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	<title>Pascal Permann &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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	<description>Ein Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum</description>
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	<title>Pascal Permann &#8211; Innsbruck erinnert sich</title>
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		<title>Die Bürgermeister von Inspruck (V.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 14:09:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Das 18. Jahrhundert bringt uns dann viele Bürgermeister, die lange Zeit, wenn auch mit Unterbrechungen, amtierten. Schon zu Beginn des Jahrhunderts begegnet uns mit Johann Lama von und zu Büchsenhausen (1671–1739) jemand, der siebenmal das höchste Amt der Stadt bekleidete,&#8230;]]></description>
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<p>Das 18. Jahrhundert bringt uns dann viele Bürgermeister, die lange Zeit, wenn auch mit Unterbrechungen, amtierten. Schon zu Beginn des Jahrhunderts begegnet uns mit Johann Lama von und zu Büchsenhausen (1671–1739) jemand, der siebenmal das höchste Amt der Stadt bekleidete, erstmals 1709. Die aus Savoyen eingewanderte Familie Delevo (anfänglich De Levo geschrieben) stellte zwei Bürgermeister, einmal Claudius Delevo (1714 und 1717), ein erfolgreicher Wein- und Tuchhändler, und den Sohn des genannten, Josef Ignaz Delevo (1696–1760), der es auf vier Amtszeiten brachte, 1749, 1752, 1754 und 1759. Josef Ignaz war, wie auch die meisten Bürgermeister des vorigen Jahrhunderts, ein Gastwirt, dem drei Restaurationen in Innsbruck gehörten: An den drei Kugeln in der Kiehbachgasse, das Bederlungerhaus in der Hofgasse und das heute noch bestehende Weiße Rössl. Vor seinen Amtszeiten als Bürgermeiste diente er auch bereits viermal als Stadtrichter. Auch der mit dreizehn Amtszeiten am längsten dienende Bürgermeister Simon Niederkircher (1715–1790) war Gastwirt, der Besitzer des Goldenen Adlers. Ein anderer oft-gewählter Bürgermeister war Josef Schwankhofer, der gegen Ende des Jahrhunderts sieben Jahre lang amtierte. Die genannten 5 Bürgermeister amtierten also zusammen für ein Drittel des 18. Jahrhunderts. Dabei fällt aber auf, dass es immer noch selten war, dass die Amtszeiten direkt aufeinanderfolgten. Es gab nach wie vor kein Gesetz, welches die direkte Wiederwahl verboten hätte, aber es war Brauch es so zu halten. Ebenso auffällig ist wieder, wie stark die Gastwirte unter den Bürgermeistern vertreten waren. Anton Gogl, der zwischen 1762 und 1784 sechsmal amtierte, war ebenfalls Gastwirt, der Besitzer des Goldenen Löwens. </p>



<p>(RM-PL-1430 – Das Weiße Rössl, Mitte des 18. Jahrhunderts eines der Gasthäuser im Besitz von Josef Ignaz Delevo)</p>



<p></p>
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		<title>Die Bürgermeister von Inspruck (IV.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem 17. Jahrhundert kennen wir nicht nur (fast) jeden der Bürgermeister, sondern auch ihre Berufe. Dabei fällt gleich auf, dass die Gastwirte der Stadt mit Abstand die meisten Bürgermeister stellten, stolze 13 der 35 in diesen hundert Jahren. Neun&#8230;]]></description>
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<p>Mit dem 17. Jahrhundert kennen wir nicht nur (fast) jeden der Bürgermeister, sondern auch ihre Berufe. Dabei fällt gleich auf, dass die Gastwirte der Stadt mit Abstand die meisten Bürgermeister stellten, stolze 13 der 35 in diesen hundert Jahren. Neun von ihnen waren Händler, der Rest Handwerker (speziell Goldschmiede, Sattler, Hutschmücker, Säckler und Buchdrucker) und Apotheker. Auf die meisten Amtszeiten brachte es der Sattler Augustin Tauscher, der zehnmal an der Spitze der Stadtverwaltung stand.</p>



<p>Wer das Amt des Bürgermeisters versah, musste einen gewissen Wohlstand aufweisen, denn wie viele politische Positionen der Neuzeit war es ein Ehrenamt. Es gab zwar kleine finanzielle Zuwendungen wie das Badgeld, das aber mit anderthalb Gulden pro Jahr eher symbolischer Natur war. Es kamen noch weitere ähnliche Zahlungen hinzu, die aber insgesamt nur ca. 10 Gulden pro Jahr ausmachten (zum Vergleich: Der Ratsdiener erhielt 60 Gulden pro Jahr). Dasselbe galt auch für die Ratsmitglieder, aus deren Reihen die Bürgermeister nahezu ausschließlich gewählt wurden.</p>



<p>Die Gastwirte, Händler und Handwerker, die im 17. Jahrhundert das Amt des Bürgermeisters versahen, stammten also aus den wohlhabenden Kreisen der Stadt. Dass dieses Ehrenamt aber auch von diesem Kreis manchmal eher als Bürde empfunden wurde, zeigt das erwähnte Verbot aus dem 15. Jahrhundert, sich von der Wahl „freizukaufen“. Aus Bruneck ist überliefert, dass es dort dem Bürgermeister nach seiner Amtszeit acht Jahre lang erlaubt war, eine erneute Wahl zu verweigern. Das war im Grunde nicht weiter verwunderlich, wenn man im Zusammenhang mit dem erwähnten symbolischen Gehalt die zahlreichen Verpflichtungen des Amtes bedenkt, die alles andere als nur symbolisch waren. Der Bürgermeister führte nicht nur den Vorsitz im Stadtrat, sondern auch in der Bürgerversammlung und dem Gerichtsbeisaß. Tagten gemischten Komissionen von Stadt und Landesregierung war er beteiligt, ebenso vertrat er die Stadt im Landtag. Er beaufisichtigte der Rechnungsberichte des Stadtkämmerers, des Almosenkassieres, des Oberbaumeisters, des Spitalsoberpflegers und der Kirchpröpste der Stadt. Zu diesen Aufgaben kam noch dazu, dass der Bürgermeister mehr oder weniger eine Ein-Mann-Meldebehörde darstellte. Er musste die Ansiedlung neuer Einwohner genehmigen und, seit dem Beginn der Gegenreformation, auch die regelmäßige Beichte und den Fleischkonsum der Bürger während der Fastenzeit kontrollieren. Verschiedenste Genehmigungen im Bereich des Gewerbes liefen ebenfalls über ihn, zum Beispiel mussten Metzeger um Erlaubnis des Bürgermeisters ansuchen, wenn sie ihre Produkte außerhalb der Stadt verkaufen wollten. </p>



<p>(Quittung ausgestellt von Philipp Kuprian, Goldschmied und Bürgermeister zu Innsbruck – mit sechs Amtszeiten war er einer der am öftesten wiederkehrenden Bürgermeister des Jahrhunderts, nur hinter dem erwähnten Augustin Tauscher und gleichauf mit dem Kaufmann Johann Paul Wolff. Signatur U-3260)</p>
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		<title>Die Bürgermeister von Inspruck (III.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 14:22:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Das 16. Jahrhundert weist bei den Familien, aus denen die Innsbrucker Bürgermeister stammten, wenig Kontinuität auf. Wir finden keine Ratvelder oder Mentlberger mehr, nur einen Yp(p)hofer finden wir 1520 wieder. Das Jahrhundert hat ein paar eigene Namen, die öfter aufscheinen,&#8230;]]></description>
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<p>Das 16. Jahrhundert weist bei den Familien, aus denen die Innsbrucker Bürgermeister stammten, wenig Kontinuität auf. Wir finden keine Ratvelder oder Mentlberger mehr, nur einen Yp(p)hofer finden wir 1520 wieder. Das Jahrhundert hat ein paar eigene Namen, die öfter aufscheinen, aber ebenso wie zuvor dominiert kein kleiner Kreis das Amt. Eine der wenigen Familien, die sich mit mehreren Vertretern findet, trägt den etwas unglücklichen Namen Halbhirn. Conrad Halbhirn amtierte 1501, 1512 und 1513, was ihn zu einem der unmittelbar wiedergewählten Bürgermeister macht, die auch in diesem Jahrhundert selten sind. Sigmund Halbhirn hatte das Amt 1525 und 1526 inne, allerdings ist 1526 der zweite bekannte Bürgermeister neben Thomas Vischmaister. Man würde eigentlich vermuten, dass er vielleicht das Amt übernahm, weil der amtierende Bürgermeister verstorben war (dass der Amtsvorgänger in solchen Fällen bis zur nächsten Wahl als Stellvertreter fungierte, war nämlich üblich), aber in den folgenden Jahren findet sich Thomas Vischmaister wieder als Bürgermeister. Weshalb also in diesem Jahr zwei Bürgermeister auftreten ist nicht klar.</p>



<p>An biographischen Details herrscht auch hier kein großer Überfluss, zumindest bei dem 1504 amtierenden Benedict Goldsmid können wir vermuten, welcher Tätigkeit er nachging.</p>



<p>(U-3249, Bürgermeister Sigmund Halbirn tritt als Zeuge beim Kauf für ein Anwesen am Burggraben auf)</p>



<p></p>
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		<title>Ein bayrischer Verdienst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2026 13:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kürzlich bin ich auf dieser Verleihungsurkunde für den Verdienstorden der Bayerischen Krone an den Innsbrucker Professor Wildauer gestoßen. In dem Schreiben ist nicht aufgeführt, wofür er diesen Orden erhielt, also habe ich den Geehrten in der Deutschen Biographie nachgeschlagen und&#8230;]]></description>
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<p>Kürzlich bin ich auf dieser Verleihungsurkunde für den Verdienstorden der Bayerischen Krone an den Innsbrucker Professor Wildauer gestoßen. In dem Schreiben ist nicht aufgeführt, wofür er diesen Orden erhielt, also habe ich den Geehrten in der Deutschen Biographie nachgeschlagen und die dort festgehaltene Geschichte konnte ich Ihnen nicht vorenthalten. </p>



<p>Es stellt sich heraus, dass er hat 1862 nicht nur einen, sondern zwei Orden verliehen bekommen hat. Den ersten, den Orden der Eisernen Krone III. Klasse, verlieh im Kaiser Franz Joseph. Auf dem Frankfurter Schützenfest hatte ein Teilnehmer die Deutschösterreicher als „Schmerzenskinder“ Deutschlands bezeichnet, woraufhin sich Wildauer zu einer spontanen Rede zur Verteidigung seines Vaterlandes erhob. „In Anerkennung seines in mannhafter Rede bewiesenen Patriotismus“ wurde ihm daraufhin der genannte Orden verliehen, womit er in den Ritterstand erhoben und fortan Tobias Wildauer von Wildhausen genannt wurde. Die Geschichte wird aber noch besser: Auf seiner Rückreise von Frankfurt machte er in München halt, wo er in der Westendhalle „ausgleichend“ einen Trinkspruch auf die „großdeutsche Mission“ Bayerns ausbrachte. Für diesen Trinkspruch war es nun, dass er seinen zweiten Orden im Juli 1862 erhielt, diesmal vom bayrischen König, Maximilian II. Joseph. Schon über die erste Verleihung musste man schmunzeln, aber die Verleihung eines königlichen Verdienstordens für einen Trinkspruch ist noch eine Stufe darüber. </p>



<p>(Signatur VO-1320)</p>
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		<title>Die Bürgermeister von Inspruck (II.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 16:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Als nächster Bürgermeister begegnet uns 16 Jahre später 1393 Hans von Hertenberch. Auch er scheint als Zeuge bei einem Rechtsgeschäft auf, bei dem es um die Bewirtschaftung einer Badestube ging. Damit haben sich die Quellen zu ihm leider auch schon&#8230;]]></description>
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<p>Als nächster Bürgermeister begegnet uns 16 Jahre später 1393 Hans von Hertenberch. Auch er scheint als Zeuge bei einem Rechtsgeschäft auf, bei dem es um die <a href="https://innsbruck-erinnert.at/das-bad-in-der-neustadt/">Bewirtschaftung einer Badestube ging.</a> Damit haben sich die Quellen zu ihm leider auch schon erschöpft. Wir wissen nicht, ob er das Amt wie von Raut mehrmals bekleidete, oder welchem Beruf er nachging. Im folgenden Jahr wurde er jedenfalls nicht gewählt, denn 1394 scheint Ulr(e)ich Schench als Bürgermeister auf, ebenfalls als Zeuge, in seinem Fall für den Verkauf von einigen Höfen an das Heilig-Geist-Spital.</p>



<p>Für die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts sind nicht viele Bürgermeister namentlich greifbar, aber in der Zweiten lassen sie sich häufiger finden. Zu direkten Wiederwahlen kam es anscheinend selten, nur Kristoff Haidfalkch amtierte sowohl 1455 als auch 1456. Ein auffälliger Name ist Conrat (auch Chunrat geschrieben) Ratvelder. Er bekleidete das Amt erstmals 1442, dann erneut 1446, zwanzig Jahre später (1466) wieder, und dann schließlich 1478 und 1481. Dabei ist nicht klar, ob es sich vielleicht um Vater und Sohn handelt, oder um denselben Ratsherrn, der schon jung dieses Amt erreichte, etwa mit 35 Jahren, und es zuletzt mit 74 ausübte. Es gibt aber jedenfalls noch einen anderen Ratvelder, Sigmund, der 1479 und 1489 amtierte. Die einzigen anderen Familiennamen, die mehrmals aufscheinen, sind Dorn und Ypphofer, die 1401 und 1443, bzw. 1457 und 1467 Bürgermeister stellten. Wenn es also durchaus einflussreiche Familien gab, so war die Macht nicht von einem kleinen Kreis von ihnen monopolisiert. Dem Stadtrat, der sich Kooptation ergänzte (d.h. die bestehenden Ratsmitglieder wählten neue Mitglieder, wenn einer von ihnen verstorben war oder abgewählt wurde – wobei letzteres kaum vorkam), war es auch verboten, bei der Besetzung Verwandte von aktiven Ratsherren zu wählen.</p>



<p>Interessant ist noch, dass uns zumindest drei Bürgermeister (Hanns Hartmann, Wilhalm Ypphofer und Hainrich Mentelberger) einige Jahre nach ihrer Amtszeit als Stadtrichter begegnen.</p>



<p>(Signatur U-299 &#8211; Conrat Ratvelder tritt erstmals als Bürgermeister als Zeuge bei der Beurkundung eines Geschäftes auf)</p>
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		<title>Die Bürgermeister von Inspruck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Laufe des 14. Jahrhunderts erreichte Innsbruck wie viele andere Städte ein höheres Maß an kommunaler Autonomie. Dazu gehörte auch, dass seit 1370 an der Spitze der Stadtverwaltung ein von den Bürgern gewählter Bürgermeister stand, anstatt des vom Landesfürsten ernannten&#8230;]]></description>
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<p>Im Laufe des 14. Jahrhunderts erreichte Innsbruck wie viele andere Städte ein höheres Maß an kommunaler Autonomie. Dazu gehörte auch, dass seit 1370 an der Spitze der Stadtverwaltung ein von den Bürgern gewählter Bürgermeister stand, anstatt des vom Landesfürsten ernannten Richters. Somit entwickelte sich auch die Formulierung von <em>Bürgermeister, Rat und Gemeinde</em> als Identifikation der Stadt.</p>



<p>Anfänglich wurden die Amtsträger auf lediglich ein Jahr gewählt. Abgehalten wurde die Wahl stets am St. Erharditag, also dem 8. Januar. Der Stadtrat konnte der Gemeinde einen kleinen Kreis von Kandidaten empfehlen, was er in der Regel auch tat. Die Bürger mussten nicht notwendigerweise einen der vorgeschlagenen Kandidaten wählen, aber wahrscheinlich musste der neue Bürgermeister zumindest aus den Reihen des Stadtrates kommen. Die Wahl war nicht geheim, sondern jeder musste seine Stimme mündlich im Rahmen der Versammlung vortragen. In einem ersten Wahlgang wurde die Wahl auf drei Personen eingegrenzt, zwischen denen man sich dann im zweiten entscheiden musste.</p>



<p>Der Bürgermeister führte den Vorsitz im Stadtrat, wo er auch über eine zusätzliche Stimme verfügte. Zudem war er verantwortlich für das Einheben der Steuern und die Überwachung der Gesetze und Verordnungen der Stadt. Ebenso oblag ihm die Repräsentation der Stadt nach außen, sei es gegenüber dem Landesfürsten oder als Abgeordneter auf dem Landtag. Interessanterweise war das Amt bei den Gewählten anscheinend nicht immer beliebt, denn 1492 wurde es verboten, sich von der Wahl freizukaufen.<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a></p>



<p>Als erster namentlich fassbarer <em>purgermaister ze Inspruck</em> begegnet uns Guenther von Raut, der als Zeuge in einer Urkunde von 1376 für einen Verkauf von Grund im Stubaital an das Stadtspital aufscheint.<a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a> Der besagte Guenther von Raut taucht auch schon einmal zwei Jahre früher auf, als er selbst ein Gut im Stubaital erwirbt, damals ist aber noch nur als <em>purger ze Inspruck </em>aufgeführt<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a>. Spannender ist aber, dass er im folgenden Jahr auf einer Urkunde wieder als Bürgermeister auftaucht.<a href="#_ftn4" id="_ftnref4">[4]</a> Er wurde also zumindest in diesem Jahr direkt wiedergewählt. Das war, zumindest in späterer Zeit sehr selten, im gesamten 17. Jahrhundert gab es nur einen solchen Fall einer direkten Wiederwahl, mit einigen Jahren Abstand war es jedoch üblich, das Amt mehrmals auszuüben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="d0ba9a" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #d0ba9a;" fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="181" src="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2026/06/U-187-1-Kopie-1024x181.webp" alt="" class="wp-image-87702 not-transparent" srcset="https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2026/06/U-187-1-Kopie-1024x181.webp 1024w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2026/06/U-187-1-Kopie-300x53.webp 300w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2026/06/U-187-1-Kopie-768x136.webp 768w, https://innsbruck-erinnert.at/wp-content/uploads/2026/06/U-187-1-Kopie.webp 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Guenther von Raut als Zeuge in der erwähnten Urkunde von 1377</figcaption></figure>



<p>Ansonsten wissen wir leider nichts über Guenther von Raut. Er war zumindest zwei Mal Bürgermeister von Innsbruck und besaß Grund im Stubaital. War er ein Kaufmann? Ein Goldschmied? Oder vielleicht ein Gastwirt?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Wilfried Beimrohr, Die Geschichte der Verwaltung der Stadt Innsbruck im 17. Jahrhundert, Innsbruck 1995, S. 66ff.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> StAI U-185</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> StAI U-183</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> StAI U-187</p>
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		<title>Hypothetische Hypotheken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei dem hier zu sehenden Rundschreiben handelt es sich um ein Dokument aus einer spannenden Zeit: der Reintegration Tirols nach den Napoleonischen Kriegen. Als solches ist es unterzeichnet von Anton Leopold von Roschmann (1771-1830) in seiner Funktion als Leiter der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bei dem hier zu sehenden Rundschreiben handelt es sich um ein Dokument aus einer spannenden Zeit: der Reintegration Tirols nach den Napoleonischen Kriegen. Als solches ist es unterzeichnet von Anton Leopold von Roschmann (1771-1830) in seiner Funktion als Leiter der k.k. Hofkommission zur Organisation Tirols und Vorarlbergs (auch als Zentral-Organisierung-Hofkommission bekannt). Roschmann (nicht zu verwechseln mit seinem Großvater, ebenfalls Anton Roschmann, dem Historiker) hatte eine wechselhafte Rolle in der Rückeroberung Tirols gespielt. Zum einen hatte er sich 1809 unter großem persönlichem Einsatz, u.a. als&nbsp; Geheimbote, für den Aufstand eingesetzt, andererseits verriet er 1813 einen Plan zu einer neuerlichen Erhebung an Kaiser Franz, was seinen Mitverschwörern lange Haftstrafen, ihm jedoch (nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt, wohl um die Form zu wahren) einen neuen Posten einbrachte.</p>



<p>Mit dieser amtlichen Verlautbarung wurden die Gläubiger von Hypothekarkrediten informiert, dass sie fürs erste selbst Sorge tragen mussten, auf Versteigerungen zu achten, da die unübersichtlichen Register im Lande es nicht zuließen, zuverlässig alle Gläubiger zu ermitteln und sie in einem solchen Fall zu informieren. Neue <em>tavole provinciali </em>(dt. Landtafeln) und <em>libri fondiari </em>(dt. Grundbücher) sollten eingeführt werden, um das Problem zu beheben.</p>



<p>(Signatur VO-1970)</p>



<p></p>
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		<title>Ein feuerfestes Dach über dem Kopf</title>
		<link>https://innsbruck-erinnert.at/ein-feuerfestes-dach-ueber-dem-kopf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 27. August 1841 brach kurz vor Mitternacht in Innsbruck ein schwerer Brand bei der alten Fleischbank am Innrain aus, der nur durch den mutigen Einsatz der Löschmannschaften unter Kontrolle gebracht werden konnte. Just an diesem Tag war auch gerade&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 27. August 1841 brach kurz vor Mitternacht in Innsbruck ein <a href="https://innsbruck-erinnert.at/ein-raub-der-flammen/">schwerer Brand bei der alten Fleischbank am Innrain</a> aus, der nur durch den mutigen Einsatz der Löschmannschaften unter Kontrolle gebracht werden konnte.</p>



<p>Just an diesem Tag war auch gerade eine Circulare des k.k. Landesguberniums veröffentlich worden, welche die bereits mehrfach ergangenen Verordnungen zur Verwendung feuerfester Materialien für Dächer in Erinnerung rief. Im März des folgenden Jahres wurde eine ähnliche Verordnung veröffentlicht, mit direktem Verweis auf den erwähnten Brand. Neue Dächer durften ausschließlich aus Kupfer, Messing, Zink, Eisen, Ziegeln, Stein oder Lehm (Lehm und Ziegel wurden separat aufgeführt, weil mit Lehmdächern ungebrannter Lehm gemeint war) bestehen.</p>



<p>Die Verordnungen, die nicht nur für Innsbruck, sondern auch die damals noch eigenständigen Gemeinden Wilten, Hötting und Pradl galten, schrieben weiterhin vor, dass alte Dächer aus Holzschindeln nicht mehr ohne besondere Genehmigung ausgebessert werden durften – wollte man das Dach sanieren, dann musste es feuerfest sein. Hatte die Verordnung vom Tag des Brandes noch Ausbesserungen an Holzdächern in Ausnahmefällen erlaubt, wurden sie durch die spätere (März 1842) völlig verboten. Durch Letztere wurden auch noch weitere Vorschriften hinzugefügt, etwa dass zwischen Häusern auch eine Feuermauer zu bestehen habe.</p>



<p>Strafen drohten dabei nicht nur Hausbesitzern und -verwaltern, sondern auch Handwerkern, welche unerlaubte Verbesserungen ausführten. Hatte man Sorgen bezüglich der Statik eines Gebäudes, dessen Dach neu gedeckt werden sollte, war ein Ansuchen an die Baukommission des Magistrats (bzw. des Landgerichts Wilten im Falle der umliegenden Gemeinden) zu stellen, welches ein Gutachten für die Behörde erstellte.</p>



<p>(Signatur VO-1974)</p>



<p></p>
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		<title>Innsbruck – Mechelen (III.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 15:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Januar 1990 ritt eine historisch gewandete Stafette von Innsbruck aus entlang der beschriebenen Route nach Mechelen. Sechs Monate später folgte der Ritt in die umgekehrte Richtung, die Reiter kamen am 26. Juni in Innsbruck an. Die Strecke von 1.250&#8230;]]></description>
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<p>Im Januar 1990 ritt eine historisch gewandete Stafette von Innsbruck aus entlang der beschriebenen Route nach Mechelen. Sechs Monate später folgte der Ritt in die umgekehrte Richtung, die Reiter kamen am 26. Juni in Innsbruck an. Die Strecke von 1.250 Kilometern wurde in je fünf Tagen zurückgelegt, was auch dem historischen Tempo entsprach. Diese beeindruckende Geschwindigkeit konnte natürlich nur durch ein gut organisiertes Netzwerk von Relaisstationen, an denen Pferde und auch die Boten selbst gewechselt werden konnten, erreicht werden. Für einen gewöhnlichen Reisenden nahm dieser Weg beinahe einen Monat in Anspruch und selbst ein einzelner Eilbote konnte die Strecke nur in anderthalb bis zwei Wochen bewältigen. Wichtig zu beachten ist dabei auch immer der Rückweg, über den die Befehle des Kaisers gebracht wurden, nachdem er Informationen über neue Entwicklungen in den Niederlanden erhalten hatte. Unter idealen Bedingungen konnten die neuen Anordnungen Maximilians 10 Tage nachdem der ursprüngliche aus dem Stadttor von Mechelen geprescht war, dort wieder eintreffen. Zuvor hätte dies selbst mit einem Eilboten in beide Richtungen knapp einen Monat in Anspruch genommen.</p>



<p>Die Bedeutung Innsbrucks für Maximilian müssen wir unseren Leser*innen hier nicht lange erklären, aber weshalb war eigentlich Mechelen der Endpunkt der Route in den Niederlanden? Karl der Kühne hatte dort schon 1473 ein <em>Parlement </em>eingerichtet. Die <em>Parlements </em>waren in Frankreich und Burgund kein Parlament im heutigen Sinn, also ein legislatives Organ, sondern Gerichtshöfe (das Nächste Äquivalent zu heutigen Parlamenten wären in diesem Kontext die <em>États généraux</em> oder die <em>Staten-Generaal</em>). Das <em>Parlement </em>von Mechelen war damit so etwas wie der oberste Gerichtshof der burgundischen Niederlande. In habsburgischen Zeiten war diese Institution dann als <em>Grand Conseil </em>oder <em>Groote Raad </em>bekannt. Somit war die Stadt schon ein bedeutendes Zentrum der Verwaltung, als Maximilian 1490 die Route etablierte. Als Margarethe von Österreich, die Tochter Maximilians und Marias, 1507 zur Statthalterin der Niederlande wurde, wählte Mechelen auch als ihre Residenz.</p>



<p>Signatur Münze-5-2</p>
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		<title>Innsbruck &#8211; Mechelen (II.)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Permann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 20:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit und Alltag]]></category>
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<p>Über die genaue Route informiert uns ein anderes Objekt, welches zum 500-Jahre Jubiläum herausgegeben wurde, eine Postkarte, mit Stempeln aller Orte, durch welche die Stafette galoppierte.</p>



<p>Von Innsbruck aus ging es nach Zirl, Telfs, Barwies, Nassereith, Lermoos, Heiterwang und schließlich dem letzten Halt in Tirol, Reutte.</p>



<p>Erster Halt auf dem heutigen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland war Füssen, dann Hopferai, Nesselwang, Petersthal, Hegge, Weitnau, Isny, Christazhofen, Kißlegg, Vogt, Ravensburg, Ettenkirch, Markdorf, Schloß Salem, Owingen, Stockach, Aach, Leipferdingen, Zollhaus-Blumberg, Döggingen, Rötenbach, Titisee,&nbsp; Buchenbach, Freiburg, Emmendingen, Herbholzheim, Lahr, Offenburg, Zusenhofen, Achern, Bühl, Sinzheim, Rastatt, Illingen, Karlsruhe-Daxlanden, Leopoldshafen, Huttenheim, Speyer, Mutterstadt Frankenthal, Weinsheim, Abenheim, Alzey, Wonsheim, Bad Kreuznach, Schöneberg, Rheinböllen, Beltheim, Beulich, Löf, Kollig, Kürrenberg, Langenfeld, Adenau, Aremberg, Blankenheim, Sistig, Hellenthal und schließlich nach Monschau.</p>



<p>Dann ging es in das heutige Belgien, damals eben Teil der habsburgischen Niederlande, Eupen. Von dort nach Clermont sur Berwinne, Dalhem, Slins, Tongeren, Voort, Sint-Truiden, Budingen, Waanrode, Rillaar, Werchter, Rijmam und dann zu guter Letzt nach Mechelen.</p>



<p>Diese Route wurde im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten auch erneut abgeritten. Im Titelbild zu sehen ist der damalige Empfang in Innsbruck im Bürgersaal zu diesem Anlass. Mittig im Bild der Innsbrucker Bürgermeister, Romuald Nierscher, ihm gegenüber steht der deutsche Minister für Post- und Fernmeldewesen Christian Schwarz-Schilling, neben ihm der Landeshauptmann Alois Partl.</p>



<p>(Signatur Ph-Pr-1015)</p>
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