#8211; oder wars doch erst um 6h? &#8211;  morgens in eben dieser Ankunftshalle statt.  Und jene Burschen &#8211; oder mittlerweile Männer- die den Nachtdienst in der Bahnhofsmission vom Samstag auf den Sonntag  versehen hatten, ministrierten beei dieser morgentlichen Sonntagsmesse &#8211; und bis die Schwester zum Dienst erschien, war alles &#8211; oder doch das meiste &#8211; wieder schön aufgeräumt. Oder so.<br />
Ja &#8211; alles längst vorbei. Aber vielleicht kann (in 45 Jahren!) einiges über den &#8222;Bahnhofssozialdienst&#8220; erzählt werden &#8211; an dieser Stelle&#8230;.</p>
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