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	<title>Richard Schwarz &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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	<title>Richard Schwarz &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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		<title>Gedenk-Einsatz, 5. Mai 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deserteure]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenk-Einsatz]]></category>
		<category><![CDATA[gedenk_potenziale]]></category>
		<category><![CDATA[Paschberg]]></category>
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<p>Es ist kalt, es nieselt unlustig vor sich hin, die feuchte Kälte kriecht schnell in die Knochen. Doch die Männer und Frauen, die sich am 5. Mai in aller Herrgottsfrühe am Paschberg versammeln, sind wetterwiderständig ausgerüstet, bester Dinge — und bereit, einen ganz außergewöhnlichen Einsatz zu leisten.</p>



<span id="more-72000"></span>



<p>„Danke, dass ihr gekommen seid“, sagt Richard Schwarz, der sich „desertieren. Ein Gedenk-Einsatz“ ausgedacht hat, „ohne euch wäre das alles nicht möglich.“</p>



<p>Das ist mehr als eine höfliche Floskel. Das performative Kunstprojekt lebt nicht nur davon, dass Richard Schwarz ein Team von vielfältig kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter den Schwingen seiner Marke <a href="http://islandrabe.com" data-type="link" data-id="islandrabe.com">islandrabe</a> versammelt hat. Das Projekt entsteht und wirkt vor allem dadurch, dass sich Menschen aus der Zivilgesellschaft daran beteiligen, die im wörtlichen wie im übertragenen Sinn schwere Last der Erinnerung daran, was zwischen 1939 und 1945 am Paschberg geschah, zu schultern.</p>



<p>Sie nehmen einen 40 kg schweren Stein vom ehemaligen Steinbruch am südlichen Stadtrand auf und tragen — schleppen! — ihn über eine drei Kilometer lange Strecke mitten in die Stadt, wo er auf der Maria-Theresien-Straße einen Tag lang als temporäres Denkmal für jene Innsbrucker Deserteure der Wehrmacht dient, die zum Tode verurteilt und am Paschberg erschossen wurden.</p>



<p>„<a href="http://desertieren.info" data-type="link" data-id="desertieren.info">desertieren. Ein Gedenk-Einsatz</a>“ ist das Siegerprojekt 2025 der Reihe „<a href="http://gedenkpotenziale.at" data-type="link" data-id="gedenkpotenziale.at">gedenk_potenziale</a>“ der Stadt Innsbruck. Richard Schwarz hat eine Gruppe von Opfern bzw. ein Thema in den Blick genommen, das in der Erinnerungskultur nach wie vor meistens lediglich als Leerstelle präsent, und jedenfalls sehr umstritten ist: die Deserteure der Wehrmacht.</p>



<p>Der Stein kommt in der Maria-Theresien-Straße an, wird auf sein Podest gehievt. Viele Menschen, Einheimische wie Touristen, bleiben stehen, schauen, fotografieren, fragen nach der Bedeutung dieses temporären Denkmals. Helferinnen und Helfer erklären in allen Sprachen, derer sie mächtig sind, dass dadurch die verschüttete Erinnerung an vergessene Nazi-Opfer ans Tageslicht geholt und mitten in die Stadt gebracht wird. Und sie verteilen eine besondere Art von Flyern, die Richard Schwarz für diesen Tag vorbereitet hat: ein Sterbe- bzw. Andenken-Bildchen für „den unbekannten Deserteur“, das daran erinnert, dass den Familien von hingerichteten Deserteuren bei Strafe verboten war, in irgendeiner Form öffentlich ihrer Toten zu gedenken.</p>



<p>Um die Mittagszeit ist es in der Stadt fast trocken, dafür eisig windig. Durch die geöffneten Türen der Alten Spitalskirche strömt Orgelmusik auf die Maria-Theresien-Straße hinaus: Der Innsbrucker Musiker Benedikt Unterberger lädt mit seinem Stück „Cantus Lapis“ (Steingesang) zu einer Reihe von Informationsgesprächen in der Kirche. Der Zeithistoriker (Philipp Lehar), der Bundesheer-Offizier (Herbert Bauer) und der in der Erinnerungskultur engagierte Bürger (Roland Irnberger) ducken sich nicht weg, sondern stellen sich dem Thema, teilen ihre Perspektiven, Einschätzungen und Erfahrungen.</p>



<p>Da ist über den Tag verteilt viel wohlwollendes Interesse und ein ehrliches Ringen aller Beteiligten darum, ein komplexes Thema nicht mit simplifizierender Schwarz-Weiß-Malerei zu erschlagen. Da werden viele kluge Gedanken formuliert und Schmerzen benannt, die über Generationen nachwirken. Da ist das gemeinsame Bekenntnis dazu, dass unterschiedliche Standpunkte keine Bedrohung darstellen, sondern auszuhalten sind und im besten Fall zu einer Erweiterung des jeweils eigenen Horizonts führen können.</p>



<p>Und da sind viele berührende persönliche Momente, die Teammitglieder und Besucherinnen und Besucher miteinander teilen.</p>



<p>Der Tag des Gedenk-Einsatzes neigt sich seinem Ende zu. Gegen 16 Uhr wird es Zeit, das Eintages-Denkmal wieder abzubauen, und pünktlich beginnt es auch wieder stärker zu regnen. Dennoch sind auch jetzt noch genügend Freiwillige da, die den Stein auf seinem Tragegestell schultern und an seinen Ursprungsort, den stillgelegten Steinbruch am Paschberg, zurückbringen.</p>



<p>Wer dort künftig beim Spazierengehen oder auf dem Mountainbike zufällig vorbeikommt, dem wird auch weiterhin nichts Besonderes auffallen. In den Köpfen derer, die beim Gedenk-Einsatz dabei waren, wird das temporäre Denkmal allerdings noch lange seinen fixen Platz haben.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>





<p>Weitere Einblicke und Informationen wie z.B. eine Fotodokumentation und die Audioreportage „Erinnerungsstatus: kompliziert“ finden Sie auf der Projektwebsite: <a href="http://desertieren.info" data-type="link" data-id="desertieren.info">desertieren.info</a></p>



<p>Bereits im Vorfeld zum Gedenk-Einsatz am 5. Mai 2025 berichtete der Beitrag „<a href="https://innsbruck-erinnert.at/ehemaliger-steinbruch-ehemalige-hinrichtungsstaette/" data-type="link" data-id="https://innsbruck-erinnert.at/ehemaliger-steinbruch-ehemalige-hinrichtungsstaette/">Ehemaliger Steinbruch, ehemalige Hinrichtungsstätte</a>“ auf „Innsbruck erinnert sich“ über die historischen Hintergründe des Projekts.</p>



<p><em>(Foto: Der Stein wird für den Transport vorbereitet, 5. Mai 2025; Credit: Günter Richard Wett)</em></p>



<p></p>
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		<title>Einladung zum Gedenk-Einsatz für Wehrmachtsdeserteure</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 May 2025 08:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deserteure]]></category>
		<category><![CDATA[gedenk_potenziale]]></category>
		<category><![CDATA[Paschberg]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrmacht]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist eine herzliche Einladung an Kurzentschlossene, sich am Montag, 5. Mai, in einer ihnen gemäßen Form am Gedenk-Einsatz für Deserteure der Wehrmacht und deren Unterstützerinnen und Unterstützer zu beteiligen. „desertieren. Ein Gedenk-Einsatz“ ist ein Projekt von islandrabe; der Tiroler&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dies ist eine herzliche Einladung an Kurzentschlossene, sich am Montag, 5. Mai, in einer ihnen gemäßen Form am Gedenk-Einsatz für Deserteure der Wehrmacht und deren Unterstützerinnen und Unterstützer zu beteiligen.</p>



<p>„desertieren. Ein Gedenk-Einsatz“ ist ein Projekt von <a href="https://islandrabe.com">islandrabe</a>; der Tiroler Künstler Richard Schwarz bestreitet damit die <a href="https://www.gedenkpotenziale.at/">gedenk_potenziale</a> der Stadt Innsbruck 2025.</p>



<p>Der Gedanke hinter dem diesjährigen Gedenken ist, die Tatsache, dass die Wehrmachtsjustiz am Paschberg am südlichen Stadtrand von Innsbruck <a href="https://innsbruck-erinnert.at/ehemaliger-steinbruch-ehemalige-hinrichtungsstaette/">abgeurteilte Deserteure erschießen ließ</a>, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Paschberg ist breitesten Teilen der Bevölkerung nach wie vor unbekannt (bzw. ausschließlich als Ort der sportlichen Naherholung geläufig) und die Desertion von der Wehrmacht ein immer noch weitgehend tabuisiertes, jedenfalls umstrittenes Thema.</p>



<p>Im Kern besteht „<a href="https://desertieren.info">desertieren. Ein Gedenk-Einsatz</a>“ darin, dass Freiwillige einen 40 kg schweren Stein von der Hinrichtungsstätte, einem ehemaligen Steinbruch, mitten in die Stadt Innsbruck tragen, wo er einen Tag lang als Stein des Anstoßes für Hintergrundgespräche und umfassende Gedanken zum Thema dient.</p>



<p>Treffpunkt für alle Interessierten ist um 7.30 Uhr beim Parkplatz Gasthaus Bretterkeller. Dann wird am Paschberg der vor einigen Wochen ausgewählte Stein auf eine eigens dafür konstruierte Trage geladen und der Umzug startet um ca. 8.30 Uhr. Der Weg des Steins führt über das GH Bretterkeller und Stift Wilten zur Graßmaykreuzung (ca. 9.30 Uhr), über die Leopoldstraße durch die Triumphpforte (ca. 10 Uhr) und durch die Maria-Theresien-Straße zur Alten Spitalskirche (Maria-Theresien-Straße 2), wo er ab ca. 10.30 Uhr als Eintages-Denkmal installiert wird.</p>



<p>Nachmittags ab ca. 16.30 Uhr wird der Stein auf demselben Weg zurück an seinen Ursprungsort getragen und wieder dort abgelegt, wo wir ihn gefunden haben.</p>



<p>Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, jederzeit zum Umzug in die Stadt oder zurück zum Paschberg dazu zu stoßen, den Stein ein Stück des Weges zu begleiten oder gar tragen zu helfen oder einfach beim Eintages-Denkmal vorbeizuschauen. Dort bzw. in der Spitalskirche laden wir Sie außerdem konkret zu drei Hintergrundgesprächen ein, in deren Rahmen Richard Schwarz mit Gästen die verschiedensten Aspekte des komplexen Themas beleuchtet:</p>



<p>Um 12.30 Uhr erwarten wir den Innsbrucker Zeithistoriker Nikolaus Hagen. Um 14 Uhr erörtern wir mit dem ehemaligen Tiroler Landesmilitärkommandanten Herbert Bauer soldatische Hintergründe, und um 15.30 Uhr schließen wir den Gesprächsreigen mit Roland Irnberger, der als Vorstandsmitglied des Vereins „Goldegger Widerstand — Plattform für regionale Erinnerungskultur“ Exemplarisches über den Umgang mit Wehrmachtsdeserteuren zu erzählen hat.</p>



<p>Alle Details zum Programm morgen am 5. Mai 2025 finden Sie auf der Projektwebsite <a href="https://desertieren.info">desertieren.info</a> </p>



<p><em>(Foto: ehemaliger Steinbruch/ehemalige Hinrichtungsstätte am Paschberg, Mai 2025; Credit: Richard Schwarz) </em></p>



<p></p>
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		<title>Ehemaliger Steinbruch, ehemalige Hinrichtungsstätte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 11:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deserteure]]></category>
		<category><![CDATA[Paschberg]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrmacht]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf diesem Ausschnitt eines Lageplans des Stadtbauamts Innsbruck von 1941 zu „Straßen-Neu- und Umbenennungen“ findet sich links vom Knick, südlich der schwarz-weiß strichlierten Igler Bahn unscheinbar eine unregelmäßige Struktur eingezeichnet; und mit etwas Abstand sowohl links als auch rechts davon.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><br>Auf diesem Ausschnitt eines Lageplans des Stadtbauamts Innsbruck von 1941 zu „Straßen-Neu- und Umbenennungen“ findet sich links vom Knick, südlich der schwarz-weiß strichlierten Igler Bahn unscheinbar eine unregelmäßige Struktur eingezeichnet; und mit etwas Abstand sowohl links als auch rechts davon. Es sind dies ehemalige Steinbrüche am Paschberg.</p>



<p>In einem Dokument, das 1948 ohne Angabe der Urheberschaft in den Handakten von Landeshauptmann Alfons Weißgatterer (ÖVP) abgelegt wurde, heißt es,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>dass seit 1940 gut 450 Männer und Buben wegen ihrer Freiheitsliebe und gegen den Zwang in der deutschen Wehrmacht in einem traurigen Zuge einiger Automobile von der Militärhaftanstalt in Innsbruck (Landesgericht) um 4 Uhr früh zum Steinbruch beim Bretterkeller am Tummelplatz in den Tod geführt wurden.</p>
</blockquote>



<p>Von „450 Männern und Kindern“ ist die Rede, die „dort am Steinbruch um 4 Uhr früh an den Pfahl gebunden und erschossen“ wurden.</p>



<p>Knapp 50 Jahre später gibt 1996 Franz-Heinz Hye als Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs in einem Schreiben an Herwig Van Staa, zu dem Zeitpunkt Innsbrucks Bürgermeister, die Zahl von 20 bis 26 Personen an, welche auf Grund von Urteilen der Wehrmachtsjustiz im Zeitraum zwischen 1943 und 1945 im ehemaligen Steinbruch am Paschberg hingerichtet wurden. Als Quelle dafür verweist Hye auf die Recherchen des Innsbrucker Journalisten Günter Peis, der „authentische Aussagen von beteiligten Zeugen besitzt“.</p>



<p>2012 starteten Christina Müller und Helmut Muigg das Forschungsprojekt „Die Vergessenen vom Paschberg“. Ausgangspunkte lieferten die beiden schriftlichen Quellen und die Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen u.a. zu Schüssen am Paschberg und Transporten hin und retour zum ehemaligen Steinbruch – konkret dem mittleren und größten der drei Steinbrüche. Durch die Auswertung von Akten und Interviews konnte einiges über die Vorgänge am Paschberg, den damit in Verbindung stehenden Schicksalen und die Tätigkeiten der Wehrmachtsjustiz in Innsbruck in Erfahrung gebracht werden. Davon berichtet u.a. ein Artikel von Christina Müller, der im Gaismair-Jahrbuch 2014 erschienen ist. Am Ende war es möglich, fünfzehn in Innsbruck hingerichtete Soldaten zu nennen.</p>



<p>Noch am 21. April 1945 und damit knapp zwei Wochen vor Kriegsende wurden der wegen Fahnenflucht verurteilte Ernst Federspiel, geb. am 4. Oktober 1924 in Innsbruck, und Walter Patzelt, geb. am 19.11.1920 in Prosmik (Prosmyky) im heutigen Tschechien, um 7 Uhr früh am Paschberg hingerichtet.</p>



<p></p>



<p>Am 5. Mai 2025 findet das Projekt „desertieren. ein Gedenk-Einsatz“ von <a href="https://islandrabe.com">islandrabe</a> statt. Thema der Aktion ist das Schicksal von Deserteuren der Wehrmacht und jenen, die diese unterstützt haben — und deren spezielle Rolle in der Erinnerungskultur bis in die Gegenwart, die großteils durch Abwesenheit geprägt ist.</p>



<p>Detaillierte Informationen zum Programm am 5. Mai finden Sie auf der Projektwebsite <a href="https://desertieren.info/">desertieren.info</a></p>



<p>Dort können Sie sich auch für den Newsletter anmelden, um keine der Audioreportagen über die Hintergründe des Projekts zu verpassen, wie z.B. zu den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Die Vergessenen vom Paschberg“.</p>



<p><em>(Ausschnitt aus „Stadtbauamt Innsbruck, Straßen-Neu- und Umbenennungen, 23. Jänner 1941“, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, SammelA-283)</em></p>



<p>Deserteure und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer waren bereits Thema bei „Innsbruck erinnert sich“ in den Beiträgen „<a href="https://innsbruck-erinnert.at/erschiessung-wird-durchgefuehrt/">Erschießung wird durchgeführt…</a>“ und „<a href="https://innsbruck-erinnert.at/ein-deserteursversteck-in-mariahilf/">Ein Deserteursversteck in Mariahilf</a>“ von Peter Pirker, der das Forschungsprojekt „Deserteure der Wehrmacht“ (2019 bis 2022) leitete.</p>
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		<title>Die größte Uhr der Stadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2023 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[IKB]]></category>
		<category><![CDATA[Innsbrucker Kommunalbetriebe]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Uhr]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Teil 3 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt Der Ort ist gut gewählt – sichtbar von unterschiedlichsten Punkten der Stadt, etwa vom Ferdinandeum oder der Maximilianstraße aus. Die Gestaltung ist klar und die Information&#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Teil 3 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt</h2>



<p>Der Ort ist gut gewählt – sichtbar von unterschiedlichsten Punkten der Stadt, etwa vom Ferdinandeum oder der Maximilianstraße aus. Die Gestaltung ist klar und die Information auch aus der Ferne gut lesbar.</p>



<p>Seit 1952 zeigt die größte öffentliche Uhr der Stadt am Verwaltungsgebäude der Innsbrucker Kommunalbetriebe uns so die Zeit. Der Durchmesser der beiden Zifferblätter beträgt ganze 3,86 Meter. Die Zeiger sind 2 bzw. 1,35 Meter lang und wie die Minutenzeichen aus patiniertem Kupfer.</p>



<p>Vor allem solche technische Daten lassen sich zu dieser Uhr finden. Das gilt auch für die hier abgebildete Vorgängeruhr, die im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombeneinschlag zerstört wurde. Sie war – wie das gesamte Gebäude – 1927 nach Plänen des Architekten Lois Welzenbacher ausgeführt.</p>



<p>In den <em>Innsbrucker Nachrichten </em>z.&nbsp;B.heißt es dazu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die stärkste Betonung erhält der Bau durch den acht Stockwerke hohen Turmaufbau, der in einer Plattform endigt und den zwei Riesenuhren, mit Zeigern von über drei Meter Länge, schmücken werden.“</p>
</blockquote>



<p>Die ursprünglich angebrachte Uhr war also noch größer als die heutige. An anderer Stelle ist zu erfahren, dass die Firma Siemens &amp; Halske aus Wien die elektrische Uhrenanlage geliefert und der Innsbrucker Uhrmacher Gustav Kröner die Montage besorgt hatte.</p>



<p>Obwohl Innsbruck rund 25 Jahre zuvor noch über die Genauigkeit der Uhren und die Anzeige der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) diskutierte, scheint 1927 völlig selbstverständlich zu sein, wie eine öffentliche Uhr funktioniert und welche Zeit sie zeigt. Fast so wie heute.</p>



<p>Einzig ein Kommentar von J. Manfreda – wahrscheinlich der Tiroler Maler Josef Manfreda – deutet auf leichte Irritation hin:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„bald werden wir uns auch mit der uhr, die statt der ziffern bloße einzelstriche zeigt, befreundet haben“.</p>
</blockquote>



<p>Und weiter vermutet Manfreda, dass diese Art der Abstraktion bald dazu führen werde, dass „nur noch die kleinbuchstaben aus rationalen und ökonomischen gründen verwendung finden“.</p>



<p>Heute wie damals fällt die enorme Größe der Uhr auf – und ihre Sichtbarkeit in der Stadt. Sollte dieser Zeitanzeiger eine Botschaft oder einfach eine Dienstleistung sein?</p>



<p>Sollten Sie diese Frage beantworten können oder Lust und Laune zur Spekulation über die Gründe zur Ausführung dieser Uhr verspüren, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion.</p>



<p><em>(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-1116)</em></p>



<p>Diese Zeit-Geschichte war Teil des Stadtspaziergangs „Auf der Suche nach der öffentlichen Zeit“, den Sie zum Nachhören unter <a rel="noreferrer noopener" href="https://5nach12.info/audio/" target="_blank">5nach12.info/audio/</a> finden.</p>



<p>Der Beitrag entstand im Rahmen des Projekts „<a href="https://www.5nach12.info">5 nach 12</a>“ von <a href="https://www.islandrabe.com">islandrabe</a>, das der Frage nachgeht, wie wir selbst im Takt der Zeit funktionieren und was uns davon abhält, zu bremsen oder gar anzuhalten.</p>
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		<title>Es wurde Zeit für die mitteleuropäische Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Oct 2023 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Maria-Theresien-Straße]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Uhr]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Teil 2 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt 1897 wurde die alte „Annoncen-Säule“ am Nordende der Maria-Theresien-Straße durch eine neue samt Transparentuhr ersetzt. Von drei Zifferblättern konnte die Zeit abgelesen werden – Tag und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Teil 2 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt</h2>



<p>1897 wurde die alte „Annoncen-Säule“ am Nordende der Maria-Theresien-Straße durch eine neue samt Transparentuhr ersetzt. Von drei Zifferblättern konnte die Zeit abgelesen werden – Tag und Nacht, da sie mit Gasglühlicht hinterleuchtet wurden.</p>



<p>Anfang 1902 lobte jemand unter den Initialen A. A. diesen technischen Fortschritt in einem Brief an die <em>Innsbrucker Nachrichten</em>. Schade sei nur, dass mit der Uhr nicht die Zeit bestimmt werden könne! Denn jedes der drei Zifferblätter zeige eine andere Zeit:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„[W]obei die Differenz oft eine Viertelstunde beträgt, ohne sich klar zu werden, ob dieses oder jenes Zifferblatt ‚mitteleuropäische Zeit‘ – Stadtzeit – oder sonst eine nicht qualificierbare Zeit aufzeigt.“</p>
</blockquote>



<p>Einen Monat später beriet der Gemeinderat, ob eine zusätzliche Zugverbindung auf den Brenner unterstützt werden sollte. Die Herrn sprachen sich dafür aus. Einer unter ihnen nutzte die Gelegenheit, um die Ungenauigkeit der öffentlichen Uhren anzusprechen und kürte dabei die Transparentuhr in der Maria-Theresien-Straße zur Rekordhalterin der Ungenauigkeit.</p>



<p>In der Runde war man sich einig, dass dies allgemein ärgerlich sei und auch von Nachteil für den Fremdenverkehr: Wer eine andere Zeit als die Bahn hat, fährt eventuell nicht mit. Der Bürgermeister hatte deshalb bereits einen Spezialisten beauftragt, die öffentlichen Uhren zu harmonisieren. Uhrmacher Johann Trauner musste dem Bürgermeister Folgendes berichten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Euer Wohlgeb. haben mir denn Auftrag gegeben mich wegen mehrerer hisiger öffendtlicher Uhren an diverse Herren zu wenden ich habe dies gethan bin aber in der Stadtpfarre und bei denn Jesuiten mit dem bemerken abgewisen worden das dies ja der Meßner oder Kirchendiener besorgt und waren einer Erklärung von dem Nutzen der Sache gar nicht zugänglich. Dieses Resultat hat mich entmuthigt und so bin ich nach St. Nikolaus gar nicht mehr gegangen.“</p>
</blockquote>



<p>Der Gemeinderat setzte Hoffnungen in weitere Gespräche, da wohl nicht anzunehmen sei, dass</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„die Vorstände der verschiedenen Kirchen jeder für sich bezw. seinen Kirchensprengel eine eigene, von der mitteleuropäischen Zeit abweichende Stundenzählung haben will“.</p>
</blockquote>



<p>Trauner ließ sich ebenfalls nicht nachhaltig entmutigen und ließ über die <em>Innsbrucker Nachrichten</em> verkünden, er würde „sämmtliche hiesige öffentliche Uhren ohne jedes Entgelt“ aufziehen und „genau nach der mitteleuropäischen Zeit“ regulieren. Trotzdem erhielt sein Konkurrent Johann Höpperger den Zuschlag. Er schätzte, dass er für jeden zweiten Tag rund drei Stunden brauchen würde, um die öffentlichen Uhren im Takt zu halten. Und scheinbar führte dies zum gewünschten Ergebnis, denn Ende 1902 informierten die <em>Innsbrucker Nachrichten</em> kurz und knapp:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„(Öffentliche Uhren.) Wir werden ersucht mitzuteilen, daß am Samstag sämtliche öffentliche Uhren der Stadt auf mitteleuropäische Zeit umgestellt werden.“</p>
</blockquote>



<p><em>(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sommer 4 242)</em></p>



<p>Diese Zeit-Geschichte war Teil des Stadtspaziergangs „Auf der Suche nach der öffentlichen Zeit“, den Sie zum Nachhören unter <a rel="noreferrer noopener" href="https://5nach12.info/audio/" target="_blank">5nach12.info/audio/</a> finden.</p>



<p>Der Beitrag entstand im Rahmen des Projekts „<a href="https://www.5nach12.info">5&nbsp;nach&nbsp;12</a>“ von <a href="https://www.islandrabe.com">islandrabe</a>, das der Frage nachgeht, wie wir selbst im Takt der Zeit funktionieren und was uns davon abhält, zu bremsen oder gar anzuhalten.</p>
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		<title>Warum sollte Innsbruck dieselbe Zeit wie München haben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2023 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Uhr]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtturm]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Teil 1 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt Anfang des Jahres 1861 hatte die k. k. Post-Direktion für Tirol und Vorarlberg Zeitprobleme, besser gesagt Probleme mit den öffentlichen Uhren in der Stadt: „So war&#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading"><em>Teil 1 von 3 einer Serie zu Zeit-Geschichten rund um öffentliche Uhren der Stadt</em></h2>



<p>Anfang des Jahres 1861 hatte die k. k. Post-Direktion für Tirol und Vorarlberg Zeitprobleme, besser gesagt Probleme mit den öffentlichen Uhren in der Stadt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„So war beispielsweise vor einigen Tagen die Servitenuhr gegen die Stadtuhr um beinahe 15 Minuten zurück, und wieder diese gegen die Bahnuhr zurück, obschon sie sonst, da die Bahnuhr nach der Münchner Zeit gestellt ist, eine um ein paar Minuten frühere Zeit zeigen sollte.“</p>
</blockquote>



<p>Was diese Passage aus einem Brief an die Stadt Innsbruck veranschaulicht: Es herrschte Verwirrung. Für die Post bedeutete das, neben dem Ärger mit Kundinnen und Kunden, vor allem auch Ärger mit der Eisenbahn. Die Post war nicht pünktlich am Bahnhof, die Abfahrt des Zuges verzögerte sich. So wurde das Magistrat gebeten, die Uhren der Stadt in Einklang zu bringen.</p>



<p>Wenige Tage später folgte die sachliche Antwort:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Stadtthurm-Uhr wird stets nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenzeit" target="_blank" rel="noopener">mittlern Sonnenzeit</a> gestellt, und die übrigen öffentl. Uhren werden stets hienach gerichtet.“</p>
</blockquote>



<p>Nachdem die Serviten-Uhr Privateigentum sei, habe man auf diese keinen Einfluss. Und hinsichtlich der Uhr am Bahnhof erlaube man sich die Frage, warum diese Münchner Zeit zeigen müsse? Wo man doch nach Innsbrucker Zeit einsteigen kann und die paar Minuten, die zwischen Innsbrucker und Münchner Zeit liegen, durch die Fahrt ausgeglichen würden. Denn diese dauere – aus Erfahrung – nie gleich lang. Eine schöne Argumentation – für heute wohl zumindest ungewohnt.</p>



<p>Das zur Stellungnahme aufgeforderte zuständige Stadtbauamt verwies auf eine Reparatur und Korrektur der Stadtturmuhr vor wenigen Jahren und deren seither guten Gang. Trotzdem seien „im Publikum höchst drollige, auf Unkentniß beruhende Bemerkungen“ im Umlauf; dass</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„nun wegen ein bar Versäumnißen der hiesigen Postdirecktion, die Serviten Uhr, und resp. die Stadtuhr die Schuld haben soll, ist eben so thöricht, als wie die Münchner und Innsbrucker Uhren miteinander und ohne Abweichung harmonieren sollten“.</p>
</blockquote>



<p>Warum also die Zeit vereinheitlichen? Aber es war einzusehen, dass das Ansehen der Stadtuhr gelitten hatte. Zukünftig sollte deshalb ein Uhrmacher diese aufziehen und regeln und so für Vertrauen sorgen. Ende Mai 1861 kündigt das Stadtmagistrat dem Turmwächter und erteilt dem Großuhrmacher Wendelin Jäger den Auftrag,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„daß die Thurmuhr alltäglich entweder von ihm selbst oder durch einen verläßlichen Menschen aufgezogen u. nach dem Meridian u der mittlern Zeit regulirt werde“.</p>
</blockquote>



<p>Jäger soll fast 400 Turmuhren konstruiert haben, darunter eine für die Innsbrucker Jesuitenkirche, aber auch eine in Milwaukee in den USA. Nach zwölf Jahren Stadtturmuhr-Wartung kündigte er Ende 1873 mit der Begründung:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Meines ausgebreiteten Geschäftes wegen, welches mich jährlich recht oft geschäftlich von hier entfernt, kann ich diesen Dienst nicht weiter mehr versehen.“</p>
</blockquote>



<p>Es fehlte ihm schlicht an der Zeit, die Uhr aufzuziehen.</p>



<p><em>(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Kr-Dia-405)</em></p>



<p>Diese Zeit-Geschichte war Teil des Stadtspaziergangs „Auf der Suche nach der öffentlichen Zeit“, den Sie zum Nachhören unter <a rel="noreferrer noopener" href="https://5nach12.info/audio/" target="_blank">5nach12.info/audio/</a> finden.</p>



<p>Der Beitrag entstand im Rahmen des Projekts „<a href="https://www.5nach12.info">5&nbsp;nach&nbsp;12</a>“ von <a href="http://www.islandrabe.com">islandrabe</a>, das der Frage nachgeht, wie wir selbst im Takt der Zeit funktionieren und was uns davon abhält, zu bremsen oder gar anzuhalten.</p>
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